Hallo,
Seit Mitte August waren bei uns Dach- und Fassadenarbeiten mit Gerüst angekündigt. Als dies Anfang September losgehen stellte sich heraus, dass es erforderlich ist alle Fenster auf der einen Seiten der Wohnung dafür herauszunehmen. Wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung, es handelt sich also durchweg um Veluxfenster.
Ursprünglich sollten erst alle Fenster herausgerissen werden und dann mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Wir konnten uns mit den Handwerkern darauf einigen, dass zunächst die eine Seite soweit fertig gemacht wird, dass das erste Fenster wieder rein kann. Leider hat es dort dann hereingeregnet.
Insgesamt sind große Teile unserer Wohnung nicht nutzbar. Insbesondere unser Schlafzimmer und mein Arbeitszimmer. Das Arbeitszimmer meiner Frau haben wir zum Schlafzimmer umfunktioniert und uns provisorische Arbeitsplätze im Wohnzimmer eingerichtet. Schlafen kommt dort nicht in Frage, da das Fenster immer noch nicht richtig abgedichtet ist uns es folglich wegen des Baulärms dort laut ist. Der Verlust der Arbeitsplätze ist ein großes Problem, meine Frau ist Lehrerin und muss zu Hause arbeiten und ich bin nebenberuflich auch noch in der Softwarebranche tätig und brauche einen Arbeitsplatz. Der Baulärm tagsüber trägt auch nicht gerade zur Produktivität bei, da man das Gefühl hat, dass direkt über den Köpfen gehämmert und gesägt wird.
Bisher haben wir alles so hingenommen, da wir eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zur Vermieterin haben. Auf unser gestriges Drängen hin mal Druck bei den Handwerkern zu machen, die eigentlich diese Woche die Arbeiten abschließen wollten - was aber scheinbar nicht klappen wird - reagierte sie patzig und meinte wir sollen einfach die Miete mindern. Sie betrachtet die Situation für uns als unangenehm, nach unserer Sicht ist die Situation eher inakzeptabel. Sie schlägt vor 50% für die erste Woche und 25% für alle weiteren. In Anbetracht der Tatsache, dass unangekündigt große Teile unserer Wohnung nicht nutzbar sind, die betroffenen Zimmer voll mit Dreck sind, den wir scheinbar selbst beseitigen müssen, die verbliebenen Zimmer auch nicht voll nutzbar sind, da sie unser Hab und Gut aus den betroffenen Zimmern beherbergen müssen und, dass wir tagsüber massiv mit Lärm belästigt werden, kommt uns das nicht ganz fair vor und wir möchten nun einfach gerne mal wissen was uns rechtlich tatsächlich zusteht und was wir machen können. Ein ausführlicher Beratungstermin bei Mieterschutzbund war kurzfristig vor Überweisung der nächsten Miete nicht möglich und die Telefonberatung war eher kurz angebunden und meinte wir sollen das Angebot einfach annehmen. Wir halten aber durchaus durchgängig 50% für angemessen, insbesondere weil es jetzt, wo es kälter wird auch nur noch 15-16 Grad in den betroffenen Räumen sind. Was können/sollten wir tun?
Unten noch ein Protokoll der Ereignisse und eine Skizze der Wohnung.
Danke und viele Grüße
Adbt
Protokoll:
15.08.2014
Schriftliche Ankündigung von Dach- und Fassadenarbeiten mit Gerüst. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass unsere Fenster herausgerissen werden.
Montag, 01.09.2014
Handwerker stehen auf dem Dach und wollen Fenster F1 rausreissen. Wohnzimmer wird kurzfristig mit von Handwerkern bereitgestellter - teils schmutziger - Plane abgedeckt, damit Arbeiten weitergehen können. Wohnzimmer nicht mehr nutzbar.
Dienstag, 02.09.2014
Fenster F2 wird rausgebrochen, Schlafzimmer ab hier nicht nutzbar. Dreck unter den Fenstern, Staub im gesamten Raum. Einrichtung Schlafzimmer selbst durch Folien gesichert oder nach Arbeitszimmer 2 (AZ 2) gebracht. AZ 2 ab hier als Schlafzimmer genutzt, nicht mehr als Arbeitszimmer nutzbar.
Freitag, 05.09.2014
Fenster F1 im Wohnzimmer wieder eingesetzt. Aus technischen Gründen weiter außen als vorher, zwischen Wand und Fenster ist eine durch Folie abgedeckte Lücke rund um das Fenster. Das halbe Zimmer ist voll mit Dreck und Schutt, der durch die Holzvertäfelung an der Decke gerieselt ist. Wir räumen am Freitag Abend noch selbst alles auf, um den Raum wieder nutzen zu können - was nach Aussage der Arbeiter nun wieder möglich sei.
Samstag, 06.09.2014
Am frühen Abend regnet es leicht. Fenster F1 ist massiv undicht, es läuft wie aus dem Wasserhahn Wasser in die Wohnung - auch auf unser Sofa. Wasser sammelt sich über dem Fenster in der Folie in der Lücke. Hochdrücken der Folie verringert den Wasserstrahl zu einem regelmäßigen Tropfen. Vermieterin wird informiert, versucht Dachdeckerfirma zu erreichen, dort ist niemand erreichbar, nichts geschieht. Zum Glück kein weiterer Regen.
Montag, 08.09.2014
Wir informieren den Vorarbeiter auf dem Dach über die undichte Stelle. Er sichert eine zügige Reparatur zu. Diese geschieht jedoch nicht mehr am Montag. Zum Glück wieder kein Regen.
Dienstag, 09.09.2014
Die Arbeiter sichern zu, dass das Leck an F1 geflickt sei. Seither kein Regen mehr, Dichtigkeitszustand unklar (Stand 17.09.2014).
Dienstag, 09.09.2014 / Mittwoch, 10.09.2014 ?
Fenster F3, F4 und F5 werden herausgestemmt. Wir haben selbst die Einrichtung so gut es ging im linken Teil des Wohnzimmers, im Flur und in der Küche verstaut. Restliche Einrichtung wurde von uns mit selbst besorgter Folie abgedeckt. Wir richten provisorische Arbeitsplätze im Wohnzimmer, um AZ 1 und AZ 2 zu ersetzen. Arbeiter geben an, dass die Fenster am Freitag, 12.09.2014 wieder eingesetzt würden.
Freitag, 12.09.2014
Fenster F5 in der Waschküche (WK) ist wieder eingesetzt. Dreck und Schutt wird im Raum zurückgelassen. Nach Empfinden der Arbeiter ist der Raum wieder nutzbar, nach dem Leck im Wohnzimmer hegen wir aber gewisse Zweifel und sind nicht gewillt unser Hab und Gut zu riskieren ehe das Dach fertiggestellt ist. F2, F3 und F4 sind nach wie vor nicht wieder eingesetzt.
Dienstag, 16.09.2014
Fenster F2, F3 und F4 fehlen nach wie vor. Es liegt noch keine Ziegel auf dem Dach. Auf Nachfrage bei der Vermieterin und Bekundung unseres Unmutes mit der Situation schlägt sie eine Mietminderung von 50% für die erste Woche und 25% für die restlichen Wochen vor.
Samstag, 20.09.2014
F1 trotz angeblicher Reparatur immer noch undicht. Das Wasser läuft jetzt in die Wand und kommt unter den Fußleisten heraus. Umgehend Vermieterin informiert, gab an “das kann bei solchen Arbeiten schon mal passieren.”
Montag, 22.09.2014
Handwerker versprechen diese Woche die Fenster wieder einzusetzen.
Donnerstag, 25.09.2014
Es wurden immer noch keine Fenster eingesetzt.
Und eine Skizze der Wohnung: