Verdreckter Spülkasten, nach Einzug entdeckt

  • Hallo,
    vor nun mehr knapp 2 Monaten sind wir (2 Personen) in eine andere Mietwohnung gezogen. Wir hatten vor dem Einzug ganz schön zu schrubben in der neuen Wohnung, weil uns die Vormieter - lebten wohl 10 Jahre hier - ihren Jahre alten Dreck hinterlassen haben.

    Als Beispiele: Die Fliesenfugen am Boden waren mit einer dicken schwarzen Stinkeschicht überzogen, die Küchenmöbel an den nicht so offensichtlichen Stellen klebten vor Fettschwartenschicht, ebenso war die hellgelbe Lüftung braun-schwarz verklebt. Die Klos stanken und was unter den Rändern vorkam beim Putzen trieb mir beinahe meinen Mageninhalt hoch. Ich übertreibe wirklich nicht. Ich gehöre nicht zu der peniblen Sorte von Menschen und kann Wohnflusen und regulären Alltagsdreck und so sehr gut ertragen.

    Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass der Sog in unseren zwei Klos nicht sehr gut funktioniert. Und wenn ich die Klos gereinigt habe, wird das Standwasser recht schnell wieder trübe-ölig. Das hat mich gewundert und ich beschloss, in den Spülkasten zu gucken. Das war bisher in noch keiner Mietwohnung nötig gewesen.

    Nun erst habe ich also entdeckt, dass der Spülkasten im Bad (der Deckel des Spülbeckens im Gästeklo lässt sich nicht gewaltfrei abgenehmen oder ich stelle mich zu doof an. Auch möglich) von innen völlig verkeimt ist. Sowohl unterhalb der Wassermarke als auch darüber sind sämtliche Materialien und die Beckenwände teilweise völlig schwarz bedeckt oder wenigstens braun-fleckig. Heute habe ich, so gut ich konnte, mit einer Bürste, nach Einwirkenlassen zweier WC-Tabs, versucht, den groben Schlonz abzubürsten. Wie schlecht mir dabei wurde... Ich komme aber längst nicht überall ran. Und eigentlich steht mir auch gar nicht der Sinn danach, den fremden Dreck des Vormieters abzuputzen.

    Nun meine Frage dazu: Fällt das unter Mängelbeseitigung durch den Vermieter oder muss doch ich die Ärmel hochkrempeln und den fremden Schmodder entfernen?

    Es schließt sich auch das gleiche Problem hinter der Badewanne um den Bereich des Überlaufschutzes an. Dort habe ich bereits auch so gut ich konnte den pechschwarzen stinkenden Brei abgesäubert, komme aber längst nicht hinter die Wanne, wo ich eine ähnliche Kultivierung vermute. Ist das möglicherweise (und hoffentlich) Aufgabe des Vermieters?

    Ich habe wirklich mit meinem Ekel zu kämpfen und würde viel lieber die Spülbecken austauschen lassen. Ist das unter dieser starken Verunreinigung möglich?

    Vielen Dank für Ratschläge.
    Gruß redbrodi

    Einmal editiert, zuletzt von redbrodi (12. September 2014 um 20:44)


  • Nun meine Frage dazu: Fällt das unter Mängelbeseitigung durch den Vermieter oder muss doch ich die Ärmel hochkrempeln und den fremden Schmodder entfernen?

    § 536 BGB Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln
    (1) Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.

    Aus meiner Sicht ist die Tauglichkeit in keiner Weise gemindert.

    Das Beste wäre, Ihren Vermieter zu fragen, ob er denn nun diesen Dreck wegputzen würde.
    Über das Ergebnis des Gespräches würde ich Sie bitten uns hier zu informieren.

  • Die Abwasserüberläufe oder Kloränder sind die eine Sache. Der Vermieter hat sie vom Vormieter so zurückgenommen und der jetzige Mieter hat sie so angenommen. Ich diskutiere jetzt nicht aus, was davon zuvor ersichtlich gewesen wäre oder was als verdeckter Mangel durchgehen könnte.

    Die Spülkästen jedoch sind eine andere Sache. Dort gelangt normalerweilse nur sauberes Wasser hinein und der Grund, warum sauberes Wasser das Innenleben eines Spülkastens so "verkeimt" und "schlonzig" erscheinen lassen sollte, dass schon das Wasser davon eintrübt, verschließt sich mir. Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass da kein sauberes Wasser mehr aus dem Spülkasten herauskommt. Und das ist ein Mangel, dem sich der Vermieter m.E. nicht so einfach verschließen kann.

    Vielleicht sind es "nur" Ablagerungen aus den Wasserleitungen, die sich gesammelt haben. Vielleicht löst sich alles nach der x-ten Tablette auch auf. Vielleicht sind das aber auch tatsächlich irgendwelche Keime, die sich - warum auch immer und seit wann auch immer - gebildet haben.

    Jedenfalls gehört so ein "Schlonz" nicht in einen Spülkasten, wodran auch der Vermieter ein Interesse haben sollte.

  • redbrody, mir wird vom Lesen fast übel, ich kenne das als Vermieter recht gut. Wenn so ein WC-Spülkasten seit Jahren nicht ge-
    reinigt wurde ist dieser innen schwarz- und stinkt erbärmlich. WC-Schüsseln- pfui deixel, ich mags nicht beschreiben. Muß trotz-
    dem gereinigt werden, dafür verwende ich Demestos-Kraftreiniger, ist desinfizierend und wirkt 100%.
    Nicht zu lange einwirken lassen, also nicht tagelang, und sauber nachspülen. Anwendungshinweise lesen!!

    viel Spaß, Nanne

  • Vielen Dank schon mal für die Antworten und Tipps.

    Zwar haben die paar Tabletten, die ich in den Spülkasten getan habe und das bisschen Schrubben an den herankommbaren Stellen schon einiges an Dreck beseitigt aber dennoch werde ich den Hauswart mal ansprechen. Denn an so ganz verwinkelte oder verdeckte Stellen gelange ich einfach nicht ran. Mehr als fragen, wie damit umzugehen ist, kann ich ja eh nicht machen. Und das sollte ich vielleicht tun, bevor ich selbst die Drecksdinger auf Hochglanz geschrubbt und entkeimt habe.

    Mir geht es ja gar nicht um Mietminderung oder irgendwelche finanziellen Erlässe. Vielmehr wünsche ich mir, das nicht ich die Schei*e beseitigen muss, einfach auch, weil es nicht mein Dreck ist.

    In der Küche beispielsweise waren die Abflussrohre so dermaßen verkeimt, dass sie verstopft waren. Da kam dann auch der Spezialist und hat die Rohre entkeimt. So ähnlich müsste es doch meiner bescheidenen Meinung nach, auch bei den Spülkästen klappen können.

    Japp, ich frage nach und berichte hier.


    Ich muss noch mal nachkorrigieren. Im ersten Beitrag spreche ich häufig von Spülbecken, meine damit aber stets den Spülkasten, also jenen Teil, der das Wasser zum Spülen sammelt. Es geht mir also um den Spülkasten, der ohne mein vorheriges Zutun, völlig verkeimt ist.

    Einmal editiert, zuletzt von redbrodi (14. September 2014 um 16:13)

  • ... und Du sprichst ständig von "verkeimt", obwohl irgendwann verstopfende Abflußrohre in Küchen oder von Waschbecken, Badewannen und besonders Duschen das Normalste von Welt sind. Abflüsse müssen eben manchmal gereinigt und auch mal von Verstopfungen befreit werden. Davon lebt eine ganze Industrie.

    Was ich sagen will:
    Dein Abfluss war sicherlich nicht so voll von Keimen, dass er von diesen Keimen verstopft war, sondern er war einfach verstopft. Bitte also nicht verbal mit Kanonen auf Spatzen schießen. Und ja, chemische Abflussreiniger beseitigen als Nebenefffekt (und mit Glück) auch die Keime, aber in der Hauptsache hat der von Dir angesprochene Spezialist sicherlich nur den Abfluss von der Verstopfung befreit, oder? :)

    Einmal editiert, zuletzt von AjaxMH (14. September 2014 um 20:40)

  • redbrody, mir wird vom Lesen fast übel, ich kenne das als Vermieter recht gut. Wenn so ein WC-Spülkasten seit Jahren nicht ge-reinigt wurde ist dieser innen schwarz- und stinkt erbärmlich. WC-Schüsseln- pfui deixel, ich mags nicht beschreiben. Muß trotz-dem gereinigt werden, dafür verwende ich Demestos-Kraftreiniger, ist desinfizierend und wirkt 100%.
    Nicht zu lange einwirken lassen, also nicht tagelang, und sauber nachspülen. Anwendungshinweise lesen!!
    viel Spaß, Nanne


    Ich habe die Lösung entdeckt: Anstatt in den Spülkasten scheixxe ich gleich in's Klosett (ist auch mit weniger Verrenkungen verbunden).

  • Ich habe die Lösung entdeckt: Anstatt in den Spülkasten scheixxe ich gleich in's Klosett (ist auch mit weniger Verrenkungen verbunden).

    Es darf auch mal gelacht werden....

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