Hallo,
ich muss mich zum einen beraten lassen und zum anderen muss ich mich ausheulen, da ich grad sehr verzweifelt bin und einfach auch keine Kraft mehr habe.
Es wird auch eine längere Geschichte, es tut mir Leid, wenn ich damit gegen eine Regel verstoße, ich versuche nur, den Gesamtüberblick zu vermitteln, warum ich so verzweifelt bin und mir keinen Rat mehr weiß.
Seit April 2009 wohnen wir (mein Mann, unsere Tochter, Schwiegermutter und ich) in einem schönen REH mit Garten. Meine Schwiegermutter, die eine schwere psychische Erkrankung hat, hat hier ebenfalls im Dachgeschoss eine schöne Einliegewohnung. So kann sie mit uns leben und wir können uns um sie kümmern, jeder hat aber seine Rückzugsmöglichkeit, da ihre Krankheit sehr belastend sein kann.
Von Anfang an war es mit unserer Vermieterin sehr schwierig.
Kaum ein Jahr, dass wir eingezogen waren, wollte sie das Haus schon verkaufen. Zuerst hat sie versucht, uns das Haus zu verkaufen und uns einen Makler empfohlen, der angeblich bei den Banken 120% Finanzierungen auch in schwierigen Fällen herausschlagen kann. Zum einen können wir uns einen Hauskauf nicht leisten zum anderen kam uns das nicht seriös vor, also haben wir abgelehnt.
Als dann die Makleranzeige erschein, in welchem drinnen stand, dass die derzeitigen Mieter auch bereit sind, auszuziehen, haben wir natürlich reklamiert, da dies nie mit uns abgesprochen war und wir auch nie gesagt haben, dass wir dazu bereit sind.
Ab dem Zeitpunkt war natürlich der Ton zwischen uns erst mal gestört.
In der Zeit habe ich auch bei den Vormietern, mit denen unsere Vermieterin schon einen Rechtsstreit hatte, die Unterlagen besorgt, um mir einen Überblick zu verschaffen, womit wir evtl. rechnen können.
So haben wir erfahren, dass sie schon bei den Vormietern öfters versucht hat, das Haus zu verkaufen. Leider hat sie uns das nicht gesagt, als wir hier eingezogen sind, sonst hätten wir weitergesucht. Wir waren ja an einem längerfristigen Mietverhältnis interessiert.
Den Vormietern hat sie dann, als es zu Streitigkeiten kam, wegen Eigenbedarf letztendlich gekündigt. Begründung war, dass sie zusammen mit ihrem Sohn und seiner Familie wieder einziehen will, da sie alle zur Miete wohnen und in dem Haus alle zusammen wieder mietfrei leben könnten.
Natürlich kann dies alles so gewesen sein, gewisse Verdachtsmomente sind aber doch gegeben, da dies so aussah, als ob sie die Vormieter auf jeden Fall loswerden wollte. Aber das sei dahingestellt, das ist nur mein Eindruck und muss nicht der Wahrheit entsprechen.
Als die Vormieter dann schon ein neues Heim gefunden hatten, zog sie die Kündigung wegen Eigenbedarf zurück und gab das Haus kurze Zeit später wieder zur Miete frei. So kamen wir dann ins Spiel.
Von all dem aber (schon länger bestehende Verkaufsabsichten, schon einmal Kündigung wegen Eigenbedarf) haben wir natürlich erst erfahren, als wir dann Probleme mit ihr hatten.
Letztendlich habe ich sie um eine Aussprache gebeten, wo wir unseren Streit beigelegt haben und der Kontakt wieder sehr freundlich wurde. So freundlich, dass ich seit Anfang des Jahres sage und schreibe über 90 Mails von ihr erhalten habe
Also keine Woche ohne irgendwelche Anfragen von ihr, aber den Preis zahle ich gerne.
Nun ist es so, dass ich aufgrund vieler Schicksalsschläge und wegen Krankheit nach Langem hin und her in die Privatinsolvenz gehen musste. Seit der Geburt meiner Tochter, die 3 Monate zu Früh auf die Welt kam, habe ich große gesundheitliche Probleme. Ich hatte damals bei der Geburt Leber- und Nierenversagen und seitdem war ich öfters krank als gesund.
Mein Mann musste damals auch seine Selbständigkeit aufgeben, da ich unsere Tochter nicht versorgen konnte, ich ging viel zu Früh wieder arbeiten, hatte dann meine Ausfälle und bezog oft nur Krankengeld, mein Mann war nach der Elternzeit erst einmal arbeitslos und hat lange nur auf Minijob-Basis arbeiten können etc. Kurzum, Kredite, die vorher locker zu zahlen waren, brachen uns das Genick, als die Ausfälle immer schwerwiegender wurden, da wir immer Neuere aufnehmen mussten, um überhaupt überleben zu können. Da das Meiste davon auf meinem Namen lief, bin ich letztendlich in die Insolvenz gegangen.
Daher musste ich jetzt unserer Vermieterin reinen Wein einschenken, da meine Treuhänderin sich auch mit ihr in Verbindung setzen wird, eine Formsache, die nicht zu umgehen ist.
Sie hat natürlich entsetzt reagiert und ist, wie sie meint, ganz baff, wie es bei meinem guten Verdienst plus Rente der Schwiegermutter überhaupt soweit kommen konnte! Und sie muss sich erst mal rechtlich beraten lassen.
Jetzt sitze ich zitternd hier und fürchte um unsere Zukunft.
Ich weiß auch, dass sie uns wegen der Insolvenz nicht kündigen kann. Mietschulden gibt es auch keine, gab es nie, alles wurde pünktlich bezahlt, und nachdem mein Gehalt nicht mehr für die Schulden draufgeht, ist die Miete erst recht gesichert. Außerdem habe ich einen festen, unkündbaren Job im Öffentlichen Dienst und mein Mann ist seit Februar letzten Jahres ebenfalls wieder fest und Vollzeit angestellt.
Meine Angst ist nur, dass sie uns als „potenzielle Käufer“ für das Haus nicht mehr in Betracht ziehen kann (ich glaube nämlich, dass sie derartige Hoffnungen gehegt hat) und womöglich versuchen wird, uns wieder los zu werden, damit sie das Haus ohne Mieter besser verkaufen kann.
Meine Angst bleibt nach wie vor, dass sie erneut mit Eigenbedarf kommt und was könnte ich dann entgegensetzen? Sie weiß ja auch nicht, dass ich die Unterlagen der Vormieter habe und über Einiges Bescheid weiß, was damals ablief. Aber bringt mir das was?
Meine Schwiegermutter ist schwerkrank und ein ärztliches Gutachten bestätigt, dass ein weiterer Umzug für sie nicht in Frage kommt. Aber reicht das wirklich?
Wie sollen wir denn überhaupt wieder ein Haus finden, in welchem auch meine Schwiegermutter einen Platz für sich hat? Sie kann kein Wort Deutsch, kommt sie ins Pflegeheim, geht sie ein. Außerdem, welcher Vermieter nimmt uns, mit mir als Mieterin in der Insolvenz? Ich habe das wesentlich bessere Gehalt, also müsste der Mietvertrag wieder über mich laufen, und dann muss ich jedem neuen Vermieter sagen, was los ist.
Auch ich bin gesundheitlich schwer angeschlagen, seit der Geburt meiner Tochter leide ich neben den körperlichen Problemen an Angst- und Panikattacken, die sich nun wieder verschlimmert haben. Ich fühle mich dem ganzen Umzugsstress nicht gewachsen. Außerdem woher wieder das Geld nehmen? Die Treuhänderin hat schon alles, was Wert dargestellt hat, natürlich gepfändet.
Es tut mir Leid, ich steigere mich komplett rein und merke, dass ich am Durchdrehen bin, denn was wird sie nun gegen uns unternehmen?? Was hat sie für Möglichkeiten?? Und was habe ich für Möglichkeiten??
Ich habe Angst, ich bin unglücklich und sehe keine Perspektive. Vor fünf Jahren habe ich meine ganze Familie mit einem Schlag verloren und hier habe ich mit meiner kleinen Familie ein neues Zuhause gefunden und muss evtl. wieder die Zelte abbrechen??? Wir haben hier soviel Mühe und Liebe investiert, ich weiß, selber Schuld, dass wir so dumm waren, aber es würde mir das Herz brechen, wenn wirklich alles umsonst war.
Ich habe langsam wirklich keine Kraft mehr, weiterzukämpfen…