Guten Morgen zusammen,
es geht um Folgendes:
Meine Großeltern leben seit über 40 Jahren in einem Mehrfamilienhaus (ca. 24 Parteien). Das Haus wurde 1966 erbaut, war 1967 bezugsfertig.
Im Jahr 2002 wurde das Haus an eine andere Hausverwaltung verkauft, die das Haus renovierte (neue Isolierung, Feuerschutztüren, neue Farben an der Aussenfassade) und die Wohnungen in Sozialwohnungen umwandelte.
Das wäre soweit nicht schlimm. Aber seit diesem Zeitpunkt, bzw seit die Ersten eingezogen sind, die über staatliche Sozialleistungen die Miete bezahlt bekommen, geht es in dem Haus zu, dass einem wirklich nur das kalte K*tzen kommen könnte.
1. Es ist dreckig. Zwar ist eine Putztruppe vorhanden, aber ich musste selbst schon sehen, dass der Dreck eigentlich nur zusammengeschoben wird.
2. Der Hausmeister kümmert sich nicht um die Belange im Haus und im Hof. Ist etwas kaputt oder sollte mal wieder der Rasen gemäht werden, heißt es meist O-Ton: „Das geht mich nix an“.
3. Es herrscht ein Grundlärmpegel, den es früher nicht gab, und das durchgehend 24Std. An die Hausordnung, speziell die Ruhezeiten, halten sich nur noch die Wenigsten.
Teilweise läuft bei den Nachbarn meiner Großeltern um zwei Uhr Nachts noch der TV so laut, dass man es zwei Stockwerke darunter noch hört.
5. Es stinkt im Haus und zwar auch durchgehend. Die Fenster in den Fluren lassen sich, wohl dank neuer Feuerschutzbestimmung, gar nicht mehr öffnen.
6. Respekt oder Rücksicht gibt es im Haus nicht. Nachbarn geraten oft in Streit, verprügeln sich. Zerstören Hausinventar, Fahrräder werden mutwillig zerstört, Keller aufgebrochen…
7. Müll wird grundsätzlich entweder in die Hausgänge geworfen, gerne auch mal aus dem Fenster (vorzugsweise Lebensmittel), oder man stellt einfach die Säcke vor die Müllcontainer, obwohl selbige leer sind.
Ich war eigentlich wirklich erschrocken, als die Nachbarn über meinen Großeltern sich so gestritten haben, dass man den Eindruck hatte, sie würden sich jetzt umbringen. Als mein Großvater hoch gegangen ist, um sie um mehr Ruhe zu bitten, kam nur „Was willst denn du, du alter Sack?“.
Ich reite ungern auf Nationalitäten herum, aber gerade in dem Haus ist es auffällig. Wenn es um eigene Belange, Wünsche und Rechte geht, ist es kein Problem für die ausländischen Bewohner in dem Haus sie zu formulieren. Aber geht es darum, dass man ihnen sagt sie sollen sich doch mal bitte an die Hausordnung halten, oder macht sie auch auf ihre Pflichten im Haus aufmerksam, immerhin soll es ja eine funktionierende Gemeinschaft sein, wird nur gestikuliert und darauf gepocht, man könne kein Deutsch.
Fragt man die Hausverwaltung, was man den tun könnte, man hätte Belege und Beweise dafür, dass in diesem Haus alles aus dem Ruder läuft, heißt es nur „Wir können nix machen.“
Oder „Wenn Sie was ändern wollen, ziehen’s halt aus, dann haben wir wieder eine Wohnung frei“.
Meine Großeltern sind neben zwei anderen Parteien, die einzigen im Haus, die ihre Miete noch selber zahlen, sie jeden Monat überweisen und das seit über 40 Jahren. Haben solche Mieter eigentlich gar keine Möglichkeit gegen solche Zustände vorzugehen? Kann es wirklich sein, dass es einer Hausverwaltung egal ist, wie es in ihren Wohnhäusern abgeht?
Ausziehen wäre wirklich einfacher, doch meine Großeltern sind über 80, eben in dieser Wohnung auch verwurzelt und auch ich bin in der Wohnung großgeworden. Müssen sie das wirklich so akzeptieren, dass sie eigentlich als zahlende Mieter gegenüber Mietern, denen die Miete staatlich gezahlt wird, keine Rechte mehr haben?
Oder was kann man tun? Für die HV ist das Verhalten ja eigentlich ein Armutszeugnis. Aber die sind wohl froh, ihre Miete „sicher“ zu bekommen und damit hat sich’s…
Schonmal danke für die Hilfe und sorry, ist etwas lang geworden, aber es regt mich einfach nur auf.