Räumungsklage Ende November und Verlust der Wohnung

  • Wir können einfach nicht mehr … 💔

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die letzten Monate haben uns so viel Kraft gekostet, dass wir mittlerweile an einem Punkt angekommen sind, an dem wir einfach nur noch funktionieren.

    Seit mittlerweile über zehn Monaten leben wir in einer Situation, die man sich kaum vorstellen kann, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Und das Schlimmste daran ist, dass das alles innerhalb der eigenen Familie passiert.

    Ein Zuhause, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe, ist zu einem Ort geworden, an dem wir uns nicht mehr willkommen, geschweige denn sicher oder wohlfühlen.

    Räume, die wir jahrelang selbstverständlich genutzt haben, wurden plötzlich verschlossen. Persönliche Gegenstände, Erinnerungen, Möbel, Arbeitsmaterialien und vieles mehr sind für uns bis heute nicht zugänglich. Immer wieder haben wir darum gebeten, an unser Eigentum zu dürfen. Selbst auf schriftliche Aufforderungen kam keine vernünftige Reaktion.

    Wir stehen praktisch vor verschlossenen Türen und müssen mit ansehen, wie mit Dingen umgegangen wird, die uns gehören. Dinge, für die wir gearbeitet und bezahlt haben. Dinge, an denen Erinnerungen hängen und die sich teilweise überhaupt nicht ersetzen lassen.

    Dazu kommen Kameras, ständige Kontrollen, Beschimpfungen, Provokationen und nächtlicher Lärm. Immer wieder neue Zettel mit irgendwelchen Regeln und Verboten. Selbst Dinge, die für andere Menschen völlig selbstverständlich sind, werden bei uns zum täglichen Kampf.

    Wir leben inzwischen auf engstem Raum. Unsere Hunde leiden ebenfalls unter der Situation. Sie bekommen die Anspannung mit, erschrecken sich bei lautem Geschrei und können teilweise nicht einmal dann nach draußen, wenn sie müssen.

    Es zerreißt einem das Herz, wenn man sieht, dass selbst die Tiere unter diesem ganzen Wahnsinn leiden.

    Und während wir versuchen, irgendwie einen normalen Alltag aufrechtzuerhalten, laufen gleichzeitig gerichtliche Verfahren, Beschwerden, Anträge und unzählige Schreiben. Wir müssen alles dokumentieren, jede Kleinigkeit festhalten und ständig überlegen, was als Nächstes passieren könnte.

    Wir sind müde. Nicht einfach nur müde, weil wir schlecht geschlafen haben. Sondern innerlich völlig erschöpft.

    Wir haben so viel versucht, so viel gekämpft und immer wieder gehofft, dass irgendwann Vernunft einkehrt. Aber stattdessen wird es gefühlt immer schlimmer.

    Besonders weh tut die Tatsache, dass das alles von einem Menschen ausgeht, der eigentlich Familie sein sollte. Ein Mensch, bei dem man Schutz und Geborgenheit erwarten würde und nicht das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen.

    Und jetzt haben wir Angst. Richtige Angst vor dem 30. November.

    Durch die Räumungsklage steht uns möglicherweise schon in wenigen Wochen der endgültige Verlust unseres Zuhauses bevor. Ein Zuhause, in dem ich seit meiner Geburt lebe.

    Wir wissen nicht, was an diesem Tag passieren wird. Ob wir noch einmal eine Frist bekommen oder ob tatsächlich alles vorbei ist.

    Die Vorstellung, dass möglicherweise ein Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, die Polizei hinzugezogen wird und wir noch am selben Abend aus unserem Zuhause geführt werden könnten, macht uns unglaubliche Angst.

    Was passiert dann mit uns? Mit unseren Hunden? Mit unserer Katze? Wo sollen wir schlafen? Wohin sollen wir gehen?

    Wir haben Angst, am Ende tatsächlich auf der Straße zu stehen. Und das nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern möglicherweise schon in wenigen Wochen.

    Während wir nicht einmal wissen, wo wir ab Dezember unterkommen sollen, wird uns weiterhin der Zugang zu unserem eigenen Eigentum verwehrt.

    Wie soll man unter solchen Umständen einen Neuanfang schaffen?

    Wir suchen, wir bemühen uns, wir versuchen Lösungen zu finden. Aber mit mehreren Tieren und den heutigen Mietpreisen ist das alles andere als einfach.

    Und dann ist da noch unser Eigentum. Wir wissen bis heute nicht, wann und ob wir endlich wieder uneingeschränkt an unsere Sachen kommen. Wie sollen wir einen Neuanfang schaffen, wenn uns gleichzeitig der Zugang zu einem großen Teil unseres Hab und Guts verwehrt wird?

    Wir wollen doch gar nicht viel.

    Wir wollen endlich wieder in Ruhe schlafen können. Morgens aufstehen, ohne Angst davor zu haben, was der neue Tag bringt. Mit unseren Hunden unbeschwert nach draußen gehen. Unser eigenes Eigentum nutzen können. Einfach wieder ein normales Leben führen.

    Wir wollen nicht mehr jeden Tag kämpfen müssen.

    Wir wollen nicht mehr ständig irgendwelche Schreiben verfassen, Beweise sammeln oder uns rechtfertigen müssen.

    Wir möchten einfach nur wieder leben.

    Die vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. Körperlich, seelisch und emotional. Wir versuchen, füreinander stark zu bleiben, aber auch das wird zunehmend schwerer.

    Manchmal sitzen wir einfach nur da und fragen uns, wie viel ein Mensch eigentlich noch ertragen soll.

    Was uns noch zusammenhält, sind wir beide und unsere Tiere. Sie geben uns jeden Tag einen Grund, weiterzumachen, selbst wenn uns eigentlich längst die Kraft fehlt.

    Wir hoffen so sehr, dass dieses Kapitel irgendwann endet und wir endlich irgendwo ankommen dürfen. An einem Ort, an dem wir wieder durchatmen können und niemand uns das Gefühl gibt, unerwünscht zu sein.

    Wir sind nicht auf der Suche nach Luxus. Wir suchen Frieden, Sicherheit und ein kleines Stück Normalität.

    Und ganz ehrlich: Nach allem, was in den vergangenen Monaten passiert ist, sind wir einfach nur noch fertig. 💔

  • Das ist zweifellos eine sehr belastende Situation. Ich kann mich gedanklich gut hinein versetzen. Auch wenn man vielleicht selber zu leichtgläubig war, dass alles so weiter geht wie immer, macht es die Sache nicht besser. Doch gerade wegen dieser psychischen Anspannung sollte man sich unbedingt einem Rechtsanwalt anvertrauen. Es gibt zu viel, was man übersehen könnte, und seien es nur formelle Dinge. Das sollte man nicht riskieren, deswegen einen Prozess zu verlieren.

    Ich kann leider nichts dazu schreiben, aus welchem rechtlichen Grund die Räumung angestrebt wird und ob dies ein berechtigter Grund sein könnte. Dazu haben Sie keine Informationen gegeben. Ebenfalls unklar ist, wie und warum man Ihnen bereits einen Teil des Wohnraums weg nehmen konnte. Das ist normalerweise nicht möglich bzw. nicht legal und man kann sich dagegen wehren. Vielleicht hat es seinen berechtigten Grund, aber dazu lässt sich mit den Informationen nichts sagen.

    In einem Punkt kann ich Sie aber beruhigen. Man wird nicht sofort nach dem Termin zur Räumungsklage aus der Wohnung geworfen. Der Eigentümer hat dazu keine Berechtigung, und der Gerichtsvollzieher kündigt sich mit mehreren Wochen Vorlauf an. Weder Gerichtsvollzieher noch die Polizei kommen deswegen noch am selben Tag der Urteilsverkündung, sondern es wird ein Termin mitgeteilt. Es gibt sogar die Möglichkeit, Bei Gericht Antrag auf Räumungsschutz zu stellen, sofern man berechtigte Gründe dafür hat. Dies sollte man bereits vor Ende der mündlichen Verhandlung tun.

    Ich betone nochmal, was ich schon geschrieben habe. Ein Eigentümer ist nicht berechtigt, eigenmächtig Zugang zu Räumen zu sperren, zu denen man rechtmäßig irgend wann den Besitz erlangt hat. Hierfür kann ein Rechtsanwalt einstweilige Verfügung bei Gericht beantragen, womit man den Eigentümer zwingen kann, den Zugang zu des Räumen sofort wieder zu ermöglichen. Es gibt also durchaus Möglichkeiten, um sich nicht alles gefallen zu lassen. Man muss nur ein wenig einen kühlen Kopf bewahren und die Schritte angehen, wenn nötig mit Unterstützung.

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