Zahlreiche Mängel nach Einzug

  • Guten Tag zusammen,

    ich bin am 1. Oktober nach Saarbrücken gezogen. Als ich die Wohnung besichtigt habe, war sie noch in der Sanierung. Laut Vermieter wurde das Haus ein Jahr lang renoviert, und bis zum 1. Oktober sollte zumindest das Gröbste fertig sein. Zu dem Zeitpunkt stand das gesamte Haus leer – mittlerweile ist es voll. Allerdings gibt es zahlreiche Probleme, und deshalb frage ich nun nach eurem Rat. Vielleicht hat ja jemand zumindest teilweise ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Nach langem Hin und Her wurden bisher folgende Punkte behoben:

    Eine Tür, die einen riesigen Schlitz unten aufwies und deren Griff herausfiel.

    Eine Heizung, die nicht warm wurde.

    Was bisher nicht behoben wurde:

    - Dem Anschein nach hat man die Renovierung eingestellt, sobald die Mieter unterschrieben hatten. Überall sind dicke Farbklumpen, die hervorstehen. Noch schlimmer sind jedoch die riesigen Löcher und zahlreichen rausgeplatzten Wandecken und die vielen nicht fertiggestellten Stellen. Zum Beispiel eine mehrere Meter lange Lücke über der Fußleiste, riesige rausgeplatze Ecken wo man in die Wand reingucken kann. Nach langem Hin und Her will der Vermieter das nun irgendwann machen lassen, aber es geht einfach nicht voran.

    - Außerdem sind Türrahmen teilweise nicht gestrichen worden, wie vereinbart, die Arbeiten wurden einfach kurz vor Einzug abgebrochen.

    - Eine Heizung ist komplett verostet. Da würde ich theoretisch mit Heizungslack drüber gehen. Er meinte das passt, da sollte ich mir aber vorher eine schriftliche Bestätigung holen oder?

    - Eine der neuen Türen hat einen seltsamen Türrahmen (ich kann ein Foto nachreichen). Es wirkt, als wäre ein Holzkeil dazwischengesteckt worden, damit sie irgendwie hält.

    - Der Boden ist komplett aufgequollen, hat unregelmäßige Abstände, abgenutzt, wechselt ständig in der Höhe, und ich habe mir gestern einen Splitter zugezogen, als ich kurz barfuß darauf lief. Im Eingangsbereich wurde etwa 1 Meter neu gemacht, dann hat man wohl die Lust verloren: Auf sehr helles Holz folgt unsauber verlegtes, dunkles Holz. Bei der Besichtigung wurde ein Bodenaustausch versprochen, jetzt will er ihn nicht mehr durchführen, da es nur optisch sei. Er meinte der wird auch noch durchgeführt.

    - Die Hausnummer fehlt nach 24 Tagen immer noch. Der Postbote findet das Haus nicht. Provisorische Schilder verschwinden oder werden abgemacht, auch hier tut sich nichts.

    - Am 7.10. war ein Techniker da. Er konnte den Anschluss nicht herstellen, weil die Kabel nicht zu der APL-Box außerhalb des Hauses verlegt worden waren. Es liegt zu kurz im Keller rum, an einem Kabelanschluss von Vodafone. Nach langer Diskussion wurde schließlich ein Elektriker geschickt. Gestern war der Techniker erneut da und konnte erneut nichts anschließen, weil offenbar gar nichts gemacht wurde. Meine Nachbarin hat einen DSL-Vertrag bei Congstar, ich bei 1&1. Beide nutzen das Telekom-Netz. Die Telekom müsste also die Leitungen mit der APL-Box verbinden. Dafür müssen die Kabel verlängert werden. Mein Vermieter weigert sich und sagt, wenn wir unbedingt Telekom-Anschluss wollten, müssten wir selbst die ca. 1.500 € übernehmen, um den Hausanschluss ins Innere zu verlegen. Sein Elektriker wolle die Kabel angeblich nicht verlängern. Andere Mieter nutzen laut ihm Vodafone über den Koaxialanschluss. Wir sollen laut seinen Aussagen dahin wechseln. Mal abgesehen davon dass Vodafone deutlich teurer und schlechter wäre, wurde uns das vorher nicht mitgeteilt und es bestehen mit den Providern seit 1.10 auch Zweijahresverträge. Muss der Vermieter trotz Kabelanschluss trotzdem einen DSL-Anschluss herstellen, so dass wir das ganze nutzen können? Die Infrastruktur ist ja an sich da. Die Leitungen liegen im Haus, die APL-Box existiert, und laut Techniker ist die Leitung sogar schon freigeschaltet, nur nicht verbunden, da er das ja nicht kann, da die Kabel im Keller liegen und nicht am Hausanschluss außen.

    Das ist meine erste Wohnung, und ich bin ziemlich überfordert. Es war auch eine der wenigen, die ich mir leisten konnte. Schon wieder ausziehen und umziehen ist eigentlich die letzte Option. Was kann ich tun? Ich möchte noch einen Mängelbericht erstellen, den der Vermieter unterschreiben muss, damit ich am Ende nicht um meine Kaution betrogen werde. Dem hat er zu mindestens via WhatsApp bereits zugestimmt. Dabei geht es um die ganzen rausgeplatzten Ecken etc. damit er am Ende nicht behauptet das sich das gewesen sein.

    Würde mich über euren Rat und eure Mithilfe freuen.

  • Den Zustand bei Einzug solltest Du so gut wie möglich dokumentieren. Der Vermieter muss das nicht unterschreiben, aber wenn er es tut ist gut.

    Die Mängel solltest Du ihm schriftlich mitteilen, rechtlich gesehen am besten mit (angemessener) Frist zur Behebung (danach kannst Du entweder selbst einen Handwerker beauftragen, oder den Vermieter auf Reparatur verklagen, was er nicht positiv aufnehmen wird). Alternativ, oder auch zusätzlich, kannst Du die Miete mindern (aber unbedingt vorher mit Anwalt absprechen, welche Minderung hier angemessen ist!).

    Aber einiges, was Du beschreibst, sind womöglich keine Mängel (z.B. die Telekom-Geschichte - wer einen Anschluss in der Wohnung möchte, muss das natürlich selbst bezahlen!) bzw. zählt als "gemietet wie gesehen" (anderweitige Vereinbarungen müsstest Du beweisen, was bei mündlichen ohne Zeugen schwer fällt).

    Insgesamt musst Du Dir überlegen, wie sehr Du das Verhältnis zum Vermieter (der vermutlich mit diesen Themen überfordert ist) belasten willst. Denn Du wirst seinen guten Willen bestimmt noch mal brauchen!

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