Schimmel - bauliche Mängel

  • Hallo ihr lieben,

    hier einmal die Basics mit der Bitte um eure Einschätzung:

    - Einzug vor drei Jahren. Erdgeschoss/Wetterseite. Nach vier Monaten im Winter leichte Flecken im Esszimmer entdeckt. Der damalige Vermieter hatte einen Entfeuchter gekauft. Es wurde einigermaßen im Griff gehalten aber kam jeden Winter wieder und betraf dann auch Wohnzimmer und Küche.

    - Vermieter verstirbt und ein neuer Käufer wurde schnell vor 8 Monaten gefunden.

    - den neuen Eigentümer unverzüglich vor und nach dem Kauf auf Flecken verwiesen. Flecken wurden auch im Kaufvertrag festgehalten. Er gab uns ein Merkblatt Lüften mit dem Hinweis, dass wir es so probieren sollen wie es auf dem Merkblatt stand und dann sieht man weiter.

    - neuer Eigentümer baut vor 4 Monaten neue Heizkörper ein weil in Zukunft eine Wärmepumpe eingebaut werden soll.

    - ca. 2 Monate später tauchen an allen Außenwänden massiv Schimmelflecken auf. Vermieter bestellt sofort Sachverständigen für Schimmelpilzschäden in Innenräumen.

    - Gutachten ergibt folgendes:

    Schadensbericht

    Schadensbild:

    Bei der Begutachtung wurde folgendes festgestellt:

    An mehreren Wänden der Wohnräume wurde ein großflächiger Schimmelbefall festgestellt.

    In der Küche an der Wangenseite wurde eine Wandfeuchtigkeit von 76 gemessen. Die Luftfeuchtigkeit betrug 70%.

    Im Wohnraum betrug die Wandfeuchtigkeit 77 Digits und die Luftfeuchtigkeit lag bei 70 Prozent. Im Schlafraum boten sich die selben Werte.

    Im Wohnraum und in der Küche wurde ein Heizkörper falsch positioniert. Dieser bietet nicht ausreichend Strahlungswärme.

    Die Temperatur in den Wohnräumen ist zu gering.

    In den Schlafräumen hingen ein Vorhang vor den Fenstern.

    Zwei störende Fensterbänke verhindern ausreichende Strahlungswärme.

    Schadensursache:

    **Kondenswasserschaden.Unzureichende Belüftung der Wohnräume, unzureichendes Heizen der Wohnräume**

    Empfohlene Maßnahmen:

    - Entfernen einer der Vorhänge vor den Fenstern

    - Demontage der Fensterbank, um mehr Strahlungswärme zu erreichen

    - Positionierung des Heizkörpers unterhalb der Fenster

    - Mindestens 3-mal täglich querlüften der Räume

    - Gleichmäßige, ausreichende Beheizung aller Wohnräume durch die Mieter

    - Benutzung eines Thermohygrometers zur Selbstüberwachung

    - Anbringen eines zusätzlichen Heizkörpers in der Küche**

    - Aufgrund der Situation empfehlen wir die Wände mit Infrarotplatten zu trocknen und dieAufnahme des Wassers mit einem Bautrockner über einen Zeitraum von ca. 7 Tagen. Danach sollte eine professionelle Schimmeldesinfektion einer Fachfirma erfolgen (Fläche ca. 30m2)

    - Kosten der Sanierung um die 9000 Euro. Eigentümer wollen, dass wir mind. die Hälfte übernehmen. Wir lehnen ab mit Hinweis immer gelüftet und geheizt haben und Ursache baulicher Art sehen.

    - Eigentümer kündigen jetzt rechtliche Schritte an und wir haben vor 7 Tagen alles beim Mieterschutzbund vorgetragen.

    Sind es nun bauliche Mängel oder unsere Schuld?

  • Sind es nun bauliche Mängel oder unsere Schuld?


    Das ist aus der Ferne überhaupt nicht einzuschätzen. Eine Luftfeuchte von 70%, Kondenswasser an Fenstern und die Tatsache, dass das nur im Winter auftritt, würden aus meiner Erfahrung heraus für ein Mieterverschulden sprechen, aber das kann auch bauliche Ursachen haben. Welche Temperaturen habt Ihr denn in den Wohnräumen? Sobald das durchgängig über 18-20°C sind, können zu geringe Temperaturen praktisch ausgeschlossen werden.

    Ansonsten hat der Gutachter ja aber schon bauliche Mängel als Ursache benannt, nämlich falsch positionierte Fensterbänke sowie falsch montierte Heizungen in Küche und Wohnzimmer.

    - Aufgrund der Situation empfehlen wir die Wände mit Infrarotplatten zu trocknen und dieAufnahme des Wassers mit einem Bautrockner über einen Zeitraum von ca. 7 Tagen. Danach sollte eine professionelle Schimmeldesinfektion einer Fachfirma erfolgen (Fläche ca. 30m2)


    Wenn es wirklich "nur" falsches Heizen und Lüften ist vorgeschlagene Maßnahme vollkommen überzogen. 77Digits sind nicht die Masse, die eine Bautrocknung begründen würde.

    Hier könnt ihr euch nur überraschen lassen. Am Ende wird schlimmstenfalls ein Gericht ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben und dann wird entschieden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Die Temperaturen waren währen der Heizperiode zwischen 19-20,5 Grad.

    Das Gutachten legt ja nahe, dass die ursprüngliche Ursache des Problems wahrscheinlich auch auf bauliche Mängel (z.B. die Positionierung der Heizkörper) und nicht auf mangelndes Heiz- oder Lüftungsverhalten unsererseits zurückzuführen ist. Die Tatsache, dass die Schimmelbildung nach der Installation neuer Heizkörper im August deutlich zugenommen hat, spricht ebenfalls dafür, dass die Heizsituation verschärft wurde, nicht verbessert. Trotzdem wollten wir eure/Deine Einschätzung hören.

    Wir fragen uns immer noch warum nicht beim Kauf des Hauses als wir mündlich und schriftlich auf den Umstand aufmerksam gemacht haben, der neue Eigentümer nur ein Merkblatt uns gegeben hat im Umgang mit dem Lüften. Hätte er nicht handeln müssen als der Schimmel schon erkenntlich war? Der Umstand mit den Flecken in den Zimmern steht auch im Kaufvertrag.

  • Dann dürfte das Thema falsches Heizen schon mal ausgeschlossen sein.

    Hätte er nicht handeln müssen als der Schimmel schon erkenntlich war? Der Umstand mit den Flecken in den Zimmern steht auch im Kaufvertrag.

    Wenn der Mangel dem Vermieter angezeigt wurde, dann ja.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ähm, meine erste Frage wäre, wo trocknet Ihr eure Wäsche im Winter. Ansonsten hast du geschrieben das neue Heizkörper verbaut wurden, wegen einer zukünftigen WP. Ich vermute mal die sind eher größer und nicht kleiner als die alten, geben demnach also doch eher mehr als weniger Wärm ab, oder?

    Sind es nun bauliche Mängel oder unsere Schuld?


    Das kann man so natürlich nicht beantworten. Ich persönlich vermute eine Mischung aus beidem. Bauliche Mängel wie Falsche Isolierung, aufsteigende Feuchtigkeit, Undichtes Dach o.ä... hat der Gutachter jedenfalls nicht festgestellt? Gibt es vielleicht große Schränke o.ä. die an de Wand stehen und wo sich der Schimmel da hinter bildet?

  • unsere Wäsche trocknen wir ganzjährig im Keller wo sich auch die Waschmaschine befindet. Zimmerpflanzen haben wir nicht. Die neuen Heizkörper haben exakt die gleiche Größe wie die alten. Der Gutachter hat nur die oben beschriebenen Mängel erwähnt. Der Eigentümer war zwischenzeitlich vor Ort und hat die Fensterbänke demontiert, welche seiner Meinung (und der des Gutachters), ein Grund für die mangelnde Erwärmung sei.

  • welche seiner Meinung (und der des Gutachters), ein Grund für die mangelnde Erwärmung sei.

    Die Temperaturen waren währen der Heizperiode zwischen 19-20,5 Grad.


    Einen gewissen Widerspruch zwischen diesen beiden Aussagen merkst du selber... Aber da ja nun eine der angenommenen Ursachen entfernt ist, kann man ja auch erst mal abwarten ob sich der Zustand nicht verbessert. Letztendlich ist die Raumtemperatur ja auch nur ein Anhaltspunkt.

    Letztlich kann man eigentlich nur erst mal raten eher mehr als zu wenig zu heizen, zu lüften und Feuchtigkeit möglichst zu vermeiden. Ich weiß schon das will niemand gerne hören...

    Die neuen Heizkörper haben exakt die gleiche Größe wie die alten.

    Da geht es weniger um die Größe, sondern um die Anzahl der beheizbaren Lagen. Wenn man einfach nur die gleichen Heizkörper wie vorher verbaut hätte, würde das eigentlich keinen Sinn ergeben...

  • Einen gewissen Widerspruch zwischen diesen beiden Aussagen merkst du selber... Aber da ja nun eine der angenommenen Ursachen entfernt ist, kann man ja auch erst mal abwarten ob sich der Zustand nicht verbessert. Letztendlich ist die Raumtemperatur ja auch nur ein Anhaltspunkt.

    Letztlich kann man eigentlich nur erst mal raten eher mehr als zu wenig zu heizen, zu lüften und Feuchtigkeit möglichst zu vermeiden. Ich weiß schon das will niemand gerne hören...

    das machen wir bereits. Am Freitag nun Gespräch mit Mieterschutzbund. Wird allen Anschein vor Gericht ausgetragen. Anstrengend und spannend.


    Da geht es weniger um die Größe, sondern um die Anzahl der beheizbaren Lagen. Wenn man einfach nur die gleichen Heizkörper wie vorher verbaut hätte, würde das eigentlich keinen Sinn ergeben...

    dem ist so? Hmm...die neuen Eigentümer haben in der Tat die gleichen Heizkörper eingebaut und erst Wochen nach dem Schimmel und Gutachten festgestellt, dass sie falsch positioniert sind. Zwei (Im Schlafzimmer und Küche) stehen, oder standen ewig, mitten im Raum und nicht unter dem Fenster.

  • - Aufgrund der Situation empfehlen wir die Wände mit Infrarotplatten zu trocknen und dieAufnahme des Wassers mit einem Bautrockner über einen Zeitraum von ca. 7 Tagen. Danach sollte eine professionelle Schimmeldesinfektion einer Fachfirma erfolgen (Fläche ca. 30m2)

    Wie viel Schimmel ist denn da konkret? Ist da nun schon wirklich der Putz befallen, oder nur oberflächliche schwarze Stellen auf der Tapet z.bsp.... Ich meine eine halbwegs trockene Wand, wie das ja bei euch der Fall ist, mit Infrarotplatten zu bearbeiten kann zwar nichts schaden, hört sich für mich aber erst mal irgendwie übertrieben an.

    Und wo sind die, mitten auf der Wand, oder in der Ecke oder irgendwo im Sockelbereich?

  • Wie viel Schimmel ist denn da konkret? Ist da nun schon wirklich der Putz befallen, oder nur oberflächliche schwarze Stellen auf der Tapet z.bsp.... Ich meine eine halbwegs trockene Wand, wie das ja bei euch der Fall ist, mit Infrarotplatten zu bearbeiten kann zwar nichts schaden, hört sich für mich aber erst mal irgendwie übertrieben an.

    Und wo sind die, mitten auf der Wand, oder in der Ecke oder irgendwo im Sockelbereich?

    Oberflächig an vier Außenwänden wobei die Flecken sich von unten nach oben entwickeln. Großflächig. Ein wenig auch in den Ecken. Wir haben keinerlei Erfahrungspunkte ob es mit Infrarotplatten übertrieben wäre. Eigentümer machen zwei Vorschläge. Entweder wir zahlen die Hälfte der Sanierungskosten oder wir ziehen aus. Letzteres wäre für sie "wünschenswert" aber keine Aufforderung oder Bedingung.

  • Mhh, verstehe, weißt du ob das Haus Wärmegedämmt ist?

    Eigentümer machen zwei Vorschläge. Entweder wir zahlen die Hälfte der Sanierungskosten oder wir ziehen aus.

    Einen Vorschlag kann man ja auch einfach erst mal als das sehen was er ist, ein unverbindliches Angebot.

  • Mhh, verstehe, weißt du ob das Haus Wärmegedämmt ist?

    es ist mir leider nicht bekannt. Ja...es war ein Vorschlag. Wir haben jedoch beides abgelehnt. Wir haben den Umstand der ersten Flecken beim Kauf den neuen Eigentümer nachweislich schriftlich zukommen lassen. Hätten sie nicht aufgrund Instandhaltungspflicht handeln müssen?

  • Hätten sie nicht aufgrund Instandhaltungspflicht handeln müssen?

    Das wäre dann wieder die Frage nach dem Verschulden... ;)

    es ist mir leider nicht bekannt.

    Ok , schade. Ich würde dem Ungemach vielleicht erst mal pragmatisch selber mit entsprechenden Mitteln zu Laibe rücken so lange noch eher oberflächlich. als preiswertes Hausmittel kann man verdünnte Essigessenz nehmen, oder aber es gibt diverse Mittel im Baumarkt meinst auf Chlorbasis...

  • Ok , schade. Ich würde dem Ungemach vielleicht erst mal pragmatisch selber mit entsprechenden Mitteln zu Laibe rücken so lange noch eher oberflächlich. als preiswertes Hausmittel kann man verdünnte Essigessenz nehmen, oder aber es gibt diverse Mittel im Baumarkt meinst auf Chlorbasis...

    wir dachten vielleicht an Isopropanol. Bisher hatten wir in der Tat Essigessenz genutzt. Der Schimmel kann weggewischt werden und ist gar nicht mehr sichtbar. Lassen uns da aber noch beraten- Leider hat meine Frau Asthma und wir befürchten Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

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