Vermieter auf der Seite des Lärmverursachers (Vorsicht lang!)

  • Hallo,

    seit 6 Jahren lebe ich mit meinem Partner in unserer Wohnung. Seit einem Jahr haben wir nun auch einen gemeinsamen Sohn (14 Monate alt).

    Vor knapp 2 Jahren ist in die nur 1 Monate leer stehende Wohnung über uns eine Familie gezogen. Eine Frau mit ihrem Freund und einem damals 2 Monate alten Kind, das heute etwas über 2 Jahre alt ist.
    Zunächst hörten wir nachts nur das stundenlange schreien des Babys, ab und zu auch am Tage und wie die Frau es anbrüllte es soll die "Fresse halten", weil sie schlafen will. Auch haben sich die Frau und ihr Partner angeschrien wer denn nun die Flasche zubereiten gehen soll. Irgendwann hörte man, dass das Baby ins Badezimmer geschoben wurde (Wohl im Bollerwagen).
    Das ist nicht gerade die Art mit einem Baby umzugehen, die ich selbst wählen würde, aber ich dachte mir nicht viel dabei - immerhin kennt man die Hintergründe nicht (Schreibaby, Wochenbettdepression oder oder...).

    Bis dahin fiel die Familie Tagsüber nicht weiter auf. Irgendwann trennte sich das Paar und Frau A. fing an tagsüber so laute Musik zu hören, dass man sie noch im Keller hörte (sie wohnt im 5. OG!) und wir den Text mitschreiben konnten.
    Ich war dann ja im Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft und konnte dadurch feststellen, dass dies jeden Tag über die im Mietvertrag festgelegten RUhezeiten hinaus der Fall war.
    Am Wochenende wurden bis in die frühen Morgenstunden Partys gefeiert. Auf unsere Bitte um etwas mehr Rücksichtnahme und die Musik runter zu drehen, blieb es 2 Wochen lang ruhiger.

    Dann bekam sie einen neuen Freund, der noch 2 weitere Kinder in die Wohnung mitbrachte und an einem Sonntag nachts um 23uhr beschloss seinen Hausstand bis nachts um 2 über zu siedeln und auf zu bauen. Von Da an gab es zusätzlich zu der Musik noch Kindergekreische, Klopfen an der Heizung, Gebrüll durch die Eltern an die Kinder, Und die Kinds tobten den ganzen Tag durch die Wohnung (lautstark). Gut es sind Kinder, dagegen kann man nicht angehen, dachte ich mir. Bat bei sehr lauter Musik weiterhin um Ruhe und wenn die Kinder um 22Uhr immernoch herumrannten, darum, dass sie sich bemühen auch die Kinder ruhig zu beschäftigen (wenn sie schon zu solchen Zeiten noch wach sind). Immerhin hatte ich nun selbst ein Baby, dass durch de Krach mehrmalig geweckt wurde.
    Wir wurden nur noch beleidigt und angebrüllt wir sollen doch ausziehen. Bald wurde under Klingeln einfach überhört. Polizei holen brachte gar nichts ausser der Belustigung unserer Übermieterin. Anzeige konnte nicht entgegengenommen werden wegen fehlender Zeugen (unsere direkten nachbaren haben die Wohnräume am anderen Ende der angrenzenden Wände und die nebenstehende Wohnung der Mieterin über uns steht leer).

    Beschwerden an die Vermietung brachten nur eine Erinnerung an die Hausordnung.

    Ein weiterer Partnerwechsel fand statt. Die Kinder waren weg (außer ihr eigenes). Da dieser Freund Gott sei Dank Arbeit hat wurden zumindest die Partys und die laute Musik in den Abendstunden weniger.
    Nun stehen wir regelmäßig um 4Uhr im Bett, geweckt durch das Quitschen und gegen die Wand klopfen ihres Bettes und lautem Gestöhne (JA die Rede ist von Sex was nichts verbotenes ist aber wenn ich das jedes Mal mit anhören muss, stört es schon sehr). Ausserdem wird nun regelmäßig umgeräumt (so scheint es). Man hört ständig Möbelscharren, die Trampeln wie die Tiere durch die Wohnung oder Toben/Rennen kichernd und kreischend umher.

    Ich bin nun seit 2 Monaten wieder arbeiten. Schichtwechsel, nächtliches Aufstehen, weil mein Kind ab und zu ja auch zahnt und dann oft wach wird wegen Schmerzen, dann die zusätzliche Belastung durch ständiges Poltern, trampeln, TV-Geräusche zu Uhrzeiten die nicht nachvollziehbar sind (Aber nicht einfach nur gemurmel, sondern so das man bei Werbung auch hört welcher Sender läuft) und das geweckt werden durch deren Sexleben.

    Lange Rede kurzer Sinn: Wir wohnen gerade mit Mietminderung um 20%, Lärmprotokolle wurden bereits an die Vermietung und von der Vermietung an die Lärmenden Mieter weiter gegeben. Irgendwas muss diese Mieterin in dem Protokoll so belustigt haben (weis auch nicht was - vielleicht das wir sogar Warnsignale des PCs und SMS-Klingeltöne hören), dass sogar die Vertretung der Vermietung im Büro nun sagte "Die Frau (ich) muss ja richtig verbittert sein wenn die sowas schreibt" (das ist zumindest die Aussage der Mieterin über uns gewesen). Durch diesen Satz fühlt sie sich nun im Recht und ändert natürlich GAR NICHTS daran.

    Ich höre mich vielleicht wirklich an als würde ich jede Stecknadel zählen die fällt. Das ist aber nicht der Fall. Ich bin einfach so gestresst. Seit sie die Lärmprotokolle gelesen hat haben wir nun auch regelmäßig gekaute KAugummis im Briefkasten.
    Ich fühle mich von meinem Vermieter im Stich gelassen. Weil sich die Lärmverursacherin über einen Eintrag beschwert den sie lächerlich findet, wird nun alles andere was gravierend ist übergangen.

    Ich weis das gegen Kinderlärm nichts gemacht werden kann, selbst wenn das Kind von den Eltern nicht zur Rücksichtnahme erzogen wird und gegen heizungen klopfen, Spielzeug auf dem Boden hämmern und von morgens bis abends in der Wohnung hin und her rennt, so das es klingt wie wenn man unter einer Trabrennbahn wohnt.
    Ich habe ja selber ein kind, versuche aber Dinge zu unterbinden die evtl störend für Mitmieter sein könnten. Und selbst verhalte ich mich ebenso rücksichtsvoll. Halte mich an die Ruhezeiten und wenn ich arbeiten gehe ist sogar unser Hund woanders untergebracht weil ich nicht beeinflussen kann, wenn dieser herumbellt (obwohl er das im Allgemeinen nicht tut).

    So! Ich habe jetzt doch ganz schön viel geschrieben! Ich weis einfach nciht was ich noch tun kann. Ich bin am Ende. Finanziell können wir keinen Wohnortwechsel durchführen, weil ich nur noch in Teilzeit arbeite seit ich aus der Elternzeit raus bin und mein Mann auch nicht viel mehr verdient. Da die Mietspiegel gerade wieder gestiegen sind, ist es ziemlich schwierig, zumal nicht gesagt ist, das derartige Probleme nicht mehr auftreten wenn wir umziehen.

    Was kann ich denn noch tun? Mein Sohn leidet ebenso an der SItuation. Das Einschlafen am Abend ist sehr schwierig für ihn, weil er immer wieder hochschreckt wenn über uns wieder irgendetwas plötzlich laute Geräusche verursacht. Es ist eigentlich nur ruhig, wenn die Mieter über uns abwesend sind.

    So. Ich hoffe ich stoße hier nicht nur auf unverständnis. Ich fordere ja nicht, das die sich nicht mehr bewegen sollen oder auf zehenspitzen durch die Wohnung laufen sollen oder gar ihr Liebesleben abstellen sollen. Aber Rücksichtnahme wäre ganz nett.

    So jetzt aber:
    Liebe Grüße
    laelia

  • Zum Nachbarsschftskrieg wurde ich nicht ausgebildet und sehe mich außerstande einen vernünftigen Beitrag zu leisten. Hier tagt kein Gericht und Einlassungen Ihres Kontrahenten sind nicht möglich.

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