Mietvertrag - Vermieter Fragen - Datenschutz

  • Liebe "Mitmieter",

    toll, dass es so ein Forum gibt... manchmal helfen Erfahrungen anderer einem schon weiter.

    Wir (2 Personen) haben vor, eine DHH anzumieten. Letzten Freitag konnten wir sie besichtigen und wir waren sehr angetan.

    Da der Andrang zu dieser Immobilie sehr hoch war, machte der Vermieter den Eindruck, er würde sich dann über das Wochenende hin entscheiden und sich Anfang dieser Woche melden.

    Nun war es so, dass er bereits samstags um 9 Uhr (also am nächsten Tag) bei uns anrief und eine Entscheidung wollte. Da bezahlbarer Wohnraum natürlich auch auf dem Land Mangelware ist, haben wir zugesagt. Der Vermieter machte mir am Telefon höflich, aber bestimmend klar, dass er eine feste Entscheidung möchte und als Anzahlung auf die Kaution auch gleich € 1.000.- in bar möchte, damit wir ihm nicht mehr abspringen. Auch das habe ich gerade noch so verstanden...

    Da er bei uns in der Nähe war, wollte er sogar vorbei kommen - das konnte ich aber noch abwenden und konnte dann mit ihm so verbleiben, dass wir nachmittags zu ihm gefahren sind.

    Nun ein paar Infos zu dem Termin:

    Man muss wissen, der Vermieter ist ein ortsbekannter Herr, ziemlich vermögend und vermietet mehrere Sachen. Er ist Ü70 und nimmt alles sehr genau.

    Jedoch war mir das Gespräch alles etwas zu genau: Er wollte Sachen über unsere Familien wissen, wie lange wir in den Betrieben schon arbeiten, was dort unser Tätigkeitsfeld ist, ob Kinder geplant sind, er betonte, dass wir nicht verheiratet sind (aber 10 Jahre zusammen), er ging detailliert die Lohnabrechnungen durch, fragte nach Freibeträgen bei meinem Lebensgefährten, fragte wo meine Eltern genau wohnen u.v.m. (Ich möchte Euch jetzt nicht vollschwallen...)

    Ich sollte auch betonen, dass er bereits beim Besichtigungstermin eine Selbstauskunft nebst Gehaltsnachweise verlangte!

    Und es kennt sicher jeder das Gefühl: Man weiß, dass man auf gewisse Dinge nicht antworten muss, aber jeder weiß: Verweigert man die Aussage, kommt eine ungute Stimmung auf und die Chance, die Immobilie zu bekommen, ist gleich Null!

    Als ich am Ende des Treffens am Samstag gefragt hatte, wann wir denn dann nun den Mietvertrag unterschreiben würden, entgegnete er mir, dass er ihn herrichten werde. Unser Problem ist jedoch: Wir müssen bis Ende November die laufende Wohnung kündigen!

    Ich habe ihm dann auch gesagt, dass ich schon gerne den unterschriebenen Mietvertrag hätte. Daraufhin kam folgender Satz, den ich nie vergessen werde: "Der Mietvertrag ist mündlich geschlossen, Sie können schon kündigen! Also ein bisschen Vertrauen muss schon da sein... aber das liegt sicher an Ihrem Beruf!" (Ich bin Rechtsanwaltsfachangestellte...)

    Wie seht Ihr die ganze Sache?

    Es kündigt doch kein Mensch seine Wohnung, wenn er noch keinen Mietvertrag in Händen hält. Mündlicher Vertrag hin oder her - am Ende hab ich nichts in Händen!

    Heute ist übrigens Dienstag, 24.11.2020, und der Vermieter hat sich noch immer nicht zur Unterzeichnung gemeldet.

    Es ärgert mich etwas, dass wir ihm so "in den Hintern gekrochen sind" - es war fast wie in einem Vorstellungsgespräch: Einfach alles bejahen und lächeln, Hauptsache man bekommt die Bude... :(

    Am Ende des Treffens ist er sogar mit zum Auto gegangen und hat geschaut, was wir für ein Auto fahren. Ich finde das alles einen unwahrscheinlichen Eingriff in meine Privatsphäre.

    Auch der Hinweis an meinen Lebensgefährten, sollte einmal Nachwuchs kommen: "... da kann man ja mal beim Chef die Hände aufhalten, dass man jetzt mehr Geld braucht..."

    Zu Corona-Zeiten kann man froh sein, überhaupt einen Job zu haben... ich bin verärgert.

    Seid mir nicht böse, dass es so lange geworden ist, aber man muss das Ganze wissen, um es zu verstehen...

    Euch eine schöne Woche - bleibt gesund!

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