Nachbar/ sein Besuch hält sich nicht an die Hausordnung

  • Liebe Foristen,

    ich bin verzweifelt und so langsam weiß ich nicht mehr was ich noch tun soll.

    Mein Nachbar ist ein älterer Herr. Er ist mit einer Frau aus der Nachbarschaft befreundet, deren Kinder er Tag ein Tag aus einhütet. Dieses Kind ist immer präsent und sehr laut. Damit haben wir uns allerdings schon mehr oder weniger abgefunden. Das Hauptproblem ist, dass mein Nachbar kein Rückgrat hat und sich von seiner Freundin extrem beeinflussen lässt. Bei denen ist jeden Tag volle Bude und die machen was sie wollen. Jetzt im Sommer ist es besonders schlimm. Es wird weder die Mittagsruhe eingehalten (da wird auch gerne mal Fleisch platt gekloppt), ihr Sohn parkt sein Fahrrad vor meinem Keller, wo ich mit meinem Fahrrad kaum noch raus komme, er baut einfach mal eine Satellitenschüssel vor mein Fenster ohne zu fragen und das Schlimmste ist das ständige Grillen. Das hat das Fass jetzt auch zum Überlaufen gebracht. Wie wir alle wissen, ist dieser Sommer sehr heiß und ich habe ein Recht darauf die Fenster in meiner Wohnung wann ich will auf zu haben, um zu lüften. Genauso möchte ich meine Wäsche bei dem Wetter auch gerne auf den Balkon stellen oder einfach nur dort sitzen. Das wird mir in der Regel aber verwehrt. Es reicht nicht, dass diese Menschen sich nicht in einer vernünftigen Lautstärke unterhalten können, nein, es wird schön mit Holzkohle gegrillt und alle Mieter des Hauses müssen ihre Wäsche reinstellen und alle Fenster schließen, weil die Herrschaften sich nicht an Regeln halten können. Das zieht nämlich alles schön in die Wohnungen. In unserer Hausordnung steht klipp und klar beschrieben, dass es verboten ist. Heute kommen wir vom Einkaufen nach Hause und im Flur hängt ein Zettel, dass die heute grillen und das mit der Verwaltung abgesprochen sei. Ärgerlich, dass heute Samstag ist und ich niemanden von der Verwaltung erreichen kann, weil ich denen gerne mal schildern würde was hier los.

    Ich hatte vor einer Weile mit meinem Nachbarn gesprochen und eigentlich haben wir friedlich miteinander ausgemacht, dass da nicht mehr gegrillt wird. Seine Freundin, die da aber ständig mit ihren Kindern und ihren ganzen Freunden abhängt, hat sich dann eingemischt. Noch dazu hat die Frau ein dezentes Aggressionsproblem und hat meinen Nachbarn aufgehetzt. Sie hat mir vorgeworfen, dass ich übertreibe und nur nicht will, dass die grillen, weil ich Vegetarierin bin und ich solle mich nicht so anstellen. Ich entgegnete ihr nur, dass das für mich aber schlimm ist, ich aber nicht mit ihr diskutiere, sie wohne hier schließlich gar nicht. Daraufhin fing sie an in der Wohnung von meinem Nachbarn mit den Türen zu knallen und zu wüten. Ich habe gehört, wie sie auf der Terrasse zu ihm gesagt hat, dass er mal abwarten soll, ich werde schon noch sehen. Sie hat ihn richtig aufgehetzt.

    Die Frage ist, wie sind da meine Rechte? Was mache ich, wenn die Verwaltung denen das wirklich erlaubt hat? Und was kann ich unternehmen, wenn die Verwaltung nichts gegen die tut, nachdem ich mich beschwert habe? Das Hauptproblem ist tatsächlich nicht mein Nachbar, sondern sein Besuch und ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll. Auf der einen Seite wollte ich ihm das ersparen, dass ich zur Verwaltung renne, aber ich kann mir das auch nicht länger gefallen lassen. Vielleicht hat hier ja jemand einen Rat für mich.

    Liebe Grüße aus Hamburg

  • Ein Protokoll mit allen Störungen durch den Nachbarn schreiben und der Verwaltung schicken. Den Kinderlärm aber nicht erwähnen, denn der wird mittlerweile höchstrichterlich geduldet. Gleichzeitig ankündigen, dass man die Miete so lange um xx% mindern wird, bisdie Belästigungen aufgehört haben.

    Die Minderung der Miete sollte man aber nur nach einer Beratung bei einem Anwalt für Mietrecht oder dem örtlichen Mieterverein vornehmen.

  • Du kannst den Vermieter auf das Einwirken auf die anderen Mieter verklagen.

    Mietminderung muss man vorsichtig sein, mir ist noch kein Urteil bekannt, wo in solchen Fällen eine Mietminderung bejaht worden ist. Bei dir ist das aber auch sehr häufig und es treten noch andere Sachen hinzu. Aber selbst wenn eine Mietminderung angenommen werden würde, würde die sehr gering ausfallen.

    Gegen die Mieter selbst kannst du nicht vorgehen, das bleibt dem Vermieter überlassen.

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