Abrechnung sehr erhöhter Nebenkosten durch Vermietung an sehr viele kurzzeitige Mieter

  • Hallo Zusammen,

    vielen Dank dass ich hier eine Frage stellen kann.

    Habe in den AGB's hier gelesen, man soll keine Namen nennen, dann mach ich das mal unhöflicherweise nicht.

    Folgender Fall:

    Das Mehrparteien -Mietshaus, in dem ich wohne, wurde vor ein Paar Monaten verkauft , somit neue Eigentümer.

    Es sind ursprünglich 8 Wohnungen unterschiedlicher Größen.

    Zwei davon sind nun umgebaut worden zu Einzelzimmervermietung- also stehen z.B. in den Wohnungen nun je 12 bis 15 Betten, die auch relativ ausgereizt werden.

    Der Vermieter berechnet pro Woche von jeder Einzelperson dieser " Monteurs" oder wie auch immer man sie nennen kann - Zimmer eine feste Pauschale, all incl.

    Nun meine Frage dazu: Es wird mit Sicherheit eine sehr viel höhere Nebenkostenabrechnung kommen im nächsten Jahr, da ja bisher max. 2 bis 4 Leute pro Wohnung waren.

    Ist ja dann viel mehr Wasserverbrauch und Heizungskosten?

    Ist das nicht schon gewerbliche Nutzung?

    Darf der Vermieter diese Wohnungen einfach wie andere Wohnungen mit wesentlich weniger Mietern per qm abrechnen?

    Wir haben in jeder Wohnung einen Zähler für Wärme und Wasser, dennoch wird 70:30 abgerechnet. Kann man da was tun?

    Freue mich auf Antwort und sorry wenn es etwas viel Text ist.

    Beste Grüße_RT :)

    3 Mal editiert, zuletzt von Ricardo_Tubbs (12. Juni 2018 um 16:39)

  • Wir haben in jeder Wohnung einen Zähler für Wärme und Wasser, dennoch wird 70:30 abgerechnet. Kann man da was tun?

    Das klingt danach, dass hier nach der Heizkostenverordnung (Gesetz!) abgerechnet wird. Und das ist korrekt. Was also soll eine höhere Nebenkostenabrechnung verursachen? Klär mich bitte auf!

  • Selbst wenn der Vermieter Wohnungen umbaut, dann ändert sich die Gesamtwohnfläche doch nicht, welche der Heizkostenabrechnung zu Grunde liegt. Selbst dann nicht, wenn einzelne Wohnungen pauschal oder nach m² abgerechnet werden.

    Ist ja dann viel mehr Wasserverbrauch und Heizungskosten?

    Durchaus möglich, allerdings sollte man bedenken, dass diese Monteurzimmer an den Wochenenden in der Regel leer sein dürften.

    Selbst wenn sich die Gesamtkosten des Objektes erhöhen, erhöhen sich nicht automatisch deine Kosten. Du hast sicher Wasseruhren und Heizkostenverteiler.

    Verbrauchskosten und abgelesene Einheiten steigen proportional an, d.h. steigen Verbrauchskosten, steigen auch die Gesamteinheiten, so dass sich für dich gar nichts ändert.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Danke für Eure Antworten,

    evtl habe ich mich etwas ungünstig ausgedrückt, die Zimmer werden 7 Tage- weise vermietet, d. h. es ist anders gar nicht möglich ...

    Somit sind in einer 110 qm Wohnung ca. 12 Leute und in einer ähnlich großen 15 Leute, die ja alle Wasser und Hezung verbrauchen. Zudem machen Sie eine Riesen Sauerei im Müllbereich, werfen Restmüll in die Papiertonnen und verursachen proportional natürlich höheren Müll.

    Da die Zimmer pro Woche einen festen Betrag haben mit dem alles abgegolten ist, befürchte ich dass die restlichen Mieter die Zeche zahlen, wenn die Nebenkosten am Abrechnungsende explodieren.

    Kann man diese Einzelzimmer- Vermietung nicht als Gewerbeflächen verstehen?

    Sorry aber das verstehe ich nicht: Wenn Verbrauchskosten proportional steigen durch den logischen Mehrverbrauch von 12 Leuten unter der Dusche im Gegensatz zu 2 oder 4 Leuten die duschen in einer Wohnung, dann verändern sich doch die qm der Nutzungsfläche nicht - denn es wird alles zusammengerechnet und mit 70 : 30 Schlüssel abgerechnet. Es wird ja nicht nach den Zähelrn in den Wohnungen abgerechnet, sondern Gesamtverbrauch : Schlüssel ...das ist ja das Problem.

  • Der Vermieter bekommt normalerweise für eine Wohnung in dieser Größe ca. 600 €

    Der Preis für ein 12 qm Zimmer ist 100 € / Woche plus Endreinigungspauschale

    Somit ca. 400 € pro Person pro Monat.

    Sind voll belegt 4800 € für eine ursprünglich für 600 € vermietete Wohnung.

    Natürlich ist auch mal leicht weniger belegt, zwei Drittel der Zimmer aber permanent vermietet.

    Verständlich, dass diese Mieter, die ja ständig wechseln und meist nach kurzer Mietzeit wieder weg sind,

    keine Rücksicht auf Kosten nehmen, was Heizung Müll usw. betrifft.

    Fände es nur äusserst ungerecht wenn die Dauermieter das mitfinanzieren müssen.

    Es sind nicht nur Monteure, es mieten auch andere die Wohnung an, und wie gesagt, es gibt keinen Ausgleich oder Kostenentlastung durch leerstehende Wohnungen dann am Wochenende.

    3 Mal editiert, zuletzt von Ricardo_Tubbs (12. Juni 2018 um 17:45)

  • Sorry aber das verstehe ich nicht: Wenn Verbrauchskosten proportional steigen durch den logischen Mehrverbrauch von 12 Leuten unter der Dusche im Gegensatz zu 2 oder 4 Leuten die duschen in einer Wohnung, dann verändern sich doch die qm der Nutzungsfläche nicht

    Aber der Preis pro m³-Kaltwasser oder Warmwasser. Je höher die Abnahmemenge, desto niedriger wird der Preis pro m³.

    Schwer zu erklären, ist aber so.

    Es geht hier nicht um die 30%, die nach Wohnfläche umgelegt werden, sondern die 70% die nach Verbrauch erfolgen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo!

    Es wird ja nicht nach den Zähelrn in den Wohnungen abgerechnet, sondern Gesamtverbrauch

    Bei Funk- Ablesesystemen bekommst Du in der Regel nicht mit,

    dass sie abgelesen werden. Diese Funkzähler gibt es inzwischen auch bei

    Wasserzählern verschiedentlich. Wäre also zu klären, welcher Art deine

    Zähler sind und wie das auf der Heizkostenabrechnung präzise ausgewiesen

    wird.

    Gruß



  • Aber der Preis pro m³-Kaltwasser oder Warmwasser. Je höher die Abnahmemenge, desto niedriger wird der Preis pro m³.

    Schwer zu erklären, ist aber so.

    Es geht hier nicht um die 30%, die nach Wohnfläche umgelegt werden, sondern die 70% die nach Verbrauch erfolgen.

    Danke für Eure Antworten :)

    Aber selbst, wenn das so ist, wer sagt dass der Vermieter den dadurch günstigeren Preis an den Mieter weitergibt? Wohl eher unwahrscheinlich.

    Und je mehr Wasserabnahme, respektive Verbrauch, desto mehr Kosten widerum durch entstehendes Abwasser...ist das kalkulatorisch nicht unwirtschaftlicher?:/

    Die Zähler werden ja einmal pro Jahr abgelesen, da kommt einer von xxxxxx, oder xxxxx...dann müssten ja die 70 % von 100 meine direkten Ablesewerte sein und die anderen 30 % von 100 wären dann Verteilerschlüssel Gesamtfläche: Quadratmeter , Irgendwie sind NK Abrechnungen echt kompliziert...?(

    Bitte keine Firmennamen nennen, gelöscht!

    Grace

    Einmal editiert, zuletzt von Ricardo_Tubbs (12. Juni 2018 um 19:22)

  • Aber selbst, wenn das so ist, wer sagt dass der Vermieter den dadurch günstigeren Preis an den Mieter weitergibt? Wohl eher unwahrscheinlich.

    Du hast das Recht auf Belegeinsicht, bzw. siehst du in der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung diese Kosten. Gibt der Vermieter diesen günstigen Preis nicht weiter, könnte man ggfs. von Betrug sprechen. Davon würde ich jetzt also mal nicht ausgehen.

    Und je mehr Wasserabnahme, respektive Verbrauch, desto mehr Kosten widerum durch entstehendes Abwasser...ist das kalkulatorisch nicht unwirtschaftlicher?

    Und auch diese Kosten verteilen sich auf alle Mieter. Einen wirklichen Preissprung dürfte es hier auch nicht geben.

    Die Zähler werden ja einmal pro Jahr abgelesen, da kommt einer von xxxxxx, oder xxxxx...dann müssten ja die 70 % von 100 meine direkten Ablesewerte sein und die anderen 30 % von 100 wären dann Verteilerschlüssel Gesamtfläche: Quadratmeter

    Nein, so ist es nicht.

    Der Versorger (Fernwärme, Warmwasser) stellt eine Gesamtrechnung für das gesamte Haus über X kWh und Y EUR.

    Diese Gesamtkosten werden dann im Verhältnis 30/70 umgelegt.

    Ich hole mal etwas aus...

    Als Beispiel:

    Ein Haus hat eine Gesamtwohnfläche von 1.000m² und deine Wohnung ist 50 m² groß.

    Der Versorger stellt eine Jahresgesamtrechnung über 5.000 €

    30% dieser 5.000 € werden nach Wohnfläche umgelegt, d.h.:

    1.500 : 1000 m² * 50m²= 75 €

    Die restlichen 70% (3.500€) werden dann nach allen (alle Wohnungen) abgelesenen Einheiten umgelegt, also nach Verbrauch.

    Angenommen es wurden in allen Wohnungen des Hauses insgesamt 10.000 Einheiten abgelesen und bei Dir 1.000 Einheiten, ergibt sich folgende Rechnung:

    3.500 € : 10.000 Einheiten * 1.000 Einheiten = 350 €

    Und hier erkennt man dann, dass höhere Gesamtkosten des Versorgers (aufgrund eines Mehrverbrauchs durch Handwerkerwohnungen) keine höheren Kosten für Dich zur Folge haben müssen.

    Wenn die Kosten steigen, dann steigen logischerweise auch die Verbrauchseinheit.

    Da komme ich nochmal auf die Beispielrechnung zurück, bei der man die Kosten ja gern mal verdoppeln kann:

    7.000 € : 20.000 Einheiten * 1.000 Einheiten = 350 €

    An deinen Kosten ändert sich also gar nichts. Eher im Gegenteil. Erfahrungsgemäß ist es eher so, dass durch einen Mehrverbrauch des Hauses, die Verbrauchseinheiten mehr steigen, als die Gesamtkosten des Versorgers.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Also ich versteh das einfach nicht. Wenn vorher beispielweise 1500 Einheiten Heizung oder 50 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden und durch 8 Wohnungen ( anteilig qm) geteilt wurden und nun jeweils das Doppelte durch die gleichen Wohnungen und qm , dann hab ich nachher auch doppelt soviel zu zahlen. Wie kann es dann weniger werden?

    Danke für die Unterstützung.

    RT

  • zunächst zum Wasser: Du hast Wasseruhren in der Wohnung, d.h. Du zahlst nur den tatsächlichen Verbrauch. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wenn vorher beispielweise 1500 Einheiten Heizung oder 50 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden und durch 8 Wohnungen ( anteilig qm) geteilt wurden und nun jeweils das Doppelte durch die gleichen Wohnungen und qm , dann hab ich nachher auch doppelt soviel zu zahlen.

    Nochmal. Es zählen die Einheiten des gesamten Hauses und nicht nur die deiner Wohnung.

    Klassische Dreisatzrechnung:

    Gesamtkosten : Gesamteinheiten des Hauses * Einheiten deiner Wohnung = deine Kosten.

    Wenn sich die Gesamtkosten des Hauses verdoppeln, dann werden sich auch die Gesamteinheiten des Hauses verdoppeln.

    Dein persönlicher Verbrauch wird sich nicht ändern, sondern nur der Verbrauch der Monteurwohnung.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Vielen Dank für Deine Ausführung, bin ein schwieriges Forenmitglied :)

    Ok, dann hab ich es wohl doch noch so weit gecheckt - ich zahle im Endeffekt die Heiz - und Wasserkosten die bei mir auf der Uhr stehen zum Anteil 70 % und die anderen 30 % der Gesamtkosten abzüglich meiner und jeden anderen im Hause 70 %iger Kosten...

    Ich kann also den Dreisatz so übernehmen wie Du es beschrieben hast , GK geteilt durch Gesamteinheiten des Hauses mal Einheiten meiner Wohnung...

    Aber zumindest auf die 30 % die nach Grundkosten abgerechnet werden, habe ich keinen Einfluß , und hier liegt dann wohl auch das Problem.

    Wenn ich versuche so günstig und sparsam wie möglich mit Heizung und Wasser handzuhaben, dann muss ich dennoch die verschwenderischen Leute im Haus mit tragen....:/

  • Wenn ich versuche so günstig und sparsam wie möglich mit Heizung und Wasser handzuhaben, dann muss ich dennoch die verschwenderischen Leute im Haus mit tragen....

    Korrekt, das ist aber nun mal das Problem in Mehrfamilienhäusern. Eine wirklich gerechte Abrechnung bekommt man da nie hin.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • gibt es da ne imaginäre Grenze oder Prozentzahl, bis wieviel man das hinnehmen muss?

    Nö, so etwas gibt es nicht! Aber warte doch mal die nächste Abrechnung ab und vergleiche mit älteren, dann hast du was in Hand und musst nicht über Vermutungen sinnieren.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!