Diverse Probleme beim Auszug mit dem Vermieter

  • Hallo Zusammen,

    ich hab derzeit ein Problem am laufen, um jedoch vorab ein paar Informationen zu liefern:

    Ich hab in einem Reihenhaus mit 3 anderen WG-Bewohnern gewohnt. Jeder von uns hat sein eigenen Mietvertrag für sein Zimmer erhalten.

    Mit dem Vermieter haben wir vereinbart, dass jeder bei Mietende 200 Euro Pauschal für Renovierungen bezahlt. Im Mietvertrag steht es im Worlaut unter :" Als Ausgleich für Renovierungsarbeiten zahlt der Mieter bei Mietende einmal 200,- Euro." geschrieben.

    Zusätzlich steht im Mietvertrag geschrieben, dass die Mietsache im "...sauberen Zustand..." zurückgegeben werden soll.

    Aufgrund der Pauschale haben wir im gesamten Haus keine Löcher gestopft, Wände gestrichen/tapeziert oder sonstige Reparaturen unternommen, da es für uns unter Renovierungsarbeiten fiel. Die erste Frage ist nun, ob das so in Ordnung und rechtens war wie wir gehandelt haben.

    Die Zweite Sache ist, dass der Vermieter sich enorm darüber aufgeregt hat wie dreckig die Wohnung ist. Um es vorab zu klären, wir haben vor Auszug das Haus komplett durchgesaugt und die Sanitären Einrichtungen + Küche geputzt. Wie sauber heißt sauberer Zustand denn, der Vermieter hatte bemängelt, dass auf der Heizung noch Staub zu finden war und das die Dunstabzugshaube zu fettig ist.

    Auf jeden Fall will der Vermieter deshalb erstmal unsere Kaution einbehalten und meinte bei der Übergabe, dass man das ganze Haus Grundsanieren müsse. Da so etwas bei uns noch nie vorgekommen ist, wissen wir leider nicht wie das ganze nun weiter abläuft.

    Wie lange darf der Vermieter die Kaution einbehalten?

    Sollte er Reparaturen im Haus vornehmen, muss er es uns vorher ankündigen und uns ein Kostenvoranschlag bereitstellen?

    Haben wir das Recht darauf, Renovierungen selber durchzuführen ( Löcher stopfen, Wände streichen...)?

    Es tut mir Leid, dass ich/wir so unwissend an das alles grad rangehen. Ich hoffe, dass wir hier vielleicht ein paar brauchbare Ratschläge bekommen bevor wir im schlimmsten Fall zum Anwalt gehen.

    Vielen Dank schon mal für jede Hilfe die wir bekommen.

    Viele Grüße

    Fritzei

  • Mit dem Vermieter haben wir vereinbart, dass jeder bei Mietende 200 Euro Pauschal für Renovierungen bezahlt. Im Mietvertrag steht es im Worlaut unter :" Als Ausgleich für Renovierungsarbeiten zahlt der Mieter bei Mietende einmal 200,- Euro." geschrieben.

    Das ist jetzt die entscheidende Frage. Ob diese Regelung als AGB zu verstehen ist oder nicht. Hier ist schön erklärt, wie man das abgrenzt - Schönheitsreparaturen als Individualvereinbarung

    Falls es eine AGB ist, ist diese unwirksam, der Vermieter muss die Renovierungsarbeiten selbstständig durchführen und ihr müsst keine 200€ dafür zahlen.

    Falls es eine Individualabrede sein sollte, so scheint mir nichts gegen die Wirksamkeit zu widersprechen. 200€ für eine gesamte Renovierung ist sogar ziemlich billig (selbst 600€ insgesamt sind wenig), wenn ich daran denke wie teuer sowas sein kann für ne ganze Wohnung, wenn man es fachmännisch erledigen lässt. Daher hättet ihr auch nicht das Recht einer Selbstvornahme. Ein Kostenvoranschlag muss er auch nicht erstellen, da ihr eine pauschale bezahlt habt.

    Wie sauber heißt sauberer Zustand denn, der Vermieter hatte bemängelt, dass auf der Heizung noch Staub zu finden war und das die Dunstabzugshaube zu fettig ist.

    OH MEIN GOTT! Das natürlich berechtigt zur kompletten Grundsanierung auf eure Kosten. Staub in der Wohnung und Fett in der Küche, wie schrecklich, quasi wart ihr also Mietnomaden. Habt ihr glück, dass das Gesundheitsamt nicht aktiv geworden ist.

    Sauber würde ich hier mit den Begriff Besenrein gleichsetzen, das erfordert keine umfangreiche Putzarbeiten und die angeführten Mängel sind lachhaft in meinen Augen. Selbst wenn nicht, dann rechtfertigt das in keinster Weise die Zurückhaltung der gesamten Kaution. Zudem müsste er euch hier auch eine Frist zur Abhilfe gesetzt haben.

    Gibt es ein Übergabeprotokoll, habt ihr Fotos gemacht?

    Meine Vermutung ist einfach, das der Vermieter sieht, dass die 600€ seine Kosten nicht decken und darum zusätzlich die Kaution nutzen will.

    Mein Rat: Zu dritt von einen Anwalt beraten lassen um zu klären, ob es eine Individualvereinbarung ist. Da kann man ja auch fragen, wie der Begriff "sauber" auszulegen ist, wie besenrein oder die Sauberkeit wie in einem OP erforderlich ist.

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