Ist die Mitgliedschaft in einem Mieterverein empfehlenswert und in welchem?

  • Wir sind Mieter von einer Wohnung in einem 19-Familien-Doppelhaus mit unterschiedlichen Eigentümern, die teilweise selbst dort wohnen, aber die Mehrzahl haben vermietet. Es gibt Probleme mit der Hausverwaltung, die ihre Aufgaben und Pflichtet unbefriedigend wahrnimmt und mangelndes Engagement und Kosten-/Verantwortungsbewußtsein an den Tag legt.

    Manchen Eigentümern, die vermietete haben, ist es egal, da sie überhöhte Gemeinkosten eh auf die Mieter abwälzen. Andere Eigentümer wohnen weit weg, teilweise im Ausland, und bekommen Unregelmäßigkeiten seitens der Hausverwaltung gar nicht so richtig mit, oder es ist für sie Peanuts. Hauptsache sie haben ihre Ruhe und die Miete kommt rein.

    Ich habe vor eine Interessensgemeinschaft der Mieter und Bewohner bzw. ggf. auch Eigentümer ins Leben zu rufen, die der Hausverwaltung Dampf macht und vor allem auf die Finger schaut.

    Wäre bei diesem Vorhaben meine Mitgliedschaft in einem Mieterverein sinnvoll und von Vorteil. Und falls ja, wo empfehlenswerter, der Mieterschutzbund oder der Mieterverein. Die Kosten sind ähnlich, aber wie ist die Leistung? Wir sind unmittelbar an der nördlichen Stadtgrenze xxxxx von , aber gehören zum xxxxx. Wir möchten aber auf keinen Fall von xxxxx aus betreut werden, da sehr viel weiter entfernt, als xxxxx.

    Aus Datenschutzgründen und zum Schutz des

    Themenerstellers Ortsangaben entfernt. Für

    Hilfestellung unerheblich

    Grace

  • Hallo,

    nein, nein und nochmals nein.

    Bessere Variante, eine Rechtschutzversicherung ink. Mietrechtschutz und dann gleich zu einem Fachjuristen.

    Gruß

    BHSHuber

  • Mieterschutzbund und Mieterverein sind das selbe, haben halt nur unterschiedliche Namen.

    Beides sind Interessenvertretungen für den Mieter. Über die Kompetenzen lässt sich streiten. Das hängt von dem Wohnort ab.

    Diese Vereine haben zwar in der Regel auch Anwälte beschäftigt, allerdings hat du keinen Anspruch darauf, von diesem beraten zu werden.

    Nach meiner Erfahrungen kann es schon mal mal sein, dass sich ein unerfahrener Sachbearbeiter um dich kümmert.

    Dann lieber so machen, wie BHShuber vorgeschlagen hat.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich habe vor eine Interessensgemeinschaft der Mieter und Bewohner bzw. ggf. auch Eigentümer ins Leben zu rufen, die der Hausverwaltung Dampf macht und vor allem auf die Finger schaut.

    Ähm, mal grundsätzlich, Einigkeit, sagt der Volksmund, macht ja angeblich stark. In dem Fall mit div. Eigentümer und Mietern, die noch dazu teilweise gar nicht anwesend sind, stelle ich mir die Frage, ob ihr da wirklich ein gemeinsame Position über die meisten Streitpunkte entwickeln könnt.

    Wenn es dir vor allem um die Aufteilung der Kosten im Streitfall geht, schließe lieber eine Rechtschutzversicherung ab. Das dürfte sinnvoller sein als der organisatorische Aufwand mit einem dutzend Leuten, weil das Treppenhaus vieleicht nicht dolle sauber gemacht wird.

    Im grund kannst du im Normalfall nämlich auch mit 12 Leuten kaum was anderes durchsetzen als alleine.

  • Diese Vereine haben zwar in der Regel auch Juristen beschäftigt, allerdings hat du keinen Anspruch darauf, von diesem beraten zu werden.


    Nach meiner Erfahrungen kann es schon mal mal sein, dass sich ein unerfahrener Sachbearbeiter um dich kümmert.

    Da muss ich nun eingreifen! :) Alle 320 Mietervereine des deutsches Mieterbunds

    werden von Juristen begleitet: Ihr Mieterverein vor Ort

    Als Mitglied erhält man eine kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt.

    Inklusive einer Rechtsschutzversicherung, wird mit angeboten. Diese Versicherung

    ist belastbarer, als freie Rechtsschutzversicherungen.

    Den Sachbearbeitern in den Vereinen ist strikt untersagt Rechtsauskünfte zu geben.

    Man zahlt nur einen monatlichen Beitrag, oder Jahresbeitrag inklusive Versicherung.

    Vor der Anmeldung zur Mitgliedschaft kann man in dem Mietverein nachfragen,

    welcher Jurist den jeweiligen Mietverein begleitet.

    Eine freie Rechtsschutzversicherung hat den Nachteil, dass die meist nach dem ersten

    Schaden, wenn eine Rechtsberatung fällig wird, die Versicherung gekündigt wird.

    Wenn Jemand einen schwierigen Vermieter hat, ist er nach dem zweiten Schadensfall

    draußen und kann sich eine neue Versicherung suchen, je nach Versicherung.

    Hier als Beispiel Mieterverein Stuttgart setzt sich für Mieter ein.



  • Mhh, Stichwort Mieterverein.

    Nach meiner Erfahrung fällt der Mieterverein eigentlich hauptsächlich dadurch auf, das er großteils recht sinnbefreite Schriftstücke vorlegt, und zu Gerichtsterminen entweder nicht erscheint, oder Vertreter schickt die zu dem Sachverhalt gar nichts sagen können. Ok, das ist nun kein Vorrecht des Mietervereins, aber ein bezahlter Anwalt ist bislang wenigsten erschienen, und bezieht sich normalerweise auch auf den konkreten Sachverhalt.

    Bei vielen Schreiben vom MV. frage ich mich ernstahft, ob das nicht vorformulierte Schriftstücke sind, in die man nur noch die Namen einsetzt?

    Hat da jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Einmal editiert, zuletzt von AJ1900 (2. Mai 2018 um 12:43)

  • :) Ich halte es aus bestimmten Gründen nicht für sinnvoll die Mietervereine

    des deutschen Mieterbundes im Grundsatz herabzusetzen. Denn sie leisten

    sehr gute Arbeit, wie man am Mietverein Stuttgart sieht, wenn man meinen

    Link anklickt.

    Deine Erfahrungen in Ehren, ;) ich kenne deine Gegend nicht, aber man sollte

    schon genauer hinsehen und man kann beim jeweiligen Mietverein vor

    Beantragung der Mitgliedschaft auch Fragen stellen.



  • ch halte es aus bestimmten Gründen nicht für sinnvoll die Mietervereine

    des deutschen Mieterbundes im Grundsatz herabzusetzen.

    Ich auch nicht, ich wundere mich immer nur. Ich kann ja auch nur aus meiner beschränkten Erfahrungen berichten, in Berlin halt. Deshalb würde ich halt gerne mal wissen ob das nur mir so geht, oder ob andere auch diese Erfahrung gemacht haben?

  • Ich auch nicht, ich wundere mich immer nur. Ich kann ja auch nur aus meiner beschränkten Erfahrungen berichten, in Berlin halt. Deshalb würde ich halt gerne mal wissen ob das nur mir so geht, oder ob andere auch diese Erfahrung gemacht haben?

    Vielleicht hier mal eine grundsätzliche Klärung, denn in Berlin sitzt der

    Berliner Mieterverein e. V. Landesverband im Deutschen Mieterbund

    Der Landesverband hat Juristen und wird auch von ihnen begleitet.
    Aber dieser Landeverband hat auch Außenbezirke und hier unterstützen

    auch Ehrenamtliche. Berlin ist aufgrund seiner Struktur, weil sehr groß,

    nicht anders zu stemmen und auch sonst Stadt für sich.

    Hier mag die Problematik für Berlin liegen! Aber auch solche Ehrenamtler

    werden oft in ihren Sprechstunden von Juristen begleitet. Einfach

    nachfragen und wenn was nicht klappt beim Landesverband Beschwerde.



  • Als Mitglied erhält man eine kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt.

    Aber eben nicht automatisch. Beispiel Betriebskostenabrechnung: Hat man dort einen Widerspruch über einen Mieterverein laufen, dann kümmern sich die Sachbearbeiter um die Beantwortung.

    Ein Rechtsanwalt wird erst dann eingeschalten, wenn ein Rechtsstreit hieraus entsteht.

    Ansonsten könnte das teuer werden für den Mieterverein. Wenn für jeden kleinen "Mist" ein Anwalt zu Rate gezogen wird, dann kommt man mit dem Mitgliedsbeitrag von 50€/Jahr sicher nicht weit.

    Aus meinem Bereich kann ich sagen, dass lediglich 5-10% aller Schreiben des Mietervereins von einem Anwalt beantwortet werden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Aber eben nicht automatisch. Beispiel Betriebskostenabrechnung: Hat man dort einen Widerspruch über einen Mieterverein laufen, dann kümmern sich die Sachbearbeiter um die Beantwortung.


    Ein Rechtsanwalt wird erst dann eingeschalten, wenn ein Rechtsstreit hieraus entsteht.


    Ansonsten könnte das teuer werden für den Mieterverein. Wenn für jeden kleinen "Mist" ein Anwalt zu Rate gezogen wird, dann kommt man mit dem Mitgliedsbeitrag von 50€/Jahr sicher nicht weit.


    Aus meinem Bereich kann ich sagen, dass lediglich 5-10% aller Schreiben des Mietervereins von einem Anwalt beantwortet werden.

    Dann ist es nicht direkt einer der 320 Mietervereine, wie schon anhand von

    Berlin erklärt, sondern eine Aussenstelle, eine ehrenamtliche Mietergemeinschaft,

    was auch immer. Wird gerne Alles unter den Namen Mieterverein gekehrt, ohne

    genau hinzusehen und zu unterscheiden.



  • Dann ist es nicht direkt einer der 320 Mietervereine, wie schon anhand von

    Berlin erklärt, sondern eine Aussenstelle

    Doch ist es. "Mein" lokaler Mieterverein ist Mitglied im Landesverband des DMB. Wie gesagt, ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon mit etlichen Mietervereinen zusammengearbeitet und habe ca. 2-4 Schreiben pro Monat auf dem Tisch liegen.

    Ein Bekannter meinerseits hat sogar mal ein Jahr beim DMB gearbeitet.

    Diese bieten alle eine Rechtsberatung durch einen Anwalt an, allerdings heißt das nicht, dass dieser bei jedem Sachverhalt einspringt.

    Momentan habe ich einen Fall, der sich um eine Beschwerde des Mieters über eine unzureichende Treppenhausreinigung dreht. Mit solchen Lapalien beschäftigt sich kein Anwalt.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

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