Baustelle direkt nach Einzug wurde verschwiegen

  • Ich bin mit meiner Freundin Anfang April zusammen gezogen. Wir haben eine super schöne Wohnung und haben uns auch beide mega darauf gefreut. Vom Balkon aus blicken wir in einen Innenhof, welcher auch mit anderen Häusern umgeben ist. Unter dem Innenhof befindet sich quasi die Tiefgarage.


    Jetzt, 4 Wochen nach unserem Einzug müssen wir feststellen, dass der Eigentümer des Grundstücks und der Häuser (eine Immobilienfirma, gleichzeitig unser Vermieter) scheinbar ein Wohnhaus in diesem Innenhof hochziehen will. Die Bauarbeiten begannen vor gut 2 Wochen in der Tiefgarage. Dort werden wohl Stahlträger eingesetzt. Das dies für ein Wohnhaus geschehen soll war nicht ersichtlich und ich habe das nur durch Zufall herausgefunden, da in der Tiefgarage Baustellenpläne mit der Beschreibung der Baustelle hingen. Zum einen sieht mein Auto jetzt jeden Tag aus, wie die Sau, da natürlich Stemmarbeiten durchgeführt werden. Daran lässt sich vielleicht nix machen, das sehe ich ein.


    Zum anderen aber, bin ich einfach nur sauer, weil wir meiner Ansicht nach bei der Besichtigung der Wohnung getäuscht wurden. Niemals war von einer großen Baustelle die Rede, welche 5m von meinem Balkon (Wohnung ist im EG) für Lärm und Dreck sorgen wird. Zusätzlich dazu werden sich die Lichtverhältnisse im Wohnzimmer drastisch ändern, weil wir dann komplett von allen Seiten zugebaut sind. Dies war natürlich so bei der Besichtigung der Wohnung auch nicht ersichtlich. Ich habe keine Lust, die nächsten 2, 3 Jahre eine fette Baustelle direkt vor meinem Balkon zu haben und wäre dies bei der Besichtigung kommuniziert worden, hätten wir die Wohnung auch niemals genommen. Egal wie toll sie ist. Im Mietvertrag befindet sich ein beidseitiger Kündigungausschluss für 1 Jahr. Da kommen wir wahrscheinlich nicht drum herum, das sehe ich ein.


    Welchen Rat habt ihr für mich? Ich will jetzt erstmal am Montag beim Vermieter anrufen und meinen Ärger kundtun. Danach will ich entweder dem Mieterschutzverein beitreten oder direkt eine Rechtschutzversicherung abschließen. Letztere greift natürlich erst nach 3 Monaten.


    In meinen Augen stellt die Baustelle einen erheblichen Mangel an der Mietsache da und der Zustand danach (andere Lichtverhältnisse, neues Wohnhaus direkt 5m vom Balkon weg, etc.) ebenso.

  • Zum einen sieht mein Auto jetzt jeden Tag aus, wie die Sau, da natürlich Stemmarbeiten durchgeführt werden. Daran lässt sich vielleicht nix machen, das sehe ich ein.

    Doch, einfach eine Autoplane drüber und fertig. 20€ im Baumarkt o.ä.

    Welchen Rat habt ihr für mich?

    Es könnte tatsächlich ein Grund zur Mietminderung während der Bauphase vorliegen, wenn es z.Bsp. strake Lärmemissionen gibt oder ähnliches, kurz ein konkrete Anlass besteht. Die schlichte Tatsache das gebaut wird, ist meiner Meinung kein Grund. Damit muß eigentlich jeder rechnen, das das passieren kann.

    Sollte auf eine mögliche Baustelle im MV. hingewiesen sein, entfällt wohl auch das.

    Vermieter anrufen und meinen Ärger kundtun.

    Was soll das bringen? Glaubst du der stellte deshalb die Baustelle ein? Sorgt höchstens für miese Stimmung.

    Danach will ich entweder dem Mieterschutzverein beitreten

    Kann man machen, aber erwarte keine Wunder.

    oder direkt eine Rechtschutzversicherung abschließen.

    Nachträglich ein Versicherung abschließen wegen eine Baustelle die heute schon gestartet wurde, und von der du bereits weißt? Ich könnte mir vorstellen das die Versicherung da nicht so ganz mitspielt. Zurecht übrigens, würde ich meinen.

    In meinen Augen stellt die Baustelle einen erheblichen Mangel an der Mietsache da

    Eine Baustelle allein ist kein Mangel. Es muß schon eine konkrete Beeinträchtigung vorliegen. Ob andere Lichtverhältnisse nach dem Bau allein dafür ausreichen, das würde ich mal einen Fachanwalt fragen, und nicht dem Mieterverein. Hängt wohl auch vom Einzelfall ab.

  • Es wurde zu keinem Zeitpunkt auf eine Baustelle hingewiesen und in meinen Augen stellt eine jahrelange, große Baustelle direkt am eigenen Balkon sehr wohl einen Mangel der Mietsache oder sogar eine arglistige Täuschung dar. Das mit dem Auto sehe ich ein, keine Frage. Mit einem Bau rechne ich vielleicht in einem Neubaugebiet oder wenn die Stadt etwas bauen würde bzw. ein bestehendes Haus abgerissen wird, was eben nicht bei Einzug ersichtlich war. Das aber in besagtem Innenhof gebaut werden würde, war zu keinem Zeitpunkt ersichtlich und hätte DEFINITIV bei der Besichtigung der Wohnung erwähnt werden müssen.

    Wie gesagt, die Lichtverhältnisse, etc. werden sich nach Errichtung des Hauses drastisch ändern und stellen mMn eine erhebliche Einschränkung der Mietsache dar.

  • und in meinen Augen stellt eine jahrelange, große Baustelle direkt am eigenen Balkon sehr wohl einen Mangel der Mietsache oder sogar eine arglistige Täuschung dar.

    Dann brauchst du doch nicht nach der Meinung anderer fragen, wenn du dir so sicher bist.

    Mit einem Bau rechne ich vielleicht in einem Neubaugebiet oder wenn die Stadt etwas bauen würde bzw. ein bestehendes Haus abgerissen wird, was eben nicht bei Einzug ersichtlich war.

    Ja, es ist schon echt ein Wunder das in einer Stadt mal ein Haus gebaut wird. Ich frage mich allerdings wie die ganzen anderen Häuser so entstanden sind?:-)dark (schönes neues icon übrigens, danke Corinna)

    Das aber in besagtem Innenhof gebaut werden würde, war zu keinem Zeitpunkt ersichtlich und hätte DEFINITIV bei der Besichtigung der Wohnung erwähnt werden müssen.

    Das wäre ja auch der Aufhänger für eine Mietminderung, wie ich schon sagte. Wie groß und ob die überhaupt ausfällt ist vom Einzefall, sprich von der konkreten und realen Beeinträchtigung abhängig.

    Wie gesagt, die Lichtverhältnisse, etc. werden sich nach Errichtung des Hauses drastisch ändern und stellen mMn eine erhebliche Einschränkung der Mietsache dar.

    Das mag stimmen oder auch nicht. Wenigstens aktuell ist es aber wohl noch so, das keine Beeinträchtigung vorhanden ist. Sollte sich das ändern befrage am besten einen Fachanwalt zu deinem konkreten Fall. Pauschale Aussagen dazu können ganz einfach stark daneben liegen.

    2 Mal editiert, zuletzt von AJ1900 (28. April 2018 um 11:27)

  • Hallo!

    willkomemen2.gif im Forum! Ich denke, dass es um etwas Anderes geht. Der TE

    schreibt:

    Vom Balkon aus blicken wir in einen Innenhof, welcher auch mit anderen Häusern umgeben ist. Unter dem Innenhof befindet sich quasi die Tiefgarage.

    Jetzt, 4 Wochen nach unserem Einzug müssen wir feststellen, dass der Eigentümer des Grundstücks und der Häuser (eine Immobilienfirma, gleichzeitig unser Vermieter) scheinbar ein Wohnhaus in diesem Innenhof hochziehen will.

    Im ursprünglichen Innenhof und jetzt entsteht die Frage

    nach den Platzverhältnissen. Da schreibt der TE:

    Niemals war von einer großen Baustelle die Rede, welche 5m von meinem Balkon (Wohnung ist im EG) für Lärm und Dreck sorgen wird. Zusätzlich dazu werden sich die Lichtverhältnisse im Wohnzimmer drastisch ändern, weil wir dann komplett von allen Seiten zugebaut sind. Dies war natürlich so bei der Besichtigung der Wohnung auch nicht ersichtlich.

    Das könnte man durch einen Rechtsanwalt eventuell prüfen lassen.

    Denn 5 Meter erscheinen mir etwas knapp, vielleicht.

    Gruß



  • Denn 5 Meter erscheinen mir etwas knapp, vielleicht.

    Mhh, da fühle ich mich irgendwie an den Song "20 Zentimeter " erinnert, betreff, gefühlter und realer Entfernung.:):)

    Aber der Hinweis ist natürlich richtig. 5Meter wären nicht viel.

  • Ich kann die ganze Geschichte auch gerne ausmessen, es sind aber definitiv 5, 6 Meter und mehr nicht. Ich danke auf jeden Fall den Usern hier schon mal für die bisherigen Antworten.

    Es geht doch überhaupt nicht darum, dass in einer Stadt mal gebaut werden kann. Das is doch überhaupt nicht die Frage. Es geht darum, dass hier in einem Innenhof, wenige Meter von meinem Balkon entfernt, auf engstem Raum ein komplettes Wohnhaus gebaut wird, wodurch sich meine komplette Wohnsituation ändert. Ich will mir nicht ausmalen, wie laut und dreckig es dadurch wird und wie sich eben später die Lichtverhältnisse, etc. ändern. Auf der anderen Seite der Wohnung verläuft die Straße inkl. Straßenbahn. Hab ich ein Problem damit? Nein, denn das war bei Einzug absolut klar. Ich bin nicht in ein Neubaugebiet gezogen, wo ich mit so einer Baustelle hätte rechnen können. Andere, ebenfalls schöne Wohnungen, fielen auch direkt bei der Wohnungssuche raus, weil im Expose explizit erwähnt wurde, dass es sich um einen Neubau handelt und in den nächsten 1, 2 Jahren noch mit Baulärm gerechnet werden muss. Das ist fair.

    Ich sage es nochmal: Der Vermieter hätte bei der Besichtigung auf eine derartige Geschichte auf jeden Fall hinweisen müssen. Es geht ja nicht darum, dass hier ne Gartenhütte gebaut wird.

  • Ich sage es nochmal: Der Vermieter hätte bei der Besichtigung auf eine derartige Geschichte auf jeden Fall hinweisen müssen. Es geht ja nicht darum, dass hier ne Gartenhütte gebaut wird.

    Lasse das überprüfen! :) Vielleicht kommst du unter diesen

    Umständen eventuell aus dem Vertrag.

    Ich will jetzt erstmal am Montag beim Vermieter anrufen und meinen Ärger kundtun.

    Versuche zunächst ein vernünftiges Gespräch. Vielleicht ist

    der Vermieter kulant und lässt dich aus dem Vertrag.

    Im Mietvertrag befindet sich ein beidseitiger Kündigungausschluss für 1 Jahr.

    ;) Hier vielleicht noch etwas zu lesen: Für Mieter: Wie kann ich trotz Mindestmietdauer kündigen?

    Stichwort weiter unten Mietmangel Lärm, aber wie geschrieben, gehe vor Ort

    zu deinem Mieterverein. Unabhängig vom Gespräch mit dem Vermieter.



  • Das werde ich auf jeden Fall so machen. Das Problem ist dann nur, wie soll ich vorgehen?

    Wir haben uns gerade hier eingerichtet, so wie wir es wollten und sind davon ausgegangen, dass wir die nächsten Jahre hier wohnen bleiben. Natürlich hatte ich deshalb jetzt schon einen mega Streit mit meiner Freundin. Im Prinzip nützt mir eine fristlose Kündigung ja überhaupt nichts. Wir haben keine andere Wohnung, wir sind gerade hier eingezogen, haben Möbel gekauft, gestrichen, etc. Wo sollen wir denn hin?!

    Die ganze Situation macht mich jetzt schon nervlich fertig, da ich in meiner alten Wohnung aus ähnlichen Gründen überhaupt erst ausgezogen bin bzw. sich es daher angeboten hat, mit meiner Freundin zusammen zu ziehen. Sind jetzt zwar persönliche Umstände aber das ist nun mal so.

    Ich will einfach nur eine gerechte Mietminderung durchsetzen und dann in einem Jahr hier raus. Das wäre so grob mein Ziel. Übrigens beträgt der Abstand vom Hauseingang zur Außenkante des neuen Hauses gut 7 Meter. Habe es nachgemessen.

    Wir werde nicht drum herum kommen, zum Mieterschutzbund zu gehen bzw. eine Erstberatung bei einem Fachanwalt durchzuführen. Ist wohl leider so.

  • Eine weitere Frage wäre auch: Zählt der Innenhof vielleicht als Baulücke? Dann könnte man ja eigentlich überhaupt nichts unternehmen oder?

    Das könntest du beim Bauamt evtl weiterführend beim Planungsamt

    erfragen in deiner Stadt. Aber ich kann mir eher nicht vorstellen, dass ein

    Innenhof als Bauland ausgeschrieben ist. :?:



  • Der Bebauungsplan der Stadt ist leider auch etwas unübersichtlich. Von daher kann ich das nicht sagen.

    Ich werde morgen entweder eine Erstberatung bei einem Anwalt ausmachen oder zum Mieterschutzbund gehen. Ne andere Möglichkeit sehe ich nicht. Natürlich kann ich den Vermieter auch anrufen und den mal nach den Details der Sache fragen aber im Endeffekt bringt mir das natürlich überhaupt nichts. Zumindest die Vormieter, welche wirklich nett waren und die absolut keinen Grund haben zu lügen, wussten auch nichts von einer kommenden Baustelle. Die haben genau 1 Jahr hier in der Wohnung gewohnt. Habe gestern mit denen telefoniert.

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