Mietvertrag mit beidseitigem Kündigungsausschluss - Was kann man im Worst Case machen

  • Hallo Zusammen,

    Vorgeschichte:
    Im Frühling 2016 bin ich mit einem Kollegen in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Wir sind beide im gleichen Bereich tätig und hatten die Idee gemeinsam zu wohnen und arbeiten. Die erste Zeit nach dem Einzug waren wir damit beschäftigt die Wohnung zu renovieren. Die Phase hat sich fast ein Jahr hingezogen. Die Wohnung war in dieser Zeit eine Dauerbaustelle. Während dieser Zeit und auch das Jahr danach habe ich gemerkt das die Situation zusammen leben und auch arbeiten für mich zunehmend unerträglich wird. Es gab immer mal wieder kleine Streitereien über die Zukunft und das wir beide nicht am gemeinsamen Strang ziehen. Er fordert viel von mir und bedrängt mich auch mit vielen Sachen. Ich hab ihm das so zwar auch schon öfter gesagt nur habe ich nicht wirklich das Gefühl das er es merkt. Die Situation ist dann vergangene Woche völlig eskaliert ich bin komplett ausgerastet. Mein Herz hat danach gerast wie verrückt und ich hatte richtige Schmerzen in der Brust.

    Grund für den Ausraster war, das er wieder einfach ohne meine Erlaubnis etwas in der Wohnung ändern wollte (Dielen lasieren). Wir hatten das zwar immer mal gesagt das wir das machen aber nie gesagt wann und wie es passiert. Er argumentiert dann immer es ist doch für beide besser so, das macht die Wohnung nur noch schöner etc. Auf jedenfall hat er nach meinem Ausraster gemerkt das es wohl doch nicht so ok ist und hat mir am nächsten Tag angeboten es rückgängig zu machen. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal ich bin dann jetzt auch eine Woche bei meiner Freundin geblieben. Ich brauchte einfach Abstand von dem ganzen.

    Momentane Situation:
    Ich habe für mich persönlich festgestellt das ich arbeiten und zusammen wohnen trennen muss. Wir werden die nächsten Tage über die Situation mal in Ruhe reden. Auf jedenfall muss ich irgendwie aus dieser Nummer ganz schnell raus. Das Gespräch hatten wir ja noch nicht und wollte jetzt einfach mal von euch hören was ich für Möglichkeiten habe wenn er und sein Vater sich querstellen. Also der Worst-Case sozusagen. Genau das habe ich auch gestern mit einem Anwalt vom Mieterbund besprochen. Er meinte das ich auf jedenfall erstmal noch bis Frühling 2019 an die Wohnung gebunden bin. Dann könnte ich aber meinen Kollegen verklagen wenn die sich weigern mich aus dem Mietvertrag zu entlassen. Stimmt das? Nachdem ich hier gestern fast vier Stunden im Forum nur gelesen habe bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher

    Vielen Dank!

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  • Zuerst als Hinweis: Da dort nicht geschrieben steht, dass der Kündigungsausschluss ab Mietbeginn gilt, ist die Vertragsunterzeichnung ausschlaggebend, d.h. Datum der Unterschrift + 3 Jahre+3 Monate Kündigungsfrist.

    Wenn dein Mitbewohner dann die Kündigung nicht unterschreiben will, musst Du seine Zustimmung auf Kündigung einklagen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ok Danke! Das habe ich mir schon gedacht!

    Er wird aber selber nie mit mir kündigen das würde ja heißen das wir alle rausmüssen oder der Vertrag wird neu verhandelt. Bleibt mir im extremen Fall wohl nicht anderes übrig als dann zu klagen falls wir uns überhaupt nicht einig werden.

  • Oder Ihr einigt Euch mit dem Vermieter, dass das Mietverhältnis mit dem Mitbewohner fortgesetzt wird (derartige Vereinbarungen wären ja jetzt auch schon möglich).

    Einen Rechtsanspruch hierauf hast Du allerdings nicht.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Genau das habe ich auch gestern mit einem Anwalt vom Mieterbund besprochen. Er meinte das ich auf jedenfall erstmal noch bis Frühling 2019 an die Wohnung gebunden bin. Dann könnte ich aber meinen Kollegen verklagen wenn die sich weigern mich aus dem Mietvertrag zu entlassen. Stimmt das?

    Manchmal stimmt was der Mieterbund sagt. ;)

    An die Wohnung bist Du aber nicht gebunden, nur an den Vertrag.

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