Indexmiete, Laufzeit, Mietminderung

  • Hallo zusammen,

    ich machs kurz:

    Ich habe einen Indexmietvertrag, Laufzeit 10 Jahre.

    Frage:

    Kann nach den 10 Jahren die Miete erhöht werden, z.B. dann auch wieder dem Mietspiegel angepasst werden? Muss ich generell mit weiteren Mieterhöhung rechnen oder nicht?

    Im Mietvertrag sind 97 qm angegeben. Tatsächlich sind es vermutlich aber 90 qm. Kann ich jetzt im Rahmen der Mieterhöhung verlangen, dass die Miete neu berechnet werden muss? Ich selber habe die Wohnung mittels lasermesser vermessen und bin nur auf 90 qm gekommen (Balkon zur Hälfte mit eingerechnet). Muss eine Vermessungsfirma die Wohnung neu vermessen und wer muss die bezahlen und hab ich jetzt überhaupt Anspruch darauf, dass die Miete angepasst werden muss?

    Vielen Dank schon mal

  • Was heißt denn "Laufzeit 10 Jahre"? Ist der Vertrag befristet oder endet nach 10 Jahren die Möglichkeit die Miete aufgrund des Verbraucherpreisindexes zu erhöhen?

    Bitte mal konkretisieren.

    Wenn es sich um einen befristeten Vertrag handelt, dann endet der Vertrag nach 10 Jahren automatisch.

    Kann ich jetzt im Rahmen der Mieterhöhung verlangen, dass die Miete neu berechnet werden muss?

    Nein, ein Mangel würde erst dann vorliegen, wenn die Flächenabweichung mehr als 10% beträgt. Das ist hier nicht der Fall.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hi,

    die Mietzeit ist laut Mietvertrag unbefristet. Bezüglich der 10 Jahre zitiere ich mal aus dem Mietvertrag:

    Die Miete wird für die Dauer von 10 Mietjahren nach Beginn des Mietverhältnisses durch den vom...bla bla..ermittelteln Verbraucherindex in Deutschland bestimmt.

    Also wird nur 10 Jahre lang die Miete nach dem Verbraucherindex angepasst. Und was ist danach?

    Zum Thema Mietanpassung bin ich der Meinung mal was anderes gelesen zu haben. Du hast recht bezüglich der 10 % Toleranz. Die Abweichung fällt genau in dieser Toleranz. Ich kann also nicht einfach kommen und das beanstanden. Sobald es aber eine Mieterhöhung gibt, kann ich das sehr wohl beanstanden. Die qm stimmt einfach nicht und da können die nicht einfach die neue Miete nach der falschen qm berechnen. Ich denke da bin ich im Recht, wenn ich das beanstande und die Miete neu berechnen lasse. Oder liege ich tatsächlich falsch?

  • Ein Satz noch aus dem Mietvertrag:

    Aus Abweichungen und Änderungen der Berechnungsgrundlage kann kein Anspruch auf Änderung der vertraglich vereinbarten Miete abgeleitet werden.

    Haben die sich damit quasi abgesichert und ich habe überhaupt keine handhabe, egal wie groß eine Abweichung wäre?

  • Hallo,

    "muss ich nach Ablauf von 10 Jahren mit weiteren Mieterhöhungen rechnen?" ,was für eine Frage...

    Natürlich kann es dann weitere ERhöhungen geben, nur erfolgen sie dann nicht mehr automatisch, sondern müssen angekündigt werden und bedürfen deine Zustimmung. Hast du gehofft, du könntest dann bis zum Untergang des Universums zur gleichen Miete wohnen?

    Bezüglich der QM hast du insofern recht, als dass bei den nach 10 Jahren folgen Mieterhöhung, sofern sie aufgrund einer Anpassung an den Mietenspiegel erfolgen, die tatsächlichen qm zu Grunde gelegt werden müssen um die Euro/qm zu ermitteln. Könnte dann in der Tat dazu führen, dass nicht so viel oder nicht so schnell erhöht werden kann.

    Was das mit der Lasermessung heißen soll, verstehe ich nicht. Die Herausforderung bei der Wohnflächenberechnung ist nicht einen Zollstock richtig zu bedienen, sondern die Fläche korrekt auszurechnen. Wenn man das flasch macht, hilft es nicht die Bohne, dann dann hier und da eine Strecke um einen Millimeter genauer gemessen hat.

    Gruß

    H H

  • Sobald es aber eine Mieterhöhung gibt, kann ich das sehr wohl beanstanden. Die qm stimmt einfach nicht und da können die nicht einfach die neue Miete nach der falschen qm berechnen. Ich denke da bin ich im Recht, wenn ich das beanstande und die Miete neu berechnen lasse. Oder liege ich tatsächlich falsch?

    Eine Mieterhöhung muss tatsächlich auf Basis der korrekten Wohnfläche erfolgen. Es gibt hier aber momentan dennoch keinen Anspruch, die Miete zum jetzigen Zeitpunkt neu zu berechnen.

    Das würde ja auch bedeuten, dass in deinem Mietvertrag der Mietpreis pro m² angegeben sein müsste.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo,

    "muss ich nach Ablauf von 10 Jahren mit weiteren Mieterhöhungen rechnen?" ,was für eine Frage...

    Ähmm ja, klar. Damit rechne ich natürlich. Sonst wäre das ja tatsächlich nen Traum :) Da hab ich mich falsch ausgedrückt. Die Frage sollte eher lauten, wonach dann Mieterhöhungen berechnet werden und ob diese Indexgeschichte damit entfällt. Würde also bedeuten, dass ganz normal nach dem Mietspiegel berechnet wird. Ok. Das haben die aber geschickt gemacht. Wir liegen nämlich weit über dem Mietspiegel, aber wohl noch im Bereich dieser 20%. Also anhand des Mietspiegels hätten sie es die nächsten Jahre nicht so leicht, die Miete zu erhöhen, daher haben die uns auch diesen Indexmietvertrag untergejubelt. Hab davon bisher noch nie gehört, nun weiß ich bescheid. Uns erwarten also die nächsten 10 Jahre Mieterhöhungen von ca. 150 Euro, wenn dieser Verbraucherindex weiter so steigt.

    Mit der Lasermessung meine ich das Hilfsmittel, womit ich die qm der Wohnung ausgemessen habe. Ist halt ziemlich genau aber um es auch Gerichtsverwertbar zu machen war meine Frage, ob das durch eine anerkannte Firma ausgemessen werden muss oder nicht und wenn ja, wer diese Firma dann bezahlt. Ich oder die Hausverwaltung?

    Leipziger

    Der Mietpreis ist nicht pro qm angegeben.

    Ehrlich gesagt möchte ich mich auch überhaupt nicht mit denen über irgendwas streiten, allerdings handelt es sich bei der Hausverwaltung um einen echten Drecksverein. Nur um es mal kurz anzuschneiden.

    Info: Jetzt lasse ich Dampf bzw. meinen Frust ab (muss man nicht lesen)

    Die haben uns z.B. bei Vertragsunterzeichnung nicht mitgeteilt, dass das Haus, in dem wir eingezogen sind, aufgestockt werden soll. Das haben wir so nebenbei nach Einzug erfahren. Wir wohnen jetzt seit einem Jahr in dieser Wohnung und die fangen jetzt bei den Nachbarhäusern an, diese auszubauen. Das sind Häuser mit zwei Wohnparteien und wir wohnen im oberen Stockwerk. Über uns befindet sich eine nicht vermietete Mansardenwohnung unterm Dach, was abgerissen wird und eine neue Wohnung drauf kommt. Auf den Baulärm und Dreck freuen wir uns schon, da wir auch in Schichten arbeiten und auch mal erst morgens um 07:00 Uhr nach Hause kommen. Wir haben einen 8 qm großen Balkon, der oben hin offen ist. Mit der Aufstockung kommt über unseren Balkon ein neuer Balkon. Somit ist er oben hin nicht mehr offen, weniger Sonne kommt an und auch der Lichteinfall wird sich dadurch ändern und wir haben über uns neue Nachbarn. Wir haben die Wohnung für den hohen Preis gemietet, eben weil der Balkon oben hin offen ist und wir über uns keine Nachbarn mehr haben. Hätten die uns mitgeteilt, dass die Häuser aufgestockt werden, hätten wir den Mietvertrag nicht unterschrieben. Weiterhin wurde uns ein Tiefgaragenplatz versprochen. Konnte bisher nicht eingehalten werden. die schaffen es auch nicht, die anderen Mietparteien in den Nachbarhäusern darüber zu informieren, dass überhaupt aufgestockt werden soll. Es werden einfach die Baugerüste aufgebaut und es wird angefangen. Die haben aber nicht damit gerechnet, dass es einigen Mietern nicht passt und sie sich darüber beschweren und eine einstweilige Verfügung beim Gericht beantragt haben. Jetzt können die bei diesem besagten Haus nicht weiter machen, weil es ein Gericht gestoppt hat. Uns haben sie offiziell auch noch nicht mitgeteilt, dass ausgebaut werden soll und vor allem wann. Also das ist für mich ein absoluter Sauhaufen und absolute Abzocker. Da geht's nur ums Geld. Scheiss auf die Mieter. In Berlin wird's immer welche geben, die den geforderten Preis zahlen.

    Wenn es so einfach wäre, würden wir auch wieder ausziehen aber bekomm hier in Berlin erst mal eine vergleichbare Wohnung für einen bezahlbaren Preis. Derzeit so gut wie unmöglich. Außerdem haben wir schon sehr viel Kohle in diese Wohnung investiert. Ich bin bisher immer ein ruhiger Mieter gewesen aber wenn man mich ausnehmen will, dann wehre ich mich mit allen Mitteln die mir zur Verfügung stehen und ich finde die Art und Weise, also vor unserem Einzug die Miete erst mal bis zum gesetzlich Möglichen hoch treiben und den neuen Mietern dann auch noch einen Indexmietvertrag verkaufen, richtig mies. Das ist doch richtig abgefuckt!!!! Ich kann mich noch entsinnen, dass ich fragte, was es mit dieser Indexmiete auf sich hat. Das wurde durch den Herrn einfach nur als lapidar herunter gespült. Das ist kaum erwähnenswert. Die Miete wird kaum steigen, sagte er. Ich finde 150 Euro in 10 Jahren, obwohl wir schon am Maximum des Mietspiegels stehen, erheblich. Die holen wirklich jeden einzelnen Cent der geht aus uns heraus. Und daher möchte ich auch meine Möglichkeiten ausschöpfen. Mich regt das hier in Berlin echt auf. Die Mieten sind hier in den letzten Jahren so dermaßen gestiegen und die Politik macht nichts dagegen. Das regt einfach nur auf.

    Naja, sorry falls ich hier zu ausfallend geworden bin. Hab ja keine Namen genannt. Wollte nur meinen Frust ablassen.

  • Zitat

    Würde also bedeuten, dass ganz normal nach dem Mietspiegel berechnet wird.

    Nach den 10 Jahren, ja

    Zitat

    Mit der Lasermessung meine ich das Hilfsmittel, womit ich die qm der Wohnung ausgemessen habe. Ist halt ziemlich genau aber um es auch Gerichtsverwertbar zu machen war meine Frage, ob das durch eine anerkannte Firma ausgemessen werden muss oder nicht und wenn ja, wer diese Firma dann bezahlt.

    Wenn dann mal eine Mieterhöhung auf Grundlage der Wohnfläche erfolgt, dann stimmst Du einfach nicht zu, mit dem Hinweis, dass die Fläche falsch ist.

    Klagt der Vermieter dann, muss das Gericht ermitteln lassen, wer Recht hat. Hier wird das Gericht dann einen Gutachter mit der Vermessung beauftragen.

    Zitat

    Die Mieten sind hier in den letzten Jahren so dermaßen gestiegen und die Politik macht nichts dagegen.

    Was soll die Politik denn machen? Ich halte nichts von einer Politik, die alles reguliert. Wo fängt man an, wo hört man auf?

    Wenn der Wohnungsmarkt reguliert wird, warum nicht dann auch der Lebensmittelmarkt (Schau mal, was ein Stück Butter kostet)?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hab ich jetzt soweit begriffen. Vielen Dank Leipziger.

    Ich finde schon, dass dem Mietwucher in solchen Städten wie Berlin Grenzen aufgezeigt werden muss. Das ist hier echt übel. Klar steigen überall die Preise. Das ist auch ok aber gerade bei den Mieten in Berlin ist es extrem schnell in den letzten Jahren gegangen. Ich habe vor einem Jahr eine 3 1/2 Zimmerwohnung bewohnt und 650 Euro kalt bezahlt. Ich bin ausgezogen, weil sie aus der Wohnung eine Eigentumswohnung machen. Hab mich raus kaufen lassen, alles ok soweit. Aber die neue Wohnung, ähnlich wie die alte Wohnung, Lage sogar etwas schlechter, kostet mich jetzt 950 Euro kalt. Ich kanns mir leisten aber andere nicht. Andere müssten sich jetzt verschlechtern, damit sie bei der gleichen Miete bleiben können und viele können nicht mehr bezahlen. Der Wohnraum ist hier knapp und ich finde es auch absolut ok, dass bei uns aufgestockt wird. Ich finde nur die Umstände und die fehlende Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter schlecht.

  • Das ist natürlich ein gefährliches Phänomen, wird sich aber irgendwann wieder von allein geben.

    Ich kenne es am Beispiel München: Ich habe dort bekannte, die permanent über die teuren Mieten in der Stadt meckern.

    Als ich dort gearbeitet habe, bin ich gleich auf die grüne Wiese gezogen und habe nur einen Bruchteil der Münchener Miete gezahlt.

    Warum muss man direkt in der Stadt wohnen, wenn man eine perfekte U-/S-Bahnanbindung hat und innerhalb einer halben Stunde in der Stadt ist?

    Ich erinnere mich an die Wohnung eines bekannten in Berlin Wedding. Die letzte Bruchbude in einer verdreckten Straße für eine überzogene Miete. Er war aber gar nicht darauf angewiesen, in der Stadt zu wohnen, da er außerhalb gearbeitet hat.

    In meinen Augen ist das Luxus. entweder man kann sich diesen leisten, oder man zieht an den Stadtrand.

    Weißt Du, was Mietwohnungen in Moskau, Tokio oder Paris kosten? Da sind die Mieten in Berlin schon ein Schnäppchen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich würde gerne außerhalb von Berlin wohnen aber das erkläre mal meiner Frau. Die kommt von Außerhalb und ist nach Berlin gezogen und ist jetzt ein absoluter Großstadtjunkie. Die bekomme ich nicht mehr raus aus der Stadt :)

    Naja, ich mach hier jedenfalls nen Abgang. Ich glaube, hier sind mir zu viele Vermieter unterwegs ;)

    LG aus Berlin

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