Makler hält Mietpreisbremse nicht ein

  • Ein Makler hat ein Reihenhaus im Internet zur Miete 950 Euro angeboten. Ich habe mich darum beworben und nun erfahren, dass das Haus mit 1.150 Euro an eine andere Familie vermietet wurde. Da der letzte Mietpreis bei 900 Euro lag verstößt dies aus meiner Sicht eindeutig gegen die Mietpreisbremse. Da ich für meine Bewerbung auch Aufwände (finanziell und zeitlich) hatte, würde ich gerne wissen ob ich eine Art Schadensersatz verlangen kann. Denn den Preis von 1.150 Euro hätte ich auch bezahlt - wenn ich es gewusst hätte.

    Kann ich rechtlich etwas tun? Wenn Ja gegen den Makler oder den Vermieter?

  • Zitat

    Kann ich rechtlich etwas tun?

    Nein. Der Vermieter hat sich, evtl. nicht nur wegen der höheren Miete, für einen anderen Interessenten entschieden, Punkt.

    Was hat das jetzt mit der Mietpreisbremse zu tun?

    Wenn einer was wegen der nicht eingehaltenen Mietpreisbremse, vorausgesetzt die gilt überhaupt für den Ort, tun kann ist es der neue Mieter.

    Makler tun lediglich wozu sie beauftragt werden.

  • Hallo Storch,

    deine Überschrift ist schon mal falsch: nicht der Makler, sondern der Vermieter macht die Preise (im Idealfall unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben).

    Außerdem besagt die Mietpreisbremse, dass die Miete bei Neuvermietung nicht mehr als 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete in diesem Fall ist, können wir hier nicht erkennen.

    Die 20% bzw. 15% (je nach Einstufung der Region), auf die du wahrscheinlich anspielst, beziehen sich auf eine Mieterhöhung WÄHREND eines Mietverhältnisses (= Kappungsgrenze).

    Sich dagegen wehren kann nur der Vertragspartner, sprich Mieter - der du jedoch nicht bist.

    Viele Grüße,
    anonym2

    Hinweis:nur meine Meinung - keine Rechtsberatung

  • Da ich für meine Bewerbung auch Aufwände (finanziell und zeitlich) hatte, würde ich gerne wissen ob ich eine Art Schadensersatz verlangen kann.


    Verlang' Du mal sowas von einem Makler...:o:mad:
    Hast doch ohnehin keinen Vertrag mit ihm...

  • Ein Makler hat ein Reihenhaus im Internet zur Miete 950 Euro angeboten. Ich habe mich darum beworben und nun erfahren, dass das Haus mit 1.150 Euro an eine andere Familie vermietet wurde. Da der letzte Mietpreis bei 900 Euro lag verstößt dies aus meiner Sicht eindeutig gegen die Mietpreisbremse. Da ich für meine Bewerbung auch Aufwände (finanziell und zeitlich) hatte, würde ich gerne wissen ob ich eine Art Schadensersatz verlangen kann. Denn den Preis von 1.150 Euro hätte ich auch bezahlt - wenn ich es gewusst hätte.

    Kann ich rechtlich etwas tun? Wenn Ja gegen den Makler oder den Vermieter?


    1. juristisch sehe ich hier weder Grund noch Ansatzpunkt, jedenfalls nicht für dich.
    2. hast du keine anderen Hobbys?

  • Verständnisfrage an das Forum: Die ganze Sache mit der Mietpreisbremse bringt mir doch nur etwas, indem ich als Mieter ggf. eine überhöhte Miete mindern kann (soviel ich weiß maximal rückwirkend über die letzten drei Jahre), oder?

    Oder kann das für den Vermieter noch andere Folgen haben?

    Dem Mietinteressenten bringt sie eigentlich nichts, oder?

    Danke.

  • ...Dem Mietinteressenten bringt sie eigentlich nichts, oder?...

    doch. Eine höhere Miete.
    Wogegen früher viele private Vermieter bei einem Wohnungswechsel gerne die bisherige Miethöhe eingeführt haben oder nur sehr moderat beim Wechsel aus sehr alten Mietverträgen erhöht haben nimmt man durch entsprechende Presse und Politik heute als einfache Richtlinie Mietspiegel +10% und fertig. Im Ergebnis also durchaus 1-4€ mehr pro m² (Beobachtung in Berlin) als vor der unseligen Diskussion und Einführung des Gesetzes.

    Warum das Ganze? Weil nur so lassen sich mit Verweis auf den nunmehr gestiegenen Mietspiegel auch unwirtschaftliche Bestandsmieten anpassen. Weniger Mieterschutz hat oftmals auch für die Mieter erhebliche Vorteile, weil die Vermieter es lockerer angehen können. Der starke Schutz der Mieter hat in Deutschland im Ergebnis dazu geführt, dass in Märkten mit hoher Nachfrage nach Wohnraum auch das Maximale ausgereizt wird. Dazu ist es gerade auch durch den starken Mieterschutz für viele kleine, private Vermieter unwirtschaftlicher geworden, die haben in der Folge an Fondsgesellschaften und andere professionelle Anleger verkauft, die im Durchschnitt deutlich aggressiver und renditeorientierter vorgehen.

    Ist halt wie der umgestürzte Ritter der so in der Pfütze ertrinkt, weil sein Schutz ihn am aufstehen hindert.

  • Verständnisfrage an das Forum: Die ganze Sache mit der Mietpreisbremse bringt mir doch nur etwas, indem ich als Mieter ggf. eine überhöhte Miete mindern kann (soviel ich weiß maximal rückwirkend über die letzten drei Jahre), oder?

    Oder kann das für den Vermieter noch andere Folgen haben?

    Dem Mietinteressenten bringt sie eigentlich nichts, oder?

    Danke.

    Hallo,

    die Mietpreisbremse wirkt lediglich bei Neuvermietung einer frei gewordenen Wohnung in besonders begehrten Wohnlagen in den gefragten Städten. Dort konnten Mietpreise von 20 Euro/qm legal verlangt werden. Diese sind nun rechtlich nur noch möglich, wenn sie bereits vorher erzielt wurden, da der Mietenspeigel, der meist über die gesamte Stadt gilt so hohe Mieten nicht abbildet.

    Das Beste ist, dass diese Reduktion der Topmieten dann nur denen entgegen kommt, die es am wenigsten nötig hätten. Denn die Top-Wohnungen gehen i.d.R. an die bestverdienenden Mieter.

    Für Otto-Normalverbraucher, den Niedriglohnbereich und unsere Hartzer ist genau das Gegenteil eingetreten. Die Sozialisten haben mal wieder gezeigt, dass in dieser Republik immer nur der Vermieter gestraft wird, der sich bisher nicht um die Renditemaximierung gekümmert hat. Bei niedrigen Bestandsmieten werden Mieterhöhungen immer mehr reglementiert, bei Neuvermietungen ist der gestraft, der bei langjährigen Verträgen nicht oder kaum erhöht hat.

    Dank der ganzen Diskussion hat jetzt auch der letzte Vermieter begriffen, dass man zu jeder Gelegenheit das Maximun an Miete fordern muss, um nicht hinterher der Depp zu sein.

    Der Spass geht bald weiter, wenn erst Modernisierungszuschläge reduziert werden. Dann wird erwartet, dass die Eigentümer viel Geld invertieren, dies aber erst nach Jahrzehnten zurückerwirtschaften. Wenn dann viele Menschen in teureren, unmodernisierten Wohnungen leben, werden die Sozies es noch nicht einmal begreifen, dass sie den Schlamassel überhaupt erst angerichtet haben.

    Gruß
    H H

  • Hallo allerseits,

    in Muenchen lauft das Spielchen mittlerweile so: Eigenbedarfskuendigung fuer irgendein entferntes Famielienmitglied, das zieht dann fuer einen gewissen Zeitraum zu einer Wuchermiete (meist nur auf dem Papier) ein. Dann wird wieder ausgezogen und schon ist die schoene Mietpreisbremse Makulatur, weil man muss ja nicht fuer weniger Geld vermieten, als man vom Vormieter bekommen hat.

    Merke: knappes Gut war schon immer teuer und wird es auch immer bleiben. Solange erheblich weniger Wohnraum zur Verfuegung steht als nachgefragt wird, werden die Preise immer nur eine Richtung kennen: nach oben. Alle Versuche der Obrigen, das mit irgendwelchen seltsamen Regelungen zu begrenzen, hatten bisher immer genau den gegenteiligen Effekt.

    cu
    Guenni

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