Hallo,
Ich ziehe demnächst wieder um und habe eine echt schöne Wohnung gefunden. Modern, energietechnisch auf einem guten Stand und gehobene Ausstattung:
Nun gibt es aber mit dem Vermieter/Eigentümer der Wohnung ein paar Differenzen. Besonders bezüglich des Übergabeprotokolls. Ich muss dazu ein wenig ausholen damit der Zusammenhang klar wird.
Gefunden habe ich die Wohnung über das Internet. Es stellte sich heraus, dass der "Vermittler" so nenne ich ihn mal ein alter Schulfreund meines Bruders ist und dafür zuständig ist die Wohnungen zu zeigen. Der erste Kontakt war freundlich. Die Wohnung hat auf den ersten Blick überzeugt. Absoluter Kampfpreis im Vergleich zu einer echt gehobenen Ausstattung: 71qm, Heizuung über Fußbodenheizung in jedem Raum regulierbar, Licht im Flur über Bewegungsmelder, elektrische Markisen ringsum, Bad mit Wanne, Einbauküche mit Geschirrspüler, Ceranfeld etc pp. Alle Räume sind recht groß. Das Haus mit mehreren Parteien ist insgesamt nur ein paar Jahre alt. Also gibt es auch moderne Kunststofffenster.
Das was als erstes bei der ersten Besichtigung an Mängeln aufgefallen war, waren Kratzer im Laminat in den zwei Zimmern der Wohnung.
Ich konnte dann wenige Tage später den eigentlichen Eigentümer kennenlernen. Es stellt sich heraus, dass auch dieser ein Bekannter meines Bruders ist. Er hat sogar das Geld für die Hochzeit meines Bruders vorgestreckt und ich habe auf Anfrage bei meinem Bruder nur Gutes von dem Mann gehört. Dennoch: Ich hatte schon Skepsis als ich das Büro betrat und dort "Name des Vermieters" IMMOBILIEN stand. Um solche Immobilienfirmen mache ich nämlich lieber einen großen Bogen und miete lieber von Privat. Man hört ja doch oft wie unseriös diese Firmen sind. Ähnlich wie bei Gebrauchtwagenhändlern.
Nach einigem Smalltalk begannen wir dann tacheles zu Reden. Als erstes ging es um den Zeitpunkt des Mietbeginns. Ich wollte dort etwas verhandeln da der Einzug erst im April folgt und ich so lange noch in meiner alten Wohnung in einer anderen Stadt wohne.
1.Er wollte aber keinen Leerstand in der Wohnung haben und meinte es gäbe genug Kandidaten die auch sonst dort sofort einziehen würden. Ich wäre aber aufgrund meiner beruflichen Position (öffentlicher Dienst) bevorzugt. Ich habe dann mit ihm ausgehandelt, weil die Wohnung eben so toll ist, dass ich ihm für Februar und März die Kaltmiete zahle obwohl ich noch nicht dort wohne.
2. Dann ging es um die Einbauküche. Diese sieht recht neu aus und ist auch mit guten Geräten versehen (Ceranfeld von Schott, Geschirrspüler von Bosch). Er hat mir dann klipp und klar gesagt, dass er für die Dauer der Miete, egal ob ich nun 2 , 5 oder 10 Jahre da wohne für die Küche 30 Euro im Monat haben möchte. Er würde im Gegenzug aber auch keine Gewährleistung auf die Geräte der Küche geben. Sollte etwas ausfallen müsste ich mich darum kümmern, dass alle Geräte ordnungsgemäß funktionieren am Ende des Mietverhältnisses. Das kannte ich so auch noch nicht und empfand das ganze auch als sehr happig aber die Kosten insgesamt waren immer noch unschlagbar darum habe ich nach langem hin und her auch dem zugestimmt. Ich dachte mir dabei, dass auf ein paar Jahre die ich da wohne bei den Geräten bei sachgemäßer Bedienung nichts großartig kaputtgehen kann. Länger als 10 Jahre wollte ich dort eh nicht wohnen.
3. In Punkt Renovierung hab ich nach Schönheitsreparaturen gefragt. Wie also das gehandhabt wird. Da erhielt ich als Antwort: "Solche Klauseln gab es früher mal, das ist gar nicht mehr aktuell heutzutage". Verwunderung machte sich breit bei mir... Was die Renovierung angeht so haben wir vereinbart, dass er mir die Wohnung unrenoviert übergibt und ich die Wohnung auch am Ende des Mietverhältnisses unrenoviert übergebe. Ich also nicht streichen muss. Die Wohnung sieht im Wohnzimmer noch gut aus. Im Schlafzimmer nicht perfekt aber bewohnbar. Flur, Bad und Küche sehen noch weiss und gut aus. Ich kann dort so leben.
4. Wir haben verabredet, dass wir uns schon im Februar treffen um den Mietvertrag zu unterschreiben und das Übergabeprotokoll zu fertigen. Wirkte erstmal seriös: Das ganze geschah am 21.02.2015.
Ich las mir dann vor Ort den Mietvertrag durch und bekam gleich den Satz : "Kein Vertrauen?" entgegengebracht. Ich entgegnete "Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser". Er hat mir dann noch kurz erzählt wie vorbildlich das ist dass ich einen Vertrag durchlese und , dass das die allerwenigsten seiner Mieter machen etc pp.
Jedenfalls war es gut, dass ich mir den Mietvertrag nochmal angesehen habe denn es tauchte der erste Fehler auf der mich skeptisch machte.
Unter §26 Zustand der Mieträume bei Beginn des Mietverhältnisses:
1. Der Mieter übernimmt die Wohnung im gegenwärtigen Zustand.
- DIE WOHNUNG IST KOMPLETT WEIß GESTRICHEN (was schon mal nicht stimmt , 2 Zimmer sind in terracotta Farben,) UND IST BEI AUSZUG RENOVIERT ZU ÜBERGEBEN. 
-> Darauf angesprochen meinte er, dass da seine Sekretärin wohl einen Fehler gemacht hat komisch komisch.
Der Punkt wurde also gestrichen!
Unter den sonstigen Vereinbarungen wurde festgehalten, dass die Wohnung mit funktionstüchtiger Einbauküche übernommen wird (hab ich auch getestet es funktioniert alles) und bei Auszug auch in diesem Zustand übergeben wird. Zudem hab ich den Satz eingefügt, dass die Wohnung unrenoviert übergeben und bei Mietende unrenoviert/besenrein wird.
Im Mietvertrag steht als offizieller Mietbeginn der 1.2.2015 drin obwohl ich erst zum 01.04.2015 das erste mal dort schlafen werde. In der Zwischenzeit habe ich bis jetzt nur Umzugskartons dort hingebracht um den Hauptumzug etwas zu entlasten. Ich dachte bis dato der 01.02 wurde eingetragen, damit er die ihm überwiesene Kaltmiete erklären kann. Die habe ich auch ordnungsgemäß überwiesen.
Dann ging es zum Übergabeprotokoll:
Ich hab ihn auf die Schäden im Laminat hingewiesen, die anscheinend der Vormieter hinterlassen hat. Wir haben dann debattiert darüber ob eine Firma reinkommen soll die das macht oder ob das mit ins Protokoll sollte. Er meinte, dass er da nochmal ne Firma reinschickt und wir das Übergabeprotokoll dann später machen....Soweit so gut...
Ich erhielt dann einige Wochen einen Anruf:
"Ja also ich hab jetzt ne Firma beauftragt. Das kostet insgesamt 900 Euro und ähhh ähm ich zahl ähhh 600 und du 300."
Da ist mir dann fast die Hutschnur geplatzt. Bin aber ruhig geblieben und habe ihm sachlich erklärt, dass ich für keine Schäden zahle die ich nicht verursacht habe, dass er den Auftrag zurücknehmen müsse und wir das ganze doch ins Protokoll schreiben müssten. Das war so nicht abgemacht und dann muss es eben so laufen... Darauf erhielt ich die Antwort "Ne bleib mal ruhig war ja nur ein Scherz"...und ich dachte mir nur
"Ahhhhhhhhhjaaaaaa alles klar, einer der irgendwie versucht seine Ausgaben in seine eigene Immobilie zurück zu kriegen egal mit welchen Methoden, na da bist du ja an einen tollen, seriösen Immobilienhai geraten." -> Ab da war der Punkt Vertrauen dann schon für mich im Eimer. Letztendlich hat also er die Kosten übernommen!
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>----- Zeitsprung: Der Auftrag ist durch, die Arbeit wurde sehr gut gemacht. das Laminat sieht aus wie neu. Bis dahin kein Kontakt mit dem Vermieter gehabt.
Ich habe in der Zwischenzeit als ich weitere Kartons in die Wohnung brachte weitere Mängel festgestellt: Am Türschloss der Haupteingangstür sind mir bereits am ersten Besichtigungstag schon leichte Kratzer aufgefallen. Beim näheren Hinsehen sind es für mich klare Spuren von Schraubendrehern mit denen mal versucht worden ist ins Schloss zu stechen.
Als ich Fotos betrachtete von der Wohnung (Laut Smartphone am 13.02.2015 erstelltes Bild -> Stichwort Beweislage dass ich es nicht verursacht habe?) ist mir im Wohnzimmer ein kleiner dunkler Fleck aufgefallen. Bei näherem Hinsehen könnte das entweder Dreck oder auch Schimmel sein. (Ich werde hierzu noch Bilder posten)
Ich rief den Vermieter an um ihn auf die Punkte anzusprechen: Auf das Schloss wusste er überraschend schnell die Antwort: Das war bevor ich die Wohnung gekauft habe da war irgendwas gewesen, das war vor meiner Zeit.
AHA....toll......
Dann auf den dunklen Fleck der Dreck aber auch Schimmel sein könnte......und das ich möchte, dass das im Übergabeprotokoll festgehalten wird wurde er auf ein mal ausfallend. 
"Willst du die Wohnung nicht mehr haben oder was? Ich könnte die jederzeit vermieten!?" -> wirkte fast schon wie ne Drohung. Dann: "Ich hab dir mit dem Laminat nur einen Gefallen getan....". Als ob ich jetzt für SEINE Investition in SEINE EIGENE IMMOBILIE jetzt auch noch dankbar für weitere Mängel sein soll?
Ich völlig perplex: "Was soll das denn jetzt?" Ich rede doch nur davon, diese Mängel mit in das Protokoll aufzunehmen. Dann hat er sich wieder etwas heruntergefahren und meinte "ja ja schriftlich..."
In nem Nebensatz erwähnte er "Ab Februar zahlst du ja auch schon voll" ganz willkürlich. Worauf ich gesagt habe "Nein, ich hab dir wie vereinbart die Kaltmiete für Februar und März überwiesen". Dann fing er an zu lachen und meint "hmm du bist ja schlau"...Als ob es diese Abmachung nie gegeben hätte und ich mir das auf ein mal selbst ausdenke. Hab nichts weiter zu diesem Humbug gesagt.
Derzeiter Stand:
Am 28.03. soll der Umzug stattfinden. Also macht es Sinn die Übergabe zu machen bevor lauter Möbel in der Wohnung sind. Bisher ist nur ein Tisch und diverse Kartons in der Wohnung und der Rest im Keller.
Ich muss nächste Woche viel arbeiten und habe ihm gesagt, dass ich nur an 3 Tagen inklusive des Umzugstages wo der Hauptteil der Möbel in die Wohnung kommt, in der Woche Zeit hätte, da ich ne Fahrtstrecke von 260 Km habe für das Übergabeprotokoll. Er meint, dass er sich Montag melden und mir nen Termin nennen will.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass er mit Absicht nen Termin wählen will wo ich arbeitstechnisch gebunden bin oder sich irgendwie um dieses Protokoll drumherum bringen will. Er hat meine ich insgeheim darauf gehofft, dass das Protokoll nur zu seinem Vorteil geschrieben wird. Es ist aber ne Sicherheit sowohl für MIETER als auch Vermieter...Scheint er nicht zu begreifen. Ich glaube er besitzt weder Moral, Anstand und Gewissen und versucht aus allem einen Gewinn zu erzielen und jegliche Verantwortung als Vermieter abzulegen.
Ich habe für mich auch beschlossen dort nicht lange zu wohnen und mir irgendwann ne Eigentumswohnung zu kaufen. Mit über 2000 Euro Netto im Monat sollte da irgendwie was zu finanzieren sein. Anderes Thema....
1. Wie gehe ich jetzt am taktisch klügsten mit diesem "Menschen" um?
2. Was ist wenn er die Mängel verweigert für das Übergabeprotokoll?
3. Was ist wenn er vor Einzug um das Protokoll drumherum kommen will?
4. Kann ich ein eigenes Protokoll mit Bilder und Zeugen anfertigen und hat es das gleiche Gewicht wie das was im Mietvertrag vereinbart ist? Es ist ein Punkt angekreuzt, dass das gemeinsame Protokoll mit Mieter und Vermieter Teil des Mietvertrages wird.
5. Wenn er Mängel im Protokoll weglässt, die ich finde kann ich die Unterschrift verweigern? Falls ich unterschreibe hab ich dann noch das Recht auf ein zweites eigenes Übergabeprotokoll?
Mein schlimmster Verdacht ist ja: Er hat nen Doofen gesucht, und offensichtlich auch gefunden, der ihm den Leerstand der Wohnung bezahlt, weil es nie Kandidaten gab... Am Ende will er versuchen mich fristlos zu kündigen und dann steh ich da....Zwar mein schlimmster Verdacht aber ich trau ihm alles zu.
Vielen Dank schon mal für alle Antworten...