Hallo liebe Community,
mein Vermieter ist ein Wohnbauunternehmen und Inhaber von ca. 120 Liegenschaften in meiner Stadt.
In dem Viertel, in dem ich wohne, wurden nun in einer kompletten Straße in allen Objekten die Fenster von Holz zu Kunststoff-Fenstern erneuert. Eine Investition, die ich lobe, da unsere alten Fenster teils sehr marode waren. Eine voraussichtliche Mieterhöhung von 30,- EUR wird nun in den nächsten Monaten auf jeden Mieter zukommen.
Ich wende mich nun an das Forum, weil mein Vermieter auf dem Weg zur vollendeten Modernisierung aus meiner Sicht willkürlich und unverschämt gehandelt hat.
Die Terminvereinbarung für das Ausmessen der Fenster verlief insoweit relativ reibungslos, auch wenn die Firma bereits zu dem Zeitpunkt schlecht organisiert war. Man erhielt als Berufstätiger immer nur Termine vorgegeben, die während der Arbeitszeit lagen. Ich habe eine normale 40-Stundenwoche exkl. Überstunden, die mich nicht um 11 Uhr morgens in meiner Wohnung verweilen lassen.
Das Ausmessen war im Juni, die Arbeiten wurden für Anfang Juli angekündigt. Es geschah nichts. Keine Meldung, kein Anruf, kein Zettel an der Tür. Die Arbeiten in der Nachbarschaft schritten voran und mein Haus (jeweils 6 Parteien) war scheinbar das letzte.
Ende Juli klebte dann ein Zettel an der Tür, auf dem stand, dass der Termin in der darauffolgenden Woche am Freitag stattfinden würde. Das war schonmal der erste Hammer, da man hier direkt vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Urlaube oder ähnliches waren egal, man sollte das so hinnehmen.
Ich habe dem Termin zugesagt, jedoch darum gebeten, dass ich für das Abdecken meiner Möbel, Elektrogeräte und Gardinen Malerfolie gestellt bekomme. Schließlich habe ich das Prozedere bei meinen Nachbarn erlebt und dort entstand ein solcher Feinstaub, als man im Mauerwerk sägte, dass die ganzen Räume übersäht waren, mit einem äußerst feinporigen, in der Luft nicht sichtbaren Feinstaub.
Somit habe ich argumentiert, dass die Firma oder mein Vermieter mir bitte in Beachtung der Tatsache, dass der Vermieter das Privateigentum der Mieter zu schützen hätte, entsprechende Folien zur Verfügung zu stellen hat. Am Ende zahle ich bereits die Mieterhöhung und für eine solche Arbeit, die in allen 4 Räumen meiner Wohnung stattfinden soll, sehe ich es nicht ein, all die Folie zu beschaffen. Wenn ein Maler zu mir kommt, muss ich ja auch nicht selbst abkleben.
Der Ansprechpartner der Firma hatte zunächst zugestimmt, mir Folien zu stellen. Der Termin war dann der Freitag in der kommenden Woche. Am Mittwoch waren noch immer keine Folien da. Am Donnerstag Mittag rief der Ansprechpartner mich wieder an und meinte, bei der "Lieferung" seien keine Folien dabei gewesen und überhaupt sollte ich das als Mieter selber besorgen.
Daraufhin habe ich dieses abgelehnt, erneut argumentiert und gesagt, dass der Termin dann am Freitag nicht stattfinden könne. Perplex und mürrisch hat er das so hingenommen, mit der Aussage er melde das an den Vermieter weiter. Ich sagte ihm nur, er solle das bitte weitergeben. Nur weil alle anderen Mieter sich das dummerweise selber kaufen, bin ich dafür nicht verantwortlich. Das ist Vermieter-Angelegenheit.
In der darauffolgenden Woche kamen die Folien dann vom Vermieter-eigenen Maler. Ohne Murren und direkt in die Wohnung gebracht. Es war genug Folie, um alles abzudecken und staubsicher zu machen. Die Modernisierung meiner Fenster geschah dann reibungslos am Mittwoch. Die Folien waren BITTERNÖTIG, da alles sehr, sehr staubte und Fernseher, Möbel, Laptops und so weiter sehr verschmutzt gewesen wären.
Mit Säuberungsarbeiten war ich danach aber dennoch Stunden beschäftigt, weil sich der Staub seine Wege gesucht hat. Dennoch habe die Handwerker gute Arbeit geleistet und ich hakte die Sache zunächst ab.
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Dann erfolgte ein Brief meines Vermieters:
1.) Man stellt mir den Verdienstausfall der Firma an diesem besagten Freitag in Rechung, da ich den Termin selber ohne sonstige Gründe abgesagt hätte.
2.) Man behauptet, ich hätte Folien, die mir für diesen Freitag angeboten wurden, ausgeschlagen und den Termin grob fahrlässig abgesagt.
3.) Man will mir die Kosten für die Folien, die ich letztendlich bekam und die Kosten für die Umdisponierung der Firma auch in Rechnung stellen.
Ich war nun etwas perplex und konnte das alles nicht so recht glauben. Das Punkt 1) gelogen ist, wäre die eine Sache, denn die Wahrheiten sind hier verdreht. Und Punkt 2 stimmt eben auch nicht, da mir nichts angeboten wurde und der Termin folgerichtig ohne Folien nicht stattfinden konnte.
Mein Vermieter ist der Ansicht, dass alle Mieter sich selbst ausgestattet hätten und das somit auch meine Pflicht sei. Ich sei der einzige, der sich wehren würde und dagegen stellen würde.
Dass der überwiegende Teil der Mieter aber duckmäuserisch ist und sich alles gefallen lässt, sei dazu gesagt. Man nennt mir in dem Schreiben von den § 559 BGB, der den Vermieter zur Inrechnungstellung solcher Kosten befähigt.
Vielleicht könnte mir jemand hier sagen, wie die Sachlage zu interpretieren ist?
Vielen Dank für´s Lesen und für die Antworten.
Elever