Beiträge von Celegil

    Hallo zusammen,

    ich bin neu in diesem Forum und habe mich aufgrund eines konkreten Problems mit meinem Vermieter zur Anmeldung entschlossen. Es kommt jetzt eine "wall of text" ich würde mich dennoch freuen, wenn es den ein oder anderen gibt, der sich den Sachverhalt durchliest und mir mit einem guten Rat zur Seite steht.


    Grundsätzlich hatte ich in der Vergangenheit ein relativ gutes Verhältnis zu meinem Vermieter. Dies liegt vor allem auch daran, dass er ein langjähriger Freund meiner Partnerin ist. Wir haben vor knapp 2 Jahren einen Mietvertrag über eine 2 ZKB Wohnung zu "normalen Konditionen" abgeschlossen. Heißt, die Wohnung wurde mir nicht zu einem Freundschaftspreis oder so überlassen. Bei Einzug war der Hausflur im Rohbauzustand, die Eingangstür schloss nicht richtig und im Bad waren einige Fugen zu erneuern, weil diese stark von Schimmel befallen waren.

    Ich habe ihn damals auf die Mängel aufmerksam gemacht und er hat zugesagt sich um die Mängel zu kümmern, avisierte allerdings auch, dass dies ein wenig Zeit in Anspruch nehmen könne. Hintergrund ist, dass er mit einer Firma selbständig ist und die Mängel gerne selbst beseitigen wollte. Meine Freundin hat ihn immer als zuverlässigen Partner kennengelernt und wir waren uns sicher, dass er sein Wort hält. Mein Einzug fand im Januar statt. Kurz nach Einzug stellten wir fest, dass der Fußboden auch bei laufender Heizung extrem kalt bleibt. Auf Nachfrage beim Vermieter erklärte man mir, dass die "Werkstatt" unter der Wohnung nur mehr als Lagerraum genutzt wird und nicht mehr beheizt wird. Da der Winter allerdings auch extrem kalt war und wir nicht direkt nach Einzug mit Streitigkeiten beginn wollten, haben wir zunächst keine weiteren Schritte unternommen.

    Doch es ging noch weiter. Da im meinem Mietvertrag kein Dachbodenraum zur Nutzung angemietet wurde, hatte ich den Dachboden bisher nicht in Augenschein genommen. Erst als im vergangenen Sommer ein Wasserschaden in der Wohnung auftrat und ich mit meinem Vermieter die Eintrittsstelle begutachtet stellte ich fest, dass der Dachstuhl nicht nur mangelhaft, sondern in großen Teilen überhaupt nicht isoliert ist. Man kann direkt auf die Dachpfannen schauen. An einigen Stellen wurde provisorisch versucht eine Art Dämmwolle anzubringen, diese ist allerdings in weiten Teilen schon wieder abgerissen.

    Die Mängel im Hausflur, an der Haustür, am Dach (abgesehen von der Undichtigkeit), der Bodendämmung, im Bad und weitere wurden bis heute nicht behoben. Ich habe meinen Vermieter immer wieder darauf hingewiesen, er hat die Mängel sogar letztmalig nach mit mir im Mai diesen Jahres besichtigt. Dumm wie ich war und sicherlich auch wegen des lieben Friedens mit einem Bekannten habe ich ihm seine Beteuerung die Mängel zeitnah zu beheben wieder abgekauft. Das Resultat ist, dass bis heute kein einziger Mangel abgestellt ist und erneut die Heizperiode beginnt. Ganz im Gegenteil... Es kommen immer weitere durch seine Untätigkeit hinzu. Die Fugen im Bad sind mittlerweie so verschimmelt, dass sich Risse gebildet haben, die dazu führen, dass Wasser aus der Dusche in die unten liegende Werkstatt läuft. Auch darauf habe ich ihn hingewiesen. Im Winter war es bei Frost im Eingangsbereich des Hauses so kalt, dass es Eis auf den Stufen gab, da ein Oberlicht offenbar auch leicht undicht ist. Es liegen Elektroleitungen im Eingangsbereich offen (die offenbar zu einem Schalter oder einer Steckdose gehören), die Treppenstufen des Aufgangs zur Wohnung sind teils komplett unbefestigt und herausgebrochen. Sie liegen nur noch lose auf. Es bilden sich Risse im Mauerwerk des Flurs, die dazu führen, dass Putz in Quadratzentimeter großen Stücken heraus bröckelt. Meine Nachbarn klagen durch Feuchtigkeit über Schimmelbefall in der Wohnung und zahlen bereits keine Miete mehr...

    Mir ist bewusst, dass ich mich in der Vergangenheit ziemlich hab an der Nase herumführen lassen. Im Grunde will ich einfach nur noch ausziehen. Allerdings habe ich Angst, dass eine fristlose Kündigung so nicht durchsetzbar ist... Daher überlege ich nun ihm rückwirkend für den Zeitraum von Mai bis Oktober und künfig die Miete zu kürzen. Begründung: Ich habe mit ihm im Mai die Mängel besichtigt und mündlich die Zusage von ihm erhalten, dass er die Mängel abstellt. Ich überlege ihm nun schriftlich eine Nachfrist von letztmalig drei Wochen zu setzen.

    Ich habe mich bereits informiert in welchen Grüßenordnungen Mietminderungen wegen der oben beschrieben Mängel durchsetzbar sind und konnte eine Größenordnung von 30 - 40 % ermitteln.

    Könnt ihr mir weitere Tipps geben und eventuell die Situation beurteilen?

    Danke im Voraus!

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