Ich bin letzte Woche in meine neue Wohnung eingezogen – es handelt sich um eine Altbauwohnung in einem Seitenflügel (Eigentumswohnung – private Verwaltungsfirma kümmert sich um Verwaltung für den Eigentümer). Bei der Besichtigung durch den Makler war im Schlafzimmer ein großer Wasserschaden zu erkennen, der aber - wie versprochen - zum Einzug beseitigt wurde. Bei der Wohnungsabnahme letzte Woche waren an anderen Stellen im Schlafzimmer mutmaßlicher Schimmelbefall festzustellen – die Farbe blätterte an einer kleinen Stelle von den Wänden, während an anderer Stelle „dunkle Flecken“ unter dem Anstrich zu erahnen waren. Die Mitarbeiterin der Vermietung meinte, es hätten schon in der Vergangenheit Feuchtigkeitsmessungen in der Wohnung stattgefunden – das Ergebnis dieser Untersuchungen wurde mir nicht verraten, stattdessen sollte ich das einfach weiter „beobachten“ und ggf. melden, wenn sich die Stelle vergrößern sollte. Die betreffenden Stellen wurden im Abnahmeprotokoll festgehalten bzw. Handy-Fotos gemacht.
Nun hat es dank herbstlichem Wetter die letzten Tage über stark geregnet – und die Flecken beginnen sich scheinbar zu vergrößeren – trotz Lüften und Heizung einschalten. Die gesamte längsseitige Wand ist kalt – Nässe scheint in die Wand ungehindert einzudringen. Meine Schwester, ihres Zeichens Asthmatikerin, hat es nicht mal zwei Stunden in der Wohnung ausgehalten, ohne zu husten und Kopfschmerzen zu bekommen, nachdem die Heizungen laufen. Gleichzeitig hatten meine Besucher und ich eine Art Reizung im Mund/Zungenspitze, wie von Chemikalien.
Zum selben Zeitpunkt hatte ich durch Zufall ein Gespräch mit Eigentümern aus dem Vorderhaus, die dort auch wohnen. Die Eigentümerversammlung des Hauses hat sich auf die Sanierung der betreffenden Außenwände geeignet. Dabei handelt es sich um eine Brandmauer, die aber undicht ist, da das Haus auf der anderen Seite nicht mehr von einem anderen umschlossen wird (wohl im Krieg zerstört worden). Das Problem sei zumindest an der einen Wandseite schon längere Zeit bekannt, allerdings werden die Sanierungsarbeiten von schätzungsweise ca. 200.000 EUR erst in exakt zwölf Monaten beginnen. Das Paar sprach davon, dass man wegen dem Schimmel eigentlich nichts machen könne, sowie von einer „Rammsch-Immobilie“, die ihnen und den anderen Eigentümern angedreht worden sei.
Meine Frage ist, wie ich mich jetzt verhalten soll? Ich will eigentlich gar nicht mehr in die Wohnung einziehen – die Wohnungsübergabe ist gerade mal sechs Tage her, der Großteil meiner Sachen steht noch in meiner alten Wohnung, die ich allerdings in fünf, sechs Tagen für den von mir neu gesuchten Nachmieter räumen muss. Der Mietvertrag der neuen Wohnung läuft über ein Jahr, wobei im Vertrag ein Fehler gemacht wurde – anstatt Ende August 2014, wurde August 2013 als nächstmögliches Datum für eine fristgerechte Kündigung angegeben (schriftlich ist allerdings davor noch der Hinweis ein Jahr nach Mietbeginn angegeben, und mein Mietbeginn ist weiter vorne im Vertrag festgehalten). Die Wohnung war auch ein Provisionsobjekt – die Zahlung steht auch noch aus. Die Maklerin hatte mir u. a. den Zutritt zum Keller nicht gewährt – dieser müffelt auch bei trockenem Wetter stark nach Schimmel, hätte ich diesen betreten, hätte ich wohl den Gedanken an ein Bewohnen des Hauses schnell beiseite gelegt.
Ich habe keine Mietrechtsschutzversicherung. Kann ich in diesem Fall auf eine fristlose Kündigung drängen, mit dem Hinweis darauf, dass der Mietmangel – die nasse Brandschutzwand – erst in zwölf Monaten behoben wird?