Beiträge von ithildin

    Hallo,

    zuerst die Einstiegsfrage: kann meine Vermieterin Gründe für eine Kündigung finden bzw. diese dann auch durchsetzen.

    Vorgeschichte:

    Die Sachlage gestaltet sich folgendermaßen:

    meine Vermieterin ist 85 Jahre alt und bewohnt ein Haus neben meiner Wohnung (Mehrparteienhaus mit Privatwohnungen, Ärzten, Anwälten...).
    Ich empfinde sie als sehr resolut und herrisch. Wenn etwas nicht nach ihrem Kopf läuft, droht sie sofort mit Konsequenzen bzw. relativ schnell mit Kündigung des Mietverhältnisses.

    Letztes Jahr hielt ich 2 Kaninchen (Kleintiere) auf einem 12qm²-Balkon (ausschließlich dort). Ein Nachbar hat sich angeblich beschwert, woraufhin sie meine Wohnung besichtigen wollte um sich ein Bild zu machen - das Ende vom Lied war, dass ich die beiden weggegeben habe um die weitere Mieter-Vermieterbeziehung nicht zu gefährden --> dort drohte sie auch mit Kündigung, obwohl ich der Meinung bin, dass Kleintiere aus der Tierverbotsklausel rausfallen, v.a. da ich sie nicht einmal innerhalb der Wohnung gehalten habe... egal - war geklärt.

    Der nächste Punkt ist, dass besagte Vermieterin bei anstehenden Wartungs- und Reparaturarbeiten im Haus (nicht konkret auf meine Wohnung bezogen) 1-2 Wochen vorher einen Aushang macht (erstmal vollkommen in Ordnung). Für mich ein persönliches Problem ist dabei allerdings, dass sie mein Einverständis voraussetzt, die Wohnung in meiner Abwesenheit betreten zu dürfen (wortwörtlich: Ich gehe davon aus, dass ich Ihre Wohnung mit den Handwerkern betreten darf, wenn Sie nicht anwesend sind).
    Dieses Einverständnis habe ich ihr entzogen und mittlerweile ist vereinbart, dass wir entweder bei dem veranschlagten Termin anwesend sind - bzw. bei Abwesenheit einen neuen Termin ausmachen --> die Konsequenz meinerseits war ein Schlosswechsel an meiner Wohnungstür

    das neue Problem war Schimmelbildung in der Wohnung (4. Stock, Hausecke, Wetterecke, Haus 50 Jahre alt), worüber die Vermieterin diese Woche sofort informiert wurde. Ich wohne das 3. Jahr in dieser Wohnung und der Schimmel tritt zum ersten Mal auf. Anscheinend ist fehlerhafte Lüftung der Grund - sie zahlt aber die Malerarbeiten --> also für mich alles gut, selbst wenn ich verantwortlich sein sollte für den Schimmel.

    Im Laufe dieser Auseinandersetzung wegen des Schimmels hat die Vermieterin durch meinen Lebenspartner erfahren, dass wir das Schloss ausgewechselt haben - woraufhin sie mit Kündigung des Mietverhältnisses gedroht hat und mit einem Brief vom Rechtsanwalt, falls wir das nicht rückgängig machen sollten.
    In einem anschließenden Telefonat machte ich ihr nochmal deutlich, dass wir das Schloss sehr wohl auswechseln dürfen und sie diesbezüglich auch gerne ihren Rechtsanwalt dazu befragen dürfe.


    Nun erhielt ich heute ein Schreiben von meiner Vermieterin, indem sie das "vertrauensvolle Mietverhältnis" in Frage stellt.
    Weiterer Inhalt des Schreibens sind folgende Punkte:

    Sie stellt aufgrund einer Information der Malerfirma fest, dass die Schimmelbildung aufgrund mangelnder Lüftung entstand und dass das Schlafzimmer und das Bad für 2 Personen zu klein ist (seit 35 Jahren wird an Einzelpersonen vermietet).

    Wir haben sie nicht über den Schlosswechsel an der Wohnungstür informiert und sie hofft, wir haben das alte Schloss "wenigstens" aufbewahrt (klar haben wir das!)

    Sie führt die frühere Tierhaltung an, die zu "nachbarlichen Beschwerden geführt" habe...

    und schließt eben mit dem Satz, dass die Punkte "nicht zu einem vertrauensvollen Mietverhältnis" beitragen.

    **********************************************

    Wenn hier nicht solche Wohnungsknappheit herrschen würde und meine finanzielle Situation besser wäre, würde ich halt einfach kündigen und mir was anderes suchen. So ist es leider nicht.
    Ich bin in Ausbildung, mein Freund mitten im Studium.

    Durch die bisherigen Erfahrungen haben wir beide uns innerlich mit dieser "angespannten" Situation abgefunden.
    Um meine Eingangsfrage zu wiederholen: Ich habe den Eindruck, die Vermieterin kommt nicht damit klar, dass wir unsere Rechte geltend machen und ihre Selbstverständlichkeiten nicht einfach so hinnehmen.
    Sie hat einen Anwalt, Bevollmächtigte und sonstwas.

    Kann sie uns damit an den Karren fahren oder sind das eher leere "Drohungen".
    Kann sie durch ihre schriftliche Erklärung des Misstrauens auf weitere Schritte aufbauen (falls ihr Anwalt ihr dies geraten hat)???
    --> ich bin mittlerweile ein bisschen paranoid

    Würde mich über Ratschläge für das weitere Vorgehen oder Informationen zur Rechtslage sehr freuen.

    Vielen Dank
    Anne

    (ich will mich nicht groß auf Diskussionen einlassen oder die Situation verschlimmern.
    Ich würde gerne nur eine Sicherheit haben, die nächsten 2 Jahre dort wohnen zu können ohne dass sie mir fristlos kündigen kann)

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