Hallo zusammen,
ich habe ein Problem mit der Berechnung der Indexmieterhöhung bei meinem Mietvertrag und würde gerne eure Meinung dazu hören.
Bekanntlich basiert die Indexmiete auf dem Verbraucherpreisindex (VPI). Nun folgende Situation: Mein Indexmietvertrag läuft seit Mai 2021. Die erste Mieterhöhung erfolgte im Mai 2023. Damals hat der Vermieter nicht die maximal mögliche Erhöhung von 12,3% eingefordert, sondern sich auf den VPI vom August 2022 bezogen und damit um 7,9% erhöht.
Nun will er pünktlich zum 1. Mai 2024 erneut die Miete erhöhen. Hier liegt das Problem: Anstatt sich auf den VPI zum Zeitpunkt der letzten Erhöhung vom Mai 2023 zu beziehen, nimmt er wieder den Wert vom August 2022 als Basis für die Berechnung. Daraus errechnet er für sich eine Erhöhung von 6,7%, verlangt aber "gnädigerweise" nur 4,1%.
Nach allem, was ich recherchiert habe, muss sich eine Indexmieterhöhung aber auf den VPI zum Vertragsbeginn ODER zum Zeitpunkt der letzten Erhöhung beziehen. Der Vermieter kann nicht einfach einen anderen Wert aus der Vergangenheit heranziehen. Quelle: Berliener Mieterverein: Die Indexmiete nach § 557 b BGB
Ausgehend vom VPI im Mai 2023 wären bis Februar 2024 meines Erachtens nach lediglich 1,37% rechtens (116,5 auf 118,1).
Die Frage ist nun: Darf der Vermieter für aufeinanderfolgende Erhöhungen wirklich immer bis zum Vertragsbeginn zurückrechnen? Wenn er bei der ersten Erhöhung die volle Inflationsanpassung nicht ausgeschöpft hat, kann er sich dann bei der nächsten Runde einfach wieder auf den damals verwendeten Wert berufen?
Leider klärt § 557b BGB die Berechnungsgrundlage nicht eindeutig. Ich habe auch keine vorherige gerichtliche Entscheidung dazu gefunden. Die Infos, die ich auf Mietrechtsportalen finde, sprechen aber klar dagegen.
Wie meint ihr, soll ich vorgehen? Einfach die 4,1% akzeptieren, weil der Vermieter ja schon mal darauf verzichtet hat, mir die vollen 12% reinzudrücken? Oder mit Anwalt gegen die Erhöhung vorgehen, bzw. es auf meine Kosten prüfen lassen? Der Unterschied zwischen den 4,1% und den 1,37% wären für mich 530 EUR im Jahr.
Ich wäre für alle Ratschläge und ähnliche Erfahrungsberichte sehr dankbar!