Beiträge von Ameise

    Hallo, ich bin ganz neu hier und hoffe auf Tipps und Ratschläge, vielleicht kann jemand die rechtliche Situation beurteilen:

    In der Vergangenheit habe ich meinen Vermieter bereits auf unangenehme Gerüche in meinem Bad und im Hausflur, sowie aus einem unter meiner Wohnung (Hochparterre) liegenden Appartement (Souterrain - seit Jahren unbewohnt, dient als Rumpelkammer des Vermieters) aufmerksam gemacht.

    Den Verdacht auf Schimmel hatte ich schon länger, doch in meiner Wohnung war absolut kein sichtbarer Sc himmel erkennbar.

    Ostern entwickelte sich Verwesungsgeruch aus dem Souterrainappartement heraus, der anfänglich (ca. 4 Wochen stark) und danach noch weitere mindestens 4 Wochen wahrnehmbar war.

    Mein Vermieter ist diesem Problem mit Lüften begegnet, behauptet er habe keinen Kadaver entdeckt und der Geruch sei nur max. 2 Wochen wahrnehmbar gewesen (Lüge).

    Während dieser Zeit entwickelte sich modriger Geruch in einem Wandschrank (unter der Decke, eingebaut, aus Holz) in meiner Küche. Zunächst kein Schimmel erkennbar. Nach ca. 2 Wochen war dann doch Schimmel sichtbar und zwar um ein auf der Wand aufgebrachtes Holzbrett herum unmittelbar unter der Decke. Dieser Schimmel entwickelte sich explosionsartig, so dass sich schon nach wenigen Tagen Fäden bildeten und innerhalb von ca. 2 Wochen der ganze Schrank befallen war.

    Ich habe meinem Vermieter dies sofort angezeigt, er meinte das sei ein Lüftungsproblem meinerseits.

    Eine Freundin von mir ist Malermeisterin und hat sich das angeguckt und meinte es läge vermutlich ein Wasserschaden in der Wohnung darüber vor.

    Diese Vermutung meldete ich meinem Vermieter und er wiegelte widerum ab, es gäbe keinerlei Anzeichen für einen Rohrbruch.

    Um es etwas abzukürzen:

    Mittlerweile wurden 4 Rohrbrüche im Haus festgestellt: einer im 2. OG, drei im 1. OG, alles Wohnungen über meiner Wohnung. Zuletzt lief mir das Wasser von der Decke im Bad und bildete Pfützen auf dem Fliesenboden. In der Wohnung direkt über mir (1. OG) wurden schwere Schäden festgestellt (1. ein komplett abgebrochenes Siphon der Badewanne, mein Vermieter behauptet, das Siphon sei minimal lose gewesen und habe nur getropft, 2. Abwasserrohre aus Küche und Bad waren im Bereich zum Hauptabfluss des Hauses undicht, 3. der Waschmaschinenablauf meiner Nachbarin über mir war ebenfalls undicht, was zum sichtbaren Wasserdurchbruch in meinem Bad führte.

    Wände zwischen meinem Bad und der Küche (da wo der eingebaute Wandschrank befestigt ist) sind komplett nass, nasser geht's kaum (es gibt Fotos davon). Es stinkt unglaublich nach Schimmel und Moder. Mein Vermieter meint über seinen Anwalt ich solle die Fenster öffnen und lüften und wenn die Wände trocken sind neu streichen. Dies begründet er damit dass ein Freund von ihm (sehr alter Mann, ehemals Malermeister) den Schimmel im Wandschrank beseitigen sollte, dies auch getan hat, am Ende aber nicht mehr gestrichen hat, da er darauf angesprochen ob es Sinn macht nasse Wände mit Farbe zu überstreichen genervt die Arbeiten abgebrochen hat. Der Anwalt meines Vermieters behauptet ich habe den "Handwerker" an seiner Arbeit gehindert und nun selbst für die Beseitigung des Schadens zuständig.

    Vielleicht ist noch wichtig, dass zwei Rohrbrüche erst nach diesem Vorfall durch eine Leckortungsfirma festgestellt wurden.

    Ich habe seit Wochen die Fenster in Bad und Küche 24 Stunden sperrangelweit offen, es trocknet quasi nichts trotz der hohen Temperaturen, es stinkt gewaltig. Küche und Bad sind kaum benutzbar. Wir gehen mit FFP3-Maske zur Toilette, da es sonst nicht auszuhalten ist.

    Ich habe mittlerweile extreme gesundheitlich Symptome, die auf eine Schimmelpilzallergie hinweisen.

    Zwei Leckortungsfirmen haben unabhängig voneinander darauf hingewiesen dass hier dringend Trocknungsgeräte aufgestellt werden müssen da ansonsten keine Chance auf Trocknung der Wände besteht. Auch wollte man sich dafür einsetzen dass ein Luftfilter angeschafft wird, um die gesundheitliche Belastung zu reduzieren.

    Mindestens eine Firma hat meinem Vermieter ein entsprechendes Angebot zugesandt. Auf Nachfrage teilte man mir mit dass sie innerhalb von 3 Tagen in der Lage sind Trocknungsgeräte aufzustellen, nachdem sie vorher die Wände desinfiziert hätten.

    Mittlerweile sind 2 weitere Wochen vergangen. Mein Vermieter kümmert sich lediglich um die Beseitigung der Rohrbrüche durch einen Sanitärinstallateur.

    Mein Vermieter wohnt im Haus und ist bisher kein einziges Mal hier gewesen um sich ein Bild von dieser Katastrophe zu machen.

    Ich bin seit 4 Monaten mit dem Mieterverein zugange, erreicht wurde nichts, gar nichts. Im Gegenteil: Ich habe seit Juni die Miete um 10 % auf Anraten des Mietervereins gekürzt. Das hat mir einen Mahnbescheid und eine Klagezustellung auf Zahlung der rückständigen Miete beschert. Dieses Procedere führt lediglich dazu dass ich denkbar schlechte Karten bei der Wohnungssuche habe (Mahnbescheid und ggf. auch noch negativen Schufaeintrag).

    Ich habe nun einen Anwalt beauftragt die Sache in die Hand zu nehmen.

    Meine Fragen:

    Die erste Leckortungsfirma ist bereits Anfang/ Mitte Juli hier gewesen und hat dokumentiert dass die Wände extrem nass sind ("hier muss das Wasser schon länger laufen....") und Trocknungsgeräte erforderlich sind. Wie schnell hätte der Vermieter darauf reagieren müssen? Ist es nicht fahrlässig wenn er mich und meinen Sohn der Gesundheitsgefahr durch Schimmelbefall wissentlich weiterhin aussetzt und keine Abhilfe schafft?

    Ist eine Mietminderung i.H.v. 10 % noch angemessen? Gefühlt wäre hier meiner Meinung nach mindestens die Hälfte der Miete passend. Wir haben alles aus dem Bad rausgenommen (Handtücher, Zahnbürste, etc.), gehen nur noch schnell auf Toilette und Duschen, dann sofort wieder raus.

    In der Küche lagere ich keine Nahrungsmittel mehr, die Fenster und Balkontüre ist durchgehend offen, es bringt alles nichts. Wir essen dort nicht mehr, da der Gestank unerträglich ist.

    Auf den Wänden in Bad und Küche bilden sich durch die Feuchtigkeit Blasen.

    ist mein Vermieter verpflichtet uns eine Zwischenbleibe zu bezahlen sowohl ohne als auch mit Trockengeräten? (Trockner sollen sehr laut sein, unsere Nerven liegen sowieso schon blank, wir halten dauerhaften Lärm durch Trockner jetzt auch nicht mehr aus).

    Was könnt Ihr mir raten? Insbesondere bin ich sowieso auf der Suche nach einer neuen Wohnung, doch das ist so schwierig im Hinblick auf die Situation am Wohnungsmarkt.

    Liebe Grüße,

    Ameise

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