Hallo!
Folgender Fall, bei dem mich andere Meinungen und Erfahrungen sehr interessieren würden:
Mein Freund hat seine Wohnung fristgerecht und schriftlich zum 1.03.2011 gekündigt. Es folgte die Bestätigung der Kündigung. Ende Februar war die Wohnung leer und komplett renoviert.
Die Vermieterin war nicht erreichbar, wir hatten noch eine Frage und wollten den Termin für die Wohnungsübergabe ausmachen. Haben auf den Anrufbeantworter gesprochen und ihren Vater kontaktiert (die beiden machen das zusammen).
In der Wohnung haben wir eine neue Glasbar mit Stühlen und Vitrine zurück gelassen, weil wir für diese in meiner Wohnung keinen Platz mehr hatten. Mit dem Vater wurde abgesprochen, dass diese Sachen in der Wohnung stehen bleiben und entweder vom Nachmieter kostenlos übernommen oder von uns dann entsorgt werden können. Er sagte, wir sollten einen Schlüssel behalten um die Bar dann jederzeit entfernen zu können, wenn nötig - und einen Schlüssel beim Nachbar abgeben.
Mein Freund ist bei der Bundeswehr und unter der Woche 250km von der ehemaligen Wohnung entfernt.
Am 5.März war die Vermieterin wieder da und hat sich - so sagt sie - den Schlüssel beim Nachbar abgeholt und die Wohnung angeschaut. Ihr war noch eine kleiner Farbfleck an einem Türrahmen aufgefallen, den wir noch entfernen sollten. Außerdem fehlte eine Fußleiste im Wohnzimmer. Ansonsten sei die Wohnung top von uns hinterlassen worden. Wir kümmerten uns sofort, haben den Fleck entfernt.
Am 26.März hatten wir einen Termin bei der Vermieterin, an diesem Tag wurden alle Schlüssel zurückgegeben und schriftlich festgehalten, dass die Glasbar usw. für den Nachmieter in der Wohnung bleiben können. Es wurde besprochen, was von der Kaution abgezogen wird (z.B. die fehlende Fußleiste) und gesagt, dass man Anfang Mai mit der Abrechnung dieser rechnen könne. Der Umgang war stets sehr höflich, freundlich und ordentlich.
Anfang April rief sie an einem Sonntagnachmittag an und sagte, dass sie neue Mieter hat und diese die Glasbar usw. nicht behalten wollen und bat uns darum diese zu entfernen. Eine Stunde später standen wir vor ihrer Tür, haben den Wohnungsschlüssel (welchen wir dann in der Wohnung zurücklassen und die Tür einfach zuziehen sollten) und anschließend die Sachen in der ehemaligen Wohnung abgeholt.
Jetzt hat mein Freund bis letztes Wochenende nichts mehr von ihr gehört und sie am Sonntag dann mal angerufen. Da meinte sie, dass sie gerade die Abrechnung raus geschickt hatte und sie in den nächsten Tagen hier eintreffen würde. Außerdem wies sie ihn darauf hin, dass für den Monat März noch eine Nutzungsentschädigung in der Höhe der Miete anfallen würde. Weil er nicht alle Schlüssel pünktlich abgegeben und die Glasbar usw. in der Wohnung gelassen hätte. Sie tat so, als wüsste sie nichts von einer Absprache. Sie selber hat übrigens das Schreiben aufgesetzt, in dem die Angelegenheit mit der Bar festgehalten wurde! Auch ich habe dann mit ihr telefoniert. Im Endeffekt wollte sie das mit ihrem Vater klären, was mit ihm damals abgesprochen wurde. Heute habe ich sie erneut angerufen und sie sagte, ihr Vater hätte bestätigt, dass er sich mit der Sache mit der Glasbar einverstanden erklärt hat, aber davon, dass mein Freund einen Schlüssel behalten könne, hätte er nichts gesagt. Ich habe sie dann auch gefragt, woher wir denn dann hätten wissen sollen, dass wir einen Schlüssel bei den Nachbarn abgeben sollen? (wo sie sich diesen ja auch abgeholt hat!) Ich glaube kaum, dass irgendjemand einfach den Nachbarn nach Auszug einen Wohnungsschlüssel in die Hand drücken würde OHNE, dass das mit den Vermietern abgesprochen ist. Darauf wusste sie leider auch keine Antwort. Ohnehin scheinen ihr die Argumente zu fehlen.
Hätte sie ein Mal angerufen und gesagt, dass wir die Glasbar sofort entfernen und alle Schlüssel zurückbringen sollen, wären wir dem sofort nachgekommen! Aber es kam nichts von ihr.
Wir wissen nun wirklich keinen Rat mehr, wir haben versucht das mit ihr telefonisch zu klären. Sie beharrt aber auf ihr Recht, will die Begründung und Meinung meines Freundes nun schriftlich inklusive seinen Kontodaten und sich das dann nochmal überlegen. Sie hat auch jetzt in diesen beiden Gesprächen immer wieder gesagt, dass mein Freund ein sehr angenehmer und zuverlässiger Mieter war.
Ich habe mich dann natürlich im Internet informiert über den Anspruch auf Nutzungsentschädigung. Aber leider ist es ja immer etwas schwierig so etwas auf einen individuellen Fall bezogen zu beurteilen.
Was haben wir nun für Möglichkeiten?
Und wer ist hier überhaupt im Recht?
Liebe Grüße, bks