Beiträge von ElrasM

    Hallo liebes Forum,

    es geht, wie die Überschrift schon vermuten lässt, um eine Mietminderung wegen Baulärm.

    Meine Partnerin und ich wohnen seit letztem Jahr Dezember in der Wohnung. Seit ca. Februar diesen Jahres wird das Nachbarhaus "kernsaniert" mit jedem erdenklichen Krach.

    Lt. angesprochenen Handwerkern wird eine Wohnung komplett kernsaniert, das Dachgeschoss ausgebaut und in den letzten Wochen zusätzlich auch ein komplett neues Dach gemacht.

    Beide Gebäude teilen sich eine gemeinsame Wand. Jedes Bohren, Hämmern und z. T. Sägen überträgt sich sofort. Zudem liegt die Kernsanierte Wohnung genau auf unserer Etage und auch genau vor Kopf unseres Schlafzimmers. Zudem bin ich coronabedingt im Home Office tätig, sodass der Baulärm mich bei dieser Arbeit massiv beeinträchtigt.

    Seit etwas über einen Monat wurde dann für das neue Dach des Nachbarhauses ein Gerüst hochgezogen. Hierbei wurde auch unser Haus teileingerüstet und der Aufgang exakt vor unserem Schlafzimmerfenster positioniert.

    Nachdem ich immer wieder gehofft hatte, dass die Arbeiten seit Februar irgendwann mal beendet sind (es sind z. T. Baustops von einigen Tagen oder Wochen dazwischengewesen), habe ich mich letzten Monat entschlossen ein Lärmprotokoll zu führen und den Vermieter eine Frist zur Behebung zu setzen.

    Das erste mal hatte ich meinen Vermieter (eine Gesellschaft in Stellvertretung des Hauseigentümers, nicht vor Ort) im Mai informiert. Damals hieß es, man wüsste nichts von Bauarbeiten und könne nichts machen.

    Wie auch immer. Der Monat verstrich und die Arbeiten haben zeitweise noch an Intensität zugenommen (Kran vor der anderen Seite der Wohnung, Baumaterialien wurden auf Kopfhöhe über unserem Balkon gehoben, usw...). Mit Ablauf der Frist haben ich den Vermieter informiert, das Lärmprotokoll zugesendet und die Miete um 10 % gekürzt.

    Daraufhin hat der Vermieter geschrieben, dass er zwecks einer Wohnungsübergabe vor Ort gewesen sei und keinen Lärm hätte feststellen können. Er zweifle Grundsätzlich mein Lärmprotokoll an und Widerspreche der Mietminderung (die riesen Baustelle samt gesperrten Teilen des Bürgersteigs und das Gerüst scheinen wohl unsichtbar gewesen zu sein...).

    Jetzt, wenige Tage nach der Mietminderug, hat uns heute morgen der Eigentümer des Nachbarhauses besucht. Er müsse jetzt für die (64 €!) Mietminderung aufkommen und könne die Lärmbelästigung überhaupt nicht nachvollziehen. Und überhaupt, im Nachbarhaus sei eine alte Dame gestorben und er hätte das erste mal seit 50 Jahren die Möglichkeit gehabt die Wohnung zu renovieren, usw.
    Wir sollten jetzt umgehend den ausstehenden Mietbetrag überweisen, ansonsten hätte er drei Kanzleien und würde uns verklagen.

    Meine Frage ist nun, wie ich weiter vorgehen soll.

    Ich bin Student und noch nicht RS-versichert (überlege es mir nach dem Theater aber), ich lebe monatlich von nem Minijob und ein paar Euro von meinen Eltern.
    Ich habe ein Lärmprotokoll, Videos und Fotos gemacht und mit meiner Freundin auch mindestens einen Zeugen (die restlichen Mietparteien im Haus sprechen überwiegend kein deutsch und sind so eine Sache für sich). Soll ich es drauf ankommen lassen? Ich habe jetzt so unglaublich viele Tage extremen Lärm, neugierige Handwerker und Schmutz gehabt und fühle mich im Recht aber auf einen langwierigen Prozess mit hohen Anwaltskosten kann ich mich nicht einlassen.
    Gibt es ggf. eine Beratungsstelle oder sind die Anwaltskosten bei so einem geringen Streitwert erstmal noch gering?

    Vielen lieben Dank für eure Hilfe. Ich habe echt Sorge und bin gleichzeitig wütend, dass man offensichtlich nur zum abkassieren da ist...

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