Aber ich weiß nicht, wie ich an einen guten Anwalt kommen kann.
Das ist zum Teil ein subjektives Empfinden, bei wem man sich gut aufgehoben fühlt. Vielleicht muss man einfach mal eine Erstberatung in Anspruch nehmen, also ohne den Anwalt für weitere Schritte zu beauftragen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Außerdem kannst du erst mal schauen, welche Anwälte es in deiner Umgebung gibt. Dafüer klassisch ins Telefonbuch/Gelbe Seiten schauen, oder über Suchmaschinen, oder über dieses Anwaltsverzeichnis und dann rechts in der Spalte deinen Ort bzw. die nächst größere Stadt auswählen.
Ist es rechtens zu verlangen, dass 2x wöchentlich geputzt werden muss?
Das kann man so pauschal nicht beantworten. Denn in der Rechtsprechung heißt es nur, dass kein Bewohner benachteiligt werden soll gegenüber den anderen. Also wenn der Vermieter sagen würde, du musst das jede Woche fürs ganze Haus machen ohne Entlohnung, wäre das nicht in Ordnung.
nicht gerechtfertigt, mir die Reinigung zu entziehen und dann einfach zu behaupten, es sei versifft
Diese Begründung reicht so auch nicht aus. Der Vermieter müsste es viel genauer erklären, was und wo genau die Reinigung ungenügend sei. Gegen die Kosten wirst du dich bei der nächsten Nebenkostenabrechnung also wehren können, auch wenn das leider wieder neuen Stress bedeutet.
Ich lese im Mietvertrag auch, dass wir Mieter wohl auch für den Bürgersteig zuständig sind?
Ja, auch diese Pflicht darf ein Vermieter auf die Mieter übertragen (genauso wie auch den Winterdienst), sofern kein Bewohner dabei benachteiligt wird. Voraussetzung ist aber, dass die Reinigung des Bürgersteigs in die Verantwortung des Vermieters fällt. In manchen Städten ist das Aufgabe der Stadtverwaltung, und dann kann der Vermieter auch nicht die Mieter verpflichten.
aber sobald sie hören, Sozialamt, nein wollen die nicht. Das ist echt sehr, sehr traurig.
Gib nicht auf. Denn es gibt auch viele Vermieter, die froh sind, einen Mieter zu haben, der Sozialhilfe bekommt. Denn das ist zuverlässiges Geld, solange man dem Amt keinen Grund gibt, die Leistung kürzen zu müssen. Vielleicht hast du ja jemanden in deinem Umfeld, der als Bürge eintreten könnte.
Ich wünschte ich könnte wieder arbeiten, ich verdiene auch noch recht gut als Systemintegratorin, aber ich kanns leider nicht mehr.
Vielleicht wäre es jetzt der Zeitpunkt zu hinterfragen, ob es vielleicht unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Viele Unternehmen haben aufgrund der aktuellen Situation sich darauf eingestellt, dass Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können. Ich kenne deinen Beruf nicht, was man da im Detail machen muss, aber ein Versuch ist es Wert, eine veränderte Lage zu seinem Vorteil zu nutzen.
Erstberatungen sind bei der Versicherung ja kostenfrei, dann sollte ich mir jemanden suchen, der mich auch vertreten will.
Ich denke nicht, dass eine Rechtschutzversicherung für dich hilfreich ist, da du schneller Hilfe brauchst. Geh doch lieber mal zum Amtsgericht und frage nach einem Beratungsschein. Als Sozialhilfeempfänger bekommt man den und dann ist die Beratung beim Anwalt kostenlos. In Deutschland soll jeder Rechtsberatung bekommen, auch wenn man es sich nicht leisten kann. Es ist auch möglich, dass der Anwalt für dich den Beratungsschein beantragt, sprich ihn vor der Beratung darauf an.
Ich frage mich, was solche Leute in ihrem Leben verpasst haben, dass sie fremde Menschen so tyrannisieren müssen und sich tatsächlich auch noch im Recht damit fühlen
Diese Menschen haben es in ihrer Kindheit nicht anders beigebracht bekommen. Kinder wissen ja nichts, wenn sie auf die Welt kommen, für sie sind die Eltern der Maßstab aller Dinge. Bis zum 6 Lebensjahr ist die hauptsächliche Prägezeit. In dieser Zeit verwurzeln sich diverse Glaubenssätze in uns, die uns immer begleiten. Und leider wird vielen Kindern solche Glaubenssätze wie 'du kannst das nicht', 'du bringst eh nichts auf die Reihe', 'ich bin nicht liebenswert' eingetrichtert, was später Auswirkungen auf das ganze Verhalten hat.
Bei deinem Vermieter kommt noch erschwerend dazu, dass genau in diese Prägezeit der Weltkrieg kam. Auch wenn er daran keine Erinnerung mehr haben sollte, im Unterbewußtsein sind diese Zustände sehrwohl hängen geblieben und haben geprägt. Wäre die Situation für dich nicht so belastend, müsste man sogar Mitleid mit dem Menschen haben. Er hat es nicht anders gelernt, es hat ihm niemand beigebracht, wie ein Leben aussehen würde, das auf Liebe und Dankbarkeit beruht.