Hallo und guten Abend,
seit mittlerweile knapp 2 Jahren bewohne ich meine erste Etagenwohnung als Mieter. Zuvor hatte ich nur DG Wohnungen bewohnt. Das Mehrfamilienhaus stammt aus den 70s oder 80s. Es sollte in allen Wohnungen Parkett in den Wohnzimmern und Laminat in den übrigen Räumen verlegt worden sein.
Bis vor 3 Monaten hatte ich über mir eine angenehme 3-köpfige Familie bestehend aus Vater, Mutter und Sohn (um die 10 Jahre alt). Die 3 hatte ich nur sehr selten gehört. Wenn nur wenn etwas heruntergefallen ist oder kurz vor Mitternacht, wenn irgendein Gegenstand auf Rollen zur Seite gerollt wurde. Die Familie ist seit Mai raus und dafür ist eine neue 3-köpfige Familie eingezogen mit einem vielelicht 3 jährigen Kind. Es ging direkt in der ersten Woche los mit dem Lärm. Täglich wurde während der Ruhezeiten gebohrt und geklopft. Ich hatte mir gedacht, gut die werden ihre Möbel zusammenbauen, das kann ich vertreten. Allgemein ist die Nachbarschaft hier recht ruhig und dazu tollerant.
Der Lärm zog sich über Wochen. Seit mitte Juli ist Schluss mit dem Umzugslärm, dafür kehrt immer mehr der Alltagslärm ein. Vormittags und Abends wird die Kindermusik laut augedreht und viel schlimmer, es wird den ganzen Tag getrampelt. Es ist so schlimm, dass ich morgens mit meinen Nachbarn aufstehen und damit auch abends mit ihnen schlafen gehen muss. Wenn es mir Tagsüber zu bunt wird, verlasse ich auch meine Wohnung und schleiche durch die Stadt und suche mir einen alternativen Ort an dem ich arbeiten kann. Ich muss sozusagen meinen Alltag nach den Leuten über mir richten.
Nachts bzw. Abends ab 23 Uhr ist es hingegen ruhig, fast schon still.
Am lautesten trampelt die Frau. Kaum zu glauben da sie klein und ein Fliegengewicht ist. Ihr Mann, ein stämmiger und mir nicht ganz koscher Kerl, trampelt nur ab und an aber wenn dann vibriert es auch manchmal der Boden. Ich hatte sie anfang August an der Tür abgefangen und genervt gebeten dass sie sich Schuhe kaufen und allgemein auf die Lautstärke beim Gehen achten, da es unerträglich ist durch die Holzböden. Sie stimmte mir zu, entschuldigte sich und versprach Besserung. Es passierte allerdings gar nichts.
Meinen Vermieter / die Verwaltung brauche ich erst gar nicht ansprechen. Die machen hier gar nichts in den Wohnungen. Hauptsache von außen ist alles schick und irgendwann wird alles mal wieder renoviert. Selbst wenn ich klagen würde und die 10% Mietminderung einklagen könnte, wäre mir damit nicht geholfen.
Auziehen ist allerdings auch keine gute Option. Ich bin ab Oktober bis Neujahr nur an Wochenenden hier und werde in dieser Stadt dann "nur" noch 10 Monate verbleiben. Das heißt konkret, dass ich mich erst ab Januar 2019 um eine neue Wohnung und einen Umzug kümmern könnte. Mal davon abgesehen, dass die Mietpreise im vergangenen Jahr explodiert sind und mittlerweile fast alle Wohnungen min. 12 Monate bewohnt werden müssen.
Gibt es für mich als Mieter vielleicht noch andere Möglichkeiten das Problem zu lösen? Seitens der Nachbarn passiert nichts, der Vermieter wird sich (wieder) stur stellen und ein Umzug ist nicht möglich.