Hallo liebes Forum,
ein Update unserer Frage: Unsere Vermieterin hat den Brief von mir persönlich letzten Montag ausgehändigt bekommen. Sie war damals schon sehr klar nicht begeistert und hat uns unterstellt, dass wir das nur machen würden, weil "man das ja von Zeit zu Zeit braucht, sich zu beschweren."
Sie rief letzte Woche an und bat um ein Gespräch und war gerade hier. Beim Anruf war ich optimistisch, denn sie klangt wieder sehr freundlich und ich dachte, sie hätte einfach eingesehen, dass wir Recht haben.
Jetzt war sie hier.
Ergebnis:
- Sie behauptet immer noch, wir würden wegen "Kinkerlitzchen" Streß machen. Außerdem warf sie uns vor, sofort schriftlich zu antworten, statt zunächst ein klärendes Gespräch zu suchen.
- Sie erklärte uns ausführlich und unter Zuhilfenahme eines Zettels, warum es gerechter wäre, Müll, Garten, Abwasser und allgemeinen Strom nach Personen aufzuführen. Daraufhin haben wir geantwortet, dass es im Mietvertrag anders steht, das somit also keine Frage von Gerechtigkeit ist.
- Sie erklärte, dass unterschiedliche Parteien im Haus unterschiedliche Mietverträge hätten und sie deshalb die Abrechnung auch gar nicht anders machen könne, es auch nicht werde und es auch im nächsten Jahr auf keinen Fall ändern werde.
- Sie sagte, dass wir uns letztes Jahr nicht beschwert hätten und deshalb auch kein Recht hätten, es dieses Jahr zu tun.
- Auf unsere Frage, was sie denn zum Passus im Mietvertrag sagt, dass alle anderen Betriebskosten (die in einem vorherigen Paragraph auch alle aufgeführt sind und u.a. Müll, Garten, Abwasser und allgemeinen Strom umfassen) pro m² aufgefasst werden, sagte sie, sie hätte sich erkundigt, und ihre Auskunft wäre, dass man als Vermieter entscheiden kann, welchen Umlageschlüssel man nimmt, je nachdem, welcher am meisten Sinn macht. Auf unseren Einwand, dass es aber bei uns vertraglich so (nach m²) geregelt sei, antwortete sie, dass sich ja die allgemeine Gesetzgebung manchmal ändern würde und das auch Teile unseres Mietvertrag ungültig machen könne, das ihre Auskunft sei, und sie sich damit im Recht sehe.
- Sie erklärte, dass sie Minus machen würde, wenn sie unsere Nebenkosten anders abrechnet.
- Sie sagte, dass vertraglich auch geregelt wäre, dass wir das Treppenhaus sauber machen und das nicht ordentlich genug geschehen ist.
- Sie sagte, dass sie sich nicht weiter damit beschäftigen will und das zum Anwalt geht, aber sie auf keinen Fall das erlässt.
Im ganzen Gespräch waren wir sehr konstruktiv, haben ihr nichts unterstellt, haben sie daran erinnert, dass wir seit 2 Jahren gute Mieter im Haus sind, die ihre keine Scherereien gemacht haben und betont, dass wir sofort den Widerspruch zurückziehen, wenn sie uns zeigen kann, dass wir Unrecht haben und zwar rechtskräftig (nicht mit der Behauptung, dass das ihre Auskunft sei...)
Jetzt meine Fragen:
- Ich glaube, sie hat mit dem meisten davon Unrecht. Ist das korrekt, dass ihre Einwände rechtlich keinen Bestand haben?
- Wir haben das Gespräch gleich danach aus dem Gedächtnis schriftlich protokolliert, aber nicht während des Gesprächs. Was sollen wir als nächstes tun? Ich zögere noch zum Mieterschutzbund zu gehen, weil der Streitwert auch nur 100€ sind.
- Wir haben Sorge davor, dass das Verhältnis jetzt zerrüttet ist. Was können wir tun, um uns zu schützen? z.B. wollen wir in ca. 1 1/2 Jahren ausziehen (aber nicht vorher) und ich habe gerade Sorge, dass sie sich die 100€ z.B. dadurch zurückholt, das sie am Ende überall Schäden reklamiert, wo keine sind und dann Teile der Kaution zurückbehält.
Danke an alle, die sich all das hier durchgelesen haben und Gedanken dazu machen!
Liebe Grüße,
Klexs