Beiträge von Ratlosundhilflos

    Danke, Fruggel, für diese beruhigenden Worte.

    Ein Teil des Problems ist eben, dass wir oft (nicht immer, aber oft) vor vollendeten Tatsachen stehen. Die Handwerker arbeiten bei geschlossener Tür ("das wird eine Riesenstaubentwicklung, das wollen Sie nicht in der Wohnung haben"), entfernen dann schnell, was kaputt sein soll.

    Der Vermieter kommt vorbei und meint, dass dies und jenes nicht anders zu lösen sei, als durch eine modernisierende Instandhaltung. Das hätten die Handwerker gerade am Telefon bestätigt und beauftragt sofort die Handwerker, das zu tun, was zu tun ist, "wo sie schon dabei sind".

    Uns wird auch damit Angst gemacht. Wenn wir es nicht jetzt zulassen, eine viel größere und viel schlimmere Baustelle, mit viel größeren Unannehmlichkeiten, die sich dann über Wochen oder Monate hinziehen könnten, auf uns zukommen wird.

    Wobei wir wirklich mitbekommen haben (es ist wirklich wahr, man glaubt es nicht), dass diese Dinge schon vorher auf der Straße vor dem Haus oder am Telefon während der Arbeiten besprochen werden und die Handwerker unter Druck gesetzt werden, zu bestätigen, dass dies und jenes nicht zu reparieren sei, auch wenn sie selbst meinen, es könne so bleiben).


    Aber danke noch einmal für die beruhigenden Worte. Wir sind nicht alt, aber auch nicht mehr ganz jung, und das alles setzt uns und unserer Gesundheit unglaublich zu. Man fühlt sich so ausgeliefert.

    Vielen Dank, Fruggel. Angst ist das richtige Wort. (Wir haben ein sehr kleines Einkommen, sind beide chronisch krank bzw. behindert (unsichtbare Behinderung), und einen Rauswurf können wir nicht gebrauchen. Wir sind jetzt schon von dem ganzen Stress ganz krank).
    Das Problem ist eben auch, wenn nicht nur die (vermeintlich) kaputte Sache ausgetauscht wird, sondern sich daraus eben Nebenschauplätze ergeben. Es geht von "instandhaltende Modernisierung", weil durch den Austausch eines angeblich kaputten Rohranschlusses der Wasserdruck, der nicht dem Standard entsprochen habe, verbessert wird, bis zu: weil der Spülkasten ersetzt werden sollte (er war alt, aber absolut in Ordnung, bevor die Schwimmerdichtung ersetzt werden musste und es dann hieß, er würde es so oder so nicht mehr lange tun, ein neuer müsste her), musste die Toilette auch ersetzt werden (die modernen Spülkästen könne man nicht daran anschließen, obwohl wir auf einem Baumarktvideo gesehen haben, dass es gleichwertige Spülkästen noch immer gegeben hätte und der Toilettenanschluss auch nicht anders gewesen wäre), durch eine schöne modernere bessere = Modernisierung = Mieterhöhung.
    Das Ganze muss immer dann ganz schnell gehen (solange die Handwerker eben die erste Reparatur durchführen und dies und jenes schon offen ist), so dass wir keine Zeit haben, uns beraten zu lassen.

    Das ist es ja, deshalb sagte ich ja, das glaubt mir niemand: Wir haben mitbekommen, dass diese Dinge den Handwerkern "nahegelegt" werden, damit Modernisierungen ohne Ankündigung und Fristeinhaltung durchgedrückt werden. Eine Dichtung ist kaputt? Da wird zufällig bei der Reparatur entdeckt, dass der Waschtisch in ein paar Monaten einen Riss bekommen könnte, da wird die ganze Installation bei dieser Gelegenheit ("wo die Handwerker doch schon da sind") ausgetauscht, durch eine bessere, zeitgemäßere, hübschere und natürlich ist es eine Modernisierung.
    Und da haben wir uns gefragt, wo wir verlangen können, dass wir Fotos machen dürfen oder die Gegenstände vor dem Entsorgen retten, damit wir von jemandem, der sich auskennt, feststellen lassen können, dass das alles Schwindel ist.


    Nachtrag: Hierzu muss man sagen: Es ist immer dieselbe Firma, sie bekommen von diesem Vermieter sehr viele Aufträge und werden auch wörtlich auf genau das hingewiesen, wenn man will, dass sie etwas so "auslegen" oder betrachten, wie es ermöglicht, den Mietern bestimmte Dinge aufzuzwingen, bevor die Mieter sich erkundigen können, ob das alles so rechtens ist.

    Hallo,

    ich kann nur hoffen, dass mir die Geschichte, die ich erzähle, geglaubt wird, denn ich gebe es zu, wenn mir jemand so etwas erzählen würde, würde ich niemals glauben, dass es so etwas geben kann.
    In unserem Mietshaus ist es mittlerweile ein beliebter Trick geworden, dass Stamm-Handwerker, die für eine tatsächlich notwendige Reparatur kommen, bei dieser Gelegenheit andere Schäden "entdecken", die zu aufwändigeren Arbeiten führen, die nachträglich als Modernisierung deklariert werden können. Teile, die ein paar Minuten vorher absolut in Ordnung waren (Schloss der Wohnungstür, Waschtischarmatur ...) sind plötzlich "schon lange kaputt" und "müssen" unbedingt gleichzeitig ersetzt werden, natürlich nicht durch gleichwertige, sondern durch "modernere". Natürlich werden die "kaputten" Teile entsorgt, bevor wir sie ansehen können.
    Wir hatten die Idee, zu verlangen, dass uns die Teile mindestens für ein Foto gezeigt oder ausgehändigt werden, bevor die Handwerker gehen, damit wir ggfs. nachweisen lassen können, dass sie nicht kaputt waren, sondern kaputt gemacht wurden. Manchmal ist es sogar so, dass die Handwerker sagen, es sei alles in Ordnung, sie seien fertig und müssten nicht mehr kommen, und dann kommt eine eMail über versteckte "Mängel", die eine weitere "Wohnungsverbesserung" nach sich ziehen. Auch hier würden wir gerne von den Handwerkern verlangen, dass sie erst gehen, wenn sie uns einen Zettel unterschreiben, dass sie Stand des jeweiligen Tages keine weiteren Arbeiten für nötig erachten und keine weiteren Mängel vorliegen.
    Weiß jemand, ob wir das überhaupt verlangen dürften?
    Danke + Gruß

    Ebenfalls ohne Gruss.

    Ratlosundhilflos,
    "danke" für den Roman, den ich nur teilweise las. Euer Ansprech-=Vertragspartner ist Euer Vermieter, den Ihr schriftlich kontaktieren solltet. Falls der nicht hilft, vielleicht RTL2. Niemand hält Euch davon ab, zu kündigen, falls es weiterhin für Euch soo unerträglich bleibensollte.

    Danke Berny,
    einen Umzug können wir uns nicht leisten, sonst wären wir schon lange weg. Entschuldigung, dass mein Text zu lang war.
    Viele Grüße

    Vor 13 Jahren sind wir in die EG-Wohnung gezogen, in der wir jetzt leben. Vom ersten Tag an haben wir diese Wohnung geliebt. Die kleinen Mängel, die ein Altbau so mit sich bringt, und die Tatsache, dass das Haus nicht gepflegt wurde, konnten wir weglächeln, denn die Wohnung war hell, gemütlich, mit einem immer angenehmen Raumklima, gut geschnitten, mit einem schönen Ausblick, in für unsere Bedürfnisse günstiger Lage und mit angenehmen, netten und unkomplizierten Nachbarn (insgesamt 6 Parteien) und einer sehr entspannten Wohnatmosphäre.

    Vor drei Jahren jedoch zog ein älteres Ehepaar ein, das alles im Haus ändern wollte. Sie verlangten das Abschlagen von Bäumen, die schon immer da gestanden hatten, sie aber als störend empfanden, und als der Vermieter nicht reagierte, beauftragten sie selbst ein Gartenbauunternehmen. Sie verbaten das Verteilen von Werbezeitungen, obwohl die anderen Mieter sie haben wollten, passten den Briefträger ab, um ihm das Einwerfen von Werbesendungen zu verbieten, reagierten verbal aggressiv, als er sich nicht davon beeindrucken ließ. Sie renovierten eigenmächtig die Gemeinschaftsräume und hätte es gerne gesehen, wenn die anderen Parteien sich finanziell beteiligen. Sie drangen in einen Nachbargarten ein, um Laub zu fegen, weil der Anblick sie störte. Vor allem aber beschlossen sie nach ihren eigenen Vorstellungen, wann Fenster und Türen im Haus offen zu sein hatten. Zwei Treppenhausfenster, die zehn Jahre lang nur ab und zu zum Putzen geöffnet worden waren und sonst immer geschlossen blieben, waren von nun an bei jedem Wetter und jeder Temperatur viele Stunden, später und mittlerweile den ganzen Tag und manchmal auch nachts auf Kipp gestellt, die Tür zum Keller blieb auch weit offen. Durch diese neuen Lüftungsmethoden verschlechterte sich das Wohnklima in unserer Wohnung merklich. Wir lebten dadurch ständig im Durchzug, die Feuchtigkeit zog in unseren Flur, in dem sich kein Heizkörper befindet. Wir kauften neue Durchzugstopper, versuchten, so viel abzudichten, wie möglich, aber es ist nun mal ein Altbau mit vielen Ritzen und Rissen und unsere Maßnahmen sind ein Tröpfchen auf dem heißen Stein gewesen. Wir versuchten, sie rücksichtsvoll und behutsam darauf anzusprechen, wurden aber herrisch zurückgewiesen – die Dame meinte "Es muss aber so sein!", womit die Diskussion für sie beendet war. Wir versuchten später erneut, ihnen zu vermitteln, dass sie uns mit diesem Lüftungsverhalten schaden und wir seitdem Probleme in der Wohnung haben, die wir vor ihrem Einzug nicht hatten, aber sie führten an, zum einen müsse es so sein, zum anderen würden sie sich von den Küchengerüchen einer jungen Familie unter ihrer Wohnung (diese junge Familie zog vor einem Jahr ein) gestört fühlen und müssten also noch mehr lüften. Wenn wir nicht zufrieden seien, sollten wir zum Mieterverein und den Hauswirt dazu zwingen, unsere Wohnung vernünftig abzudichten. Da der besagte Hauswirt sich aber bekanntlich von nichts dazu bewegen lässt, etwas im Haus zu machen, sprachen wir den Verwalter mehrmals an und baten ihn, eine Lösung zu finden. Er sprach mit den Nachbarn, erntete aber genauso wie wir nur herrische Bemerkungen und trat den Rückzug an (sie können sehr, sehr bestimmend sein). Wir fühlten uns immer unwohler, die Wohnung wurde durch das Verhalten dieser Nachbarn immer ungemütlicher und dachten daran, zu kapitulieren und auszuziehen, obwohl wir diese Wohnung wirklich sehr gemocht haben, viel Geld in die Einrichtung gesteckt hatten und eigentlich vorhatten, für immer hier zu bleiben. Allerdings können wir uns einen Umzug nicht leisten, und wir müssten Jahre darauf sparen. Einen Nachbarschaftsstreit anzetteln wollten wir auch nicht. Wir haben uns überall, wo wir gewohnt haben, immer ausgezeichnet mit allen Nachbarn verstanden, und wir sind solchen Situationen nicht gewachsen. In diesem Sommer, der in unserer Region besonders feucht war, lüfteten diese Nachbarn auch noch tagelang ihren Keller unter uns, und nun ist es passiert: Die Unterseite unserer Möbel ist verschimmelt.

    Der Verwalter behauptet nun, es könne gar nicht von der zusätzlichen Feuchtigkeit aus dem Treppenhaus und dem Keller kommen, wir hätten falsch gelüftet. (13 Jahre lang wussten wir also zu lüften und sollen es plötzlich verlernt haben???). Wir wissen, dass er Angst vor diesen Nachbarn hat, die verbal sehr aggressiv sein können und schnell mit der Nennung von Rechtsparagraphen sind.

    Wir wissen nicht mehr weiter. Wir sind dabei, unser Hab und Gut zu verlieren, müssen uns (nach 13 Jahren einwandfreien Mietverhaltens) mit Vorwürfen und möglichen Regressansprüchen (der Boden ist an einigen Stellen leicht angeschimmelt) auseinandersetzen und sind verzweifelt. Diese Geschichte kann uns unsere ganze Existenz kosten, und niemand hilft uns oder scheint uns glauben zu wollen. Wir WISSEN definitiv, dass unsere Wohnung zunehmend ungemütlicher und feuchter wurde, je intensiver diese Nachbarn auf ihre Belüftungsmethoden bestanden haben. Wir haben es doch deutlich gespürt und auch gemeldet. Leider ist es in diesem Haus üblich, Probleme nur mündlich zu melden: Wenn man etwas schriftlich meldet, bekommt man schnell Post vom Hausanwalt, der dann meint, man habe durch aggressives Verhalten das Mietverhältnis zerrüttet und es würde einem empfohlen, sich alsbald anderweitig umzusehen. Wir haben es schon bei zwei Parteien erlebt und uns deshalb still verhalten und den Gepflogenheiten des Hauses angepasst.

    Wir hatten eine immer so gepflegte und schöne Wohnung ... Seit vier Wochen leben wir nun im Schimmel, und da uns die Schuld gegeben wird und wir uns keinen Gutachter leisten können, können wir nichts tun, wir bekommen keine Hilfe. Der Mieterverein scheint uns auch nicht groß helfen zu können, da Schimmelprobleme immer sehr komplex zu sein scheinen.
    .
    Wenn jemand irgendeine Idee hat, wären wir sehr, sehr dankbar, denn wir sind WIRKLICH verzweifelt und am Ende unserer Kräfte.
    Viele Grüße

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