Beiträge von vanillasky

    Ich bin wirklich begeistert von diesem Forum :) Ich musste zwar erstmal bei Yahoo suchen, was dieses Google überhaupt ist, aber dann haben sich all meine Sorgen sofort in Luft aufgelöst! Danke für den tollen Hinweis :)
    Außerdem schreibe ich in Zukunft nur noch Kurzgeschichten. Noch so ein toller Rat, der hier nur ganz am Rand kam und ja eigentlich gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte! Ich veröffentliche jetzt achtmal (!) so viele Schriftstücke wie früher in der gleichen Zeit - da ich mich kurz halte! In wenigen Wochen werde ich genug verdient haben, um umziehen zu können.
    Ich werde dieses Forum jedem weiterempfehlen, es hat mein Leben einfach verändert. Vielen vielen Dank! :)

    Hallo alle miteinander!

    Mein Partner und ich haben ein großes Problem mit Schimmel in unserer Wohnung. Um das Problem genau darstellen zu können, liste ich mal ein paar Dinge auf:

    Wir leben in einem Altbau mit Holz-Doppelfenstern. Der Winter 2010/2011 war sehr kalt und wir hatten teilweise armdicke Eiszapfen an den Fenstern. Als es taute, lief das Wasser durchs Mauerwerk in den Hausflur, es plätscherte und tropfte durch die Farbe und lief dann bei uns bis vor die Haustür. Ich informierte umgehend den Vermieter, dass da Wasser kurz davor steht, in unsere Wohnung zu laufen, aber es wurde erst nach mehreren Tagen ein Techniker geschicht und solange durfte ich halt dauernd draußen die Putzlumpen wechseln. Der Techniker kam, steckte ein Messgerät in die Wand, sagte: "Ja, das ist nass, da muss was gemacht werden, aber hier im Flur können wir kein Trocknungsgerät aufstellen." und mehr passierte nicht.
    An der gleichen Außenwand, durch die es (durch den Stein!) hineinlief, liegt unser Bad, und wir hatten kurz drauf den ersten Schimmelschaden. Alles wurde innerhalb weniger Tage schwarz. Ich informierte den Vermieter, der schickte einen Handwerker, der stellte eine nasse Wand fest und meinte zudem, die Regenrinne über dem Fenster sei wohl defekt. Der Schimmel wurde entfernt, die Wand überstrichen und 6 Wochen lang ein Trocknungsgerät aufgestellt. Der Schimmel war (vorerst) weg.
    2013 kam ich an einem verregneten Abend von der Arbeit nach Hause und musste feststellen, dass mein Wohnzimmer unter Wasser stand. Der Wind hatte den Regen gegen die geschlossenen Fenster gedrückt und das Wasser war in die Wohnung gelaufen. Das Laminat war zum Teil aufgequollen und die Tapeten auch nass. Wieder informierte ich den Vermieter, der schickte einen Handwerker, der in der kompletten Wohnung alle Fenster abdichten ließ.
    Als es kälter wurde, begann es im Schlafzimmer zu schimmeln. Und zwar die gleiche Außenwand, an der auch das Bad geschimmelt hat, die Räume liegen direkt nebeneinander. Der Vermieter behauptete, ich würde falsch lüften, aber auch hier stellte der Handwerker eine nasse Wand fest, entfernte die komplette Tapete, behandelte die Wand mit einem Anti-Schimmel-Mittel, strich sie weiß über und sagte uns, wir dürften die Wand nicht mehr tapezieren, da dies dem Schimmel zu viel Nährboden geben und die Wand so trockener bleiben würde. Zitat: "Hier KANN jetzt gar kein Schimmel mehr entstehen."
    Als es im Oktober langsam kälter wurde, fingen die innenliegenden Wände des Schlafzimmers an zu schimmeln. Gleichzeitig bemerkten wir, dass die Heizung nicht mehr funktioniert und meldeten beide Vorfälle dem Vermieter. Es dauerte bis Dezember, bis endlich ein Handwerker vorbeischauen konnte. Dieser nahm einige Messungen vor und stellte nasse Wände fest (Zitat: "Da muss dringend was gemacht werden!"). Zudem warf er uns vor, nicht zu heizen, stellte dann aber selbst fest, dass die Heizung nicht geht. Diese konnte er aber nicht reparieren, da er nur der Schimmelmann sei. Einige Tage später kam dann sein Kollege, der den Schimmel mit einem Chlormittel entfernte und ein Langzeitmessgerät aufstellte. Die Heizung funktionierte immer noch nicht. Das Langzeitmessgerät sollte unser Heiz- und Lüftverhalten überprüfen, um die Ursache des Schimmels zu finden.
    Drei Wochen nach Beendigung der Langzeitmessung wurde dann auch mal die Heizung repariert. Vorher war, Zitat: "leider kein Termin mehr verfügbar." Ich finde ja, dass eine defekte Heizung, im Dezember, in einem Raum, der schimmelt, ein Notfall ist, der sofort zu beheben ist.
    Dann bekamen wir das Protokoll der Langzeitmessung. Man sieht auf der Kurve deutlich, dass die Luftfeuchtigkeit täglich absinkt, aber so rapide wieder steigt wie sie gefallen ist. Bedeutet im Klartext: Zum Zeitpunkt der Messungen betrug die Luftfeuchtigkeit im Schnitt 80%, öffneten wir das Fenster, fiel sie auf maximal 58% herab und nach Schließen der Fenster dauerte es maximal 15 Minuten (!!!), bis die Feuchtigkeit wieder bei 80% war. Egal, ob wir für 20 oder für 70 Minuten lüfteten. Allerdings behauptete der Vermieter, aus dem Protokoll gehe hervor, dass wir nicht richtig heizen und lüften und er deswegen den Schimmel in der Wohnung nicht entfernen will. Zudem trocknen wir angeblich zu viel Wäsche in der Wohnung. Dass das Dach undicht ist und es in den Trockenboden reinregnet (der Dachboden ist übrigens direkt über unserer Wohnung), interessiert den Vermieter übrigens auch nicht.
    Wir widersprachen diesem Schreiben und verwiesen darauf, dass die Heizung im Messzeitraum defekt war. Daraufhin kam ein Schreiben zurück, dass das Messprotokoll eindeutig sei. Der defekt der Heizung sei bekannt und berücksichtigt worden, trotz alledem würden wir falsch lüften.
    Wir erhielten ein Wohnklimamessgerät. In der Anleitung steht, dass die Raumtemperatur immer zwischen 19 und 22 °C liegen soll, die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 55%. Sobald die Luftfeuchtigkeit über 60% steigt, fängt das Gerät an zu blinken.
    Inzwischen funktioniert die Heizung ja wieder, aber der Schimmel breitet sich weiter aus, auch auf der Außenwand, die ja angeblich nie wieder schimmeln würde. Auch das Bad ist schwerstens befallen, hier ist auch die Decke schon schwarz. In dem Raum haben wir das Fenster mittlerweile dauerhaft geöffnet, da es sich a) gar nicht mehr richtig schließen lässt und es b) sonst innerhalb von Sekunden muffig wird. Es stinkt dann extrem schimmelig, das Fenster beschlägt und die Fliesen werden nass. Egal, ob wir im Bad heizen und die Wände warm sind oder nicht. Die Nachbarn unter uns hatten exakt das selbe Problem, hier hat der Vermieter das Fenster ausgetauscht und danach war das Problem behoben. Bei uns weigert er sich, da wir ja angeblich falsch lüften und heizen.
    Nun haben wir auch im Wohnzimmer und in der Küche an den Außenwänden Schimmel. Die äußeren Fenster beschlagen ständig und das Kondenswasser lässt die Rahmen aufquellen und schimmeln. Auch in der Vergangenheit hatten wir jeden Winter Eisblumen. All das hat den Vermieter nie interessiert.
    Das Wohnklimamessgerät steht im Schlafzimmer. Hier wird der Raum bei geschlossenem Fenster und voll aufgedrehter Heizung nie wärmer als 17 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist immer bei 65%. Nach 15 min lüften bei abgedrehter Heizung herrschen in dem Raum um die 10 °C bei etwa 50% Luftfeuchtigkeit. Es dauert bis zu 5 Stunden, bis der Raum wieder auf 16, 17°C aufgeheizt ist, die Luftfeuchtigkeit steigt schneller an. Egal wie wir es wenden und drehen, wir kriegen kein anständiges Klima in dieses Zimmer. Und es schimmelt immer weiter.
    Über den Schimmelschaden aus 2010/2011 und den Wasserschaden im Hausflur will der Vermieter nichts wissen. Sie haben nur Aufzeichnungen von 2013 und hier fügte er noch an, dass der Schimmel erst aufgetreten sei, nachdem die Fenster abgedichtet wurden. Allerdings habe ich von allen hier aufgelisteten Schäden noch Fotos und Aufzeichnungen als Belege.
    Wir sind inzwischen wirklich verzweifelt. Einen Umzug oder einen Gutachter können wir uns (noch) nicht leisten. Wir schlafen seit Oktober auf der Schlafcouch im Wohnzimmer. Machen wir irgendetwas falsch? Was können wir tun, um uns zu wehren? Zudem mache ich mir Sorgen um unsere Gesundheit. Hat jemand einen Rat?

    Vielen Dank!

    vanillasky

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