Beiträge von Hermelin

    Hallo,

    Nach langer Mietdauer von über 20 Jahren und einem Gerichtsprozess mußten wir wegen Eigenbedarf unser Heim vor drei Jahren verlassen. Eine halbwegs bezahlbare Wohnung mußte her was hier in der Hauptstadt mehr als schwierig ist und usn nach unzähligen Anläufen doch noch gelang. Jetzt wohnen wir (Sohn 25 und ich 50) komplett anders. Neubau, sehr ruhig, hellhörig. Ich war damals sehr froh endlich eine neue Wohnung auf die Schnelle zu bekommen. Die Mieterstruktur nur Deutsche, meistens Ehepaare wenig Kinder. Viele Senioren ab 70 und aufwärts. Alles Alteingesessene. Nun wurden letztes Jahr die fünf Häuser saniert. Die Sanierung dauerte 6 Monate. Es war die Hölle. Die Miete verteuerte sich um fast 200 Euro, die ich zusätzlich nicht mehr aufbringen konnte. Nun haben wir in der gleichen Anlage eine kleinere preiswertere Wohnung gefunden. In der wir nun seit September letzten Jahres wohnen.

    Vor einer Woche traf mich der Schlag. Ich erhielt nichtsahnenderweise einen Brief von der Hausverwaltung wegen "Ruhestörung". Man warf mir vor ständig aggressiv in der Wohnung zu streiten, zu laute Musik zu hören, stets durch die Wohnung zu trampeln und den anderen Mietern unfreundlich und pampig entgegen zu kommen. Angeblich sei ich auf alles angesprochen worden. Kurz gesagt wir wären einfach zu laut. Bei nochmaliger Wiederholung müssten wir mit einer fristlosen Kündigung rechnen was schlimme Konsequenzen mit sich bringen würde. Ich bin mit den Nerven am Ende. Habe in meinem ganzen Leben noch niemals einen solchen Brief erhalten. Ich habe den Kontakt zur Hausverwaltung aufgenommen.

    Zu Punkt 1. Teilweise sind wir zu laut, dies gebe ich zu. Ich habe derzeit sehr viele private Probleme vor allem mit dem Sohn, der stets laut und aggresiv reagiert. Es kommt schon ab und zu vor, das es etwas lauter wird.

    2. Musik hören wir ca. 2 x wöchentlich zwischen 16 und 19 Uhr am Nachmittag für 1-3 Stunden, nicht nachts. Die Anlage ist nicht aufs letzte Loch gestellt.

    3. Zu dem Getrampel. Ich selbst kann kaum laufen, aufgrund eines Fersensporns der schmerzhaft ist. Wir haben Filzlatschen in der Wohnung an oder Sandalen mit Gummibesohlung. Bei uns rennt oder springt niemand durch die Wohnung.

    4. Pampige Reaktion. Ich habe mit div. Mieter draußen im Sommer am Tisch gesessen. Wir haben uns normal unterhalten. Ich habe den Leuten sogar noch Tipps gegeben, weil sie in verschiedenen Situationen nicht wussten wo sie sich hinwenden sollten, habe div. Pakete fast schon wöchentlich von sämtlichen Mieter in der Anlage entgegen genommen. Es gab keinen Streit oder ähnliches und ich bin auf all diese Dinge niemals angesprochen worden. Gegen 20 Uhr schauen wir TV wie viele andere auch. Der Fernseher ist auf Zimmerlautstärke gestellt, obwohl wir oft länger als 22.00 Uhr schaun. Es kann schon mal 3 Uhr morgens werden.

    Wie schon erwähnt. Ich habe den Kontakt zur Hausverwaltung aufgenommen. Man reagierte kurz angebunden und meinte, wenn wir uns nicht anpassen könnten, müssen wir mit Konsequenzen rechnen. Die Namen der Hausbewohner, die sich bewert haben sollen, teilte man mir natürlich nicht mit. Wie ich erfuhr, hatte man vor uns schon einige Mieter deswegen entfernen müssen. Ich habe das Gefühl, das nun jeder Bescheid weiß. Auf weitere Informationen oder Gespräche ließ sich die Hausverwaltung nicht ein. Man teilte mir mit, es gäbe eine Liste, unabhängig voneinander, wo Datum, Zeit und Lärm dokumentiert worden wären. Sagte mir weiterhin, das aufgrund unseres Lärms andere Mieter Besucherkreise und Telefonate haben abbrechen müssen. Weiterhin sagte man uns, dass solche Probleme hier in den Häusern seit Jahren bestehen würden, aufgrund der Hellhörigkeit.

    Wir versuchen uns schon ruhiger zu verhalten, haben keinen Besuch, feiern keine Partys. Ich denke, das es überall mal vorkommt, das etwas lauter wird. Gespräche haben wir komplett gedrosselt. Wir unterhalten uns untereinander fast gar nicht mehr, aus Angst wir könnten zu laut sein, was ich schrecklich finde.

    Ich bekomme nun schon vor der Haustür von mir Unbekannten dumme Sprüche zu hören wie: " Hahaha, da wird ja bald wieder eine Wohnung frei".

    Von drei Baukollegen, die zeitweilig hier noch zugange sind bin ich angesprochen worden, falls wir hier mal ausziehen sollten, ein reges Interesse bestehen würde. Die Bauleitung wäre sehr interessiert.

    Nun ist nur noch Terror angesagt. Sind Geräusche zu hören von anderen Nachbarn, die sonntags Bohren, Party machen passiert nichts. Seit einigen Tagen verstärkte Probleme. Wir haben bis ca. 2.30 Uhr morgens zwei Mal Fern gesehen. Für unseres Erachtens in Zimmerlautstärke. Morgens um 2 Uhr mehrmaliges Hämmern an den Wänden von Wohn- und Schlafzimmer, obwohl ich mich dort nur zum Schlafen aufhalte. An zwei weiteren Tagen um 2 Uhr morgens und 6 Uhr lautes Hämmern an der Wand, obwohl wir beide schlafen. Vor ein paar Tagen um 6.45 war die Polizei vor der Tür und klingelte, haben geschlafen, habe nicht geöffnet.

    Letzte Nacht um 12.30 Uhr wieder klingeln an der Tür. Ich konnte bis jetzt nicht orten wer die Leute sind, die sich hier gestört fühlen, da ich weder im Treppenhaus jemanden sehe noch unter der Wohnung vor dem Haus. Die gestörten Mieter geben sich nicht zu erkennen. Wir werden nachts nur noch wachgeklingelt.

    Eine neue Wohnung zu finden ist uns derzeit nicht möglich.

    Wie nun verhalten?

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